Fehlender Berufsnachwuchs

05. September 2019 12:27; Akt: 05.09.2019 14:45 Print

Italienische Lehrlinge kosten Wallis viel Geld

Immer häufiger stellen Walliser Handwerksbetriebe Lehrlinge aus Italien ein – zum Ärger der kantonalen Behörden.

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In Oberwalliser Handwerksbetrieben herrscht, wie vielerorts, akuter Lehrlingsmangel. Die Betriebe wissen sich jedoch zu helfen. Vermehrt setzen sie auf Lehrlinge aus Italien, wie das SRF-Regionaljournal berichtet. Die meisten Lehrlinge würden aus der Gegend um Domodossola kommen und dann im Wallis eine Schweizer Berufslehre absolvieren.

Lehre im Wallis, Berufsschule im Tessin

Ein Betrieb, der auf italienische Lehrlinge setzt, ist etwa die Haustechnik Firma Lauber Iwisa AG in Naters VS. Von den momentan 28 Lehrlingen die sie ausbildet, kommen fünf aus dem Nachbarland. Hinzu kommen mehrere italienische Angestellte, die im Wallis ihre Lehre absolviert haben und sich entschieden haben, hier zu bleiben.

Die Lehre absolvieren die jungen Italiener zwar im Oberwallis, in die Berufsschule gehen sie wegen der Sprache aber im Tessin. Eine teure Angelegenheit für den Kanton Wallis: Pro Lehrling und Lehrjahr müsste er dem Kanton Tessin 7800 Franken zahlen. Weil immer mehr Betriebe auf italienische Lehrlinge ausweichen, hat der Kanton Wallis nun gehandelt.

«Happiger Betrag»

«Wir haben in der Vergangenheit schon Teilkosten übernommen», sagt Jodok Kummer, der Stellvertretende Dienstchef für Berufsbildung Kanton Wallis. Die Situation der Firma Lauber Iwisa AG sehe jedoch anders aus. «Bei fünf Personen, die in einem Schuljahr ausserkantonal in die Schule gehen, sind das rund 40'000 Franken.» Kummer spricht von einem «happigen Betrag». Diesen könne der Kanton nicht übernehmen. Ausserdem würden diese Lehrlinge dann, in einer Walliser Berufsschule fehlen.

Die kantonale Dienststelle für Berufsbildung steht dem Trend darum skeptisch gegenüber. Der Kanton will das Engagement von jungen italienischen Lehrlingen nicht fördern.

(km)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maler50 am 05.09.2019 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mitverschuldet

    Tragisch, aber von der Politik mitverschuldete Situation. Anstatt die Handwerkerberufe nachhaltig zu fördern wird ständig die Hochschulausbildung gefördert!

  • Daisydream am 05.09.2019 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoch hinaus

    Man müsste vielleicht die Erwartungen an zukünftige Lehrlinge wieder etwas mehr in Bodennähe verlagern. Die Anforderungen für gewisse handwerkliche Berufe sind ja wirklich fast astronomisch. Da muss man sich nicht wundern, wenn man keine Bewerber findet.

  • Francesco il Capo am 05.09.2019 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant für die Italiener

    Denn die verdienen in der CH bereits während der Lehre gleichviel oder mehr als später mal bei der der Arbeit in Italien.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Maler50 am 05.09.2019 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mitverschuldet

    Tragisch, aber von der Politik mitverschuldete Situation. Anstatt die Handwerkerberufe nachhaltig zu fördern wird ständig die Hochschulausbildung gefördert!

  • Mary am 05.09.2019 13:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    Finde das eine super Idee vom Wallis. Es gibt ja wirklich nicht mehr viele Schweizer für Handwerksberufe.

  • Francesco il Capo am 05.09.2019 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant für die Italiener

    Denn die verdienen in der CH bereits während der Lehre gleichviel oder mehr als später mal bei der der Arbeit in Italien.

  • Grazia am 05.09.2019 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hilft allen

    Das ist doch mal eine gute Lösung! also findet den finanziellen Weg.

  • Daisydream am 05.09.2019 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoch hinaus

    Man müsste vielleicht die Erwartungen an zukünftige Lehrlinge wieder etwas mehr in Bodennähe verlagern. Die Anforderungen für gewisse handwerkliche Berufe sind ja wirklich fast astronomisch. Da muss man sich nicht wundern, wenn man keine Bewerber findet.