Brüche und Erkältungen

29. Dezember 2010 22:58; Akt: 29.12.2010 22:37 Print

Wartezeiten bei Ärzten

von Nora Camenisch - Erkältungen, Stürze auf glatten Strassen sowie Wintersportunfälle sorgen für viel Arbeit bei Berner Ärzten. Auf den Notfallstationen heisst es deshalb: Bitte warten!

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«Weil viele Hausärzte Ferien haben, gibt es bei uns viel zu tun», so Gerhard Malsch, leitender Arzt im City-Notfall in Bern. Neben Grippe behandelt sein Team oft Brüche und Verstauchungen nach Stürzen auf glatten Trottoirs. Wer dringend zum Arzt muss, sollte deshalb Geduld mitbringen. «Die Wartezeit beträgt im Schnitt eine Stunde. Wenn bei uns ein Bus hält, kommen oft viele ­Patienten auf einmal», so Malsch. Ist der Ansturm besonders gross, hat sich das Team vom City-Notfall etwas ein­fallen lassen: «Bei uns ziehen die Patienten Nummern wie auf der Post. Dauert es bei nicht allzu dringenden Fällen zu lange, bis sie dran sind, können sie Erledigungen machen und wir schreiben ihnen ein SMS, kurz bevor sie an der Reihe sind.»

Auch in den Spitälern Tiefenau und Ziegler müssen Patienten mit Warte­zeiten rechnen. «Wir behandeln zu dieser Jahreszeit vor allem mehr Brüche und Verstauchungen», sagt Felix Nohl, Leiter der Notfallstationen. Aber auch Leute mit psychischen Problemen würden öfter Hilfe suchen. Nohl: «Es ist halt eine emotional geladene Zeit.» In Interlaken versorgen die Ärzte derweil viele Wintersportler: «Wir haben derzeit vor allem mit Handgelenk- und Unterschenkelbrüchen nach Schlittelunfällen zu tun», so Christina Stathakis, Chefärztin der Chirurgie.