Für 2,7 Millionen Franken

20. Januar 2020 05:02; Akt: 20.01.2020 05:02 Print

Walliser erklären Skifahren zum Schulfach

Der Walliser Erziehungsdirektor macht den Schneesport zum Schulfach. Damit möchte er die lokale Ski-Kultur am Leben erhalten.

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Skifahren, Snowboarden und Langlaufen – immer weniger Schweizer betreiben heutzutage noch einen Schneesport. Wie die NZZ am Sonntag berichtet, zeichnet sich in dieser Branche ein langjähriger negativer Trend ab. Dem will der Walliser Erziehungsdirektor Christophe Darbellay entgegenwirken. Ab dem kommenden Schuljahr soll der Schneesport im Kanton Wallis zum Schulfach werden. Schüler ab der 3. bis zur 11. Klasse würden an drei Tagen pro Winter ihren Sportunterricht von der Turnhalle auf die Berge verschieben. Das Walliser Kantonsparlament und der Staatsrat unterstützen das Projekt. Jährlich wird es die Walliser Bevölkerung 2,7 Millionen Franken kosten, ihre Kinder auf die Ski zu stellen und damit die Schweizer Ski-Kultur zu fördern. Die Walliser Skigebiete stehen ebenfalls hinter dem Projekt. So verlangen sie lediglich fünf Franken für die Tageskarten, fünf Franken pro Tag für die Skimaterial-Miete und 15 Franken pro Tag für den Unterricht mit der Skischule. Bemühungen, Kindern den Schneesport näher zu bringen, gibt es mit Initiativen wie «Go Snow» in der Schweiz schon seit einigen Jahren. Doch die Nachfrage an solchen Sportarten geht immer weiter zurück. Tourismusforscher Lauernt Vanat zeigt in seiner Analyse, dass das wachsende Desinteresse im Zusammenhang mit der Multikulturalität der Schweizer Bevölkerung stehe. So sei es nicht mehr selbstverständlich, dass Winterausflüge auf der Piste stattfinden würden. Ein anderer Faktor seien die steigenden Preise der Tageskarten und die fehlende Skiunterricht-Teilnahme der Schüler. Die Schneesportinitiative «Go Snow», habe laut ihrem Geschäftsführer Ole Rauch in den letzten Jahren eine positive Bilanz zu vermelden. Für ihn ist das Projekt im Wallis eine gute Sache. «Dieses Angebot ist schweizweit einmalig», sagt er. «Es ist lobenswert, dass das Wallis hier eine Pionierrolle einnimmt.»

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Skifahren, Snowboarden und Langlaufen – immer weniger Schweizer betreiben heutzutage noch einen Schneesport. Wie die NZZ am Sonntag berichtet, zeichnet sich in dieser Branche ein langjähriger negativer Trend ab.

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Skifahren als Schulfach – eine gute Idee?

Dem will der Walliser Erziehungsdirektor Christophe Darbellay entgegenwirken. Ab dem kommenden Schuljahr soll der Schneesport im Kanton Wallis zum Schulfach werden. «Ich bin überzeugt, dass der Wintersport eine Zukunft hat», so Darbellay, «doch damit das gelingt, müssen wir die Jungen zurück auf die Ski bringen.»

2.7 Millionen Franken für den Schneesport

Schüler ab der 3. bis zur 11. Klasse würden an drei Tagen pro Winter ihren Sportunterricht von der Turnhalle auf die Berge verschieben. Die sogenannten «Snow Days» seien für die Schüler verpflichtend.

Das Walliser Kantonsparlament und der Staatsrat unterstützen das Projekt. Jährlich wird es die Walliser Bevölkerung 2,7 Millionen Franken kosten, ihre Kinder auf die Ski zu stellen und damit die Schweizer Ski-Kultur zu fördern.

Die Walliser Skigebiete stehen ebenfalls hinter dem Projekt. So verlangen sie lediglich fünf Franken für die Tageskarten, fünf Franken pro Tag für die Skimaterial-Miete und 15 Franken pro Tag für den Unterricht mit der Skischule.

Desinteresse hat nicht nur mit Klimawandel zu tun

Bemühungen, Kindern den Schneesport näher zu bringen, gibt es mit Initiativen wie «Go Snow» in der Schweiz schon seit einigen Jahren. Doch die Nachfrage an solchen Sportarten geht immer weiter zurück. Das sinkende Interesse am Wintersport habe nicht nur mit dem Klimawandel zu tun, wie der Tourismusforscher Lauernt Vanat herausfand.

In seiner Analyse zeigt er, dass das wachsende Desinteresse im Zusammenhang mit der Multikulturalität der Schweizer Bevölkerung stehe. So sei es nicht mehr selbstverständlich, dass Winterausflüge auf der Piste stattfinden würden. Ein anderer Faktor seien die steigenden Preise der Tageskarten und die fehlende Skiunterricht-Teilnahme der Schüler.

«Dieses Angebot ist schweizweit einmalig»

Die Schneesportinitiative «Go Snow», habe laut ihrem Geschäftsführer Ole Rauch in den letzten Jahren eine positive Bilanz zu vermelden. Für ihn ist das Projekt im Wallis eine gute Sache. «Dieses Angebot ist schweizweit einmalig», sagt er. «Es ist lobenswert, dass das Wallis hier eine Pionierrolle einnimmt.»

(km)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nick am 20.01.2020 06:19 Report Diesen Beitrag melden

    Skifahren ist zu teuer

    Kann es auch sein, dass die Familien nicht mehr Ski fahren, weil die Skigebiete immer teurer werden? Dies ist jedenfalls bei uns ein Faktor, der uns überlegen lässt, ob wir überhaupt noch mit den Kindern Ski fahren gehen.

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  • Carmen am 20.01.2020 05:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und schwimmen?

    Finde ich eine gute Idee. Aber auch schwimmen sollten sie lernen. Mein Freund kommt aus den Wallis. Er kann Skifahren aber nicht schwimmen.

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  • Desyy am 20.01.2020 05:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Von wegen neu...

    Das hatte ich im Wallis schon vor 20 Jahren. Sowohl in der Primarschule als auch in der Oberstufe waren wir an ein oder zwei Wochen (da bin ich mir nicht mehr sicher) jeweils 3 oder 4 Tage auf der Piste. Von wegen neu und einmalig...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Motts-Maggs am 21.01.2020 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Das Eine tun...

    Überall werden in der Schule die Anzahl Lektionen gekürzt um entweder zu sparen, oder um die armen Kinderchen nicht zu sehr zu belasten. Mit diesem geplanten Vorhaben können sie dann nach Schulaustritt perfekt Skifahren, aber dafür keinen einzigen Satz fehlerfrei schreiben.

  • Gugge am 20.01.2020 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Neues

    Es gibt sicher nicht sehr viele Walliser , die nicht Ski fahren. Sein Projekt ist nicht Neues im Wallis , im Obergoms sind die kleine auch auf die Loipe .

  • didi191 am 20.01.2020 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    Snow Days, Go Snow...

    kann man diese Aktivitäten auch in deutscher- oder französischer Sprache benennen? Da rückläufig scheinen die "neudeutschen" Begriffe nicht mehr so attraktiv zu sein.

  • Elisabeth Lehner am 20.01.2020 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Schnee im Unterland

    Wie sieht es im Unterland aus?

  • boka am 20.01.2020 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Walliser Sternenfahrer

    Skikultur heisst im Amigoland Wallis natürlich, Finanzkultur. Zu viel hängt an der winterlichen Skikultur dass man sie baden lassen könnte, also hebt man sie auf einen Sockel.

    • Rigorosa am 20.01.2020 12:53 Report Diesen Beitrag melden

      Bingo

      Genau so ist es. Und man tarnt das Ganze als Sorge um die ach so unsportliche Jugend. Bezahlen darf dann die Schulgemeinde den grössten Anteil, also einmal mehr der Steuerzahler. Als ob der Budgetposten Schule nicht schon hoch genug wäre. Beobachte aber keine Zunahme von Wissen und/oder Intelligenz bei den heutigen Schülern, im Gegenteil....

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