Für bessere Gesundheit

06. Dezember 2011 22:59; Akt: 06.12.2011 20:53 Print

Wellness für Sozialhilfebezüger

von Patrick Marbach - Krankheit macht arbeitslos und Arbeitslosigkeit macht krank: Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, startet das Berner Sozialamt ein Gesundheitsprogramm.

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Nebst Beschäftigung können sich Arbeitslose mit Kursen fit halten. (Foto: mar)

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«Sozialhilfe beziehende Langzeitarbeitslose fühlen sich markant weniger gesund als der Durchschnitt der Bevölkerung», stellt Gemeinderätin Edith Olibet fest. Neben körperlichen Beschwerden plagen 64 Prozent von ihnen psychische Probleme: Das hat eine Studie der Berner Fachhochschule ergeben. In einer schweizweiten Pionierrolle will die Stadt deshalb Langzeitarbeitslose animieren, ihr Gesundheitsverhalten zu ver­bessern.

In einem Workshop haben Sozialhilfeempfänger 18 Projekte erarbeitet, die jetzt geprüft werden. Ein Kochkurs für preiswerte und trotzdem gesunde Ernährung steht ebenso auf dem Programm wie Wellnesskurse mit Atmungs- und Entspannungsübungen. Neben verschiedenen Sportangeboten ist auch die Anschaffung von zwei Fitnessgeräten vorgesehen. Im Kompetenzzentrum Arbeit stehen Räume zur Verfügung. Mit bis zu 600 Franken pro Teilnehmer unterstützt die Stadt die gesundheitsfördernden Projekte. Die Investition lohne sich. Olibet: «Wenn die Stellensuchenden krank werden, ist es fast unmöglich, ­ihnen die Tür zur Arbeitswelt wieder zu öffnen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sarkas Mus am 09.12.2011 07:16 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeiter

    Soll ich nun krank sein und arbeiten oder mich krank fühlen und Zuhause bleiben? Schwierige Frage. Es stehen Pflichten, Stress und Existenzängste gegenüber Freizeit, Fürsorge und Reichtum. Also gut. Legen wir erneut eine Sonderschicht ein um das alles zu bezahlen und gewöhnen uns heute schon daran das arbeiten nichts mehr Wert ist.

  • Tom Huber am 09.12.2011 01:03 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee!

    Das fehlen einer Tagesstruktur kann durchaus zu gesundheitlichen Problemen führen. Wichtig ist, dass Sozialhilfebezüger welche ihre Situation verändern wollen und in der Arbeitswelt wieder Fuss fassen wollen, aktiv unterstützt werden. Längerfristig dürfte dies gut investiertes Geld sein. Hingegen müssen Sozialhilfebezüger welche sich nicht verändern wollen, sich aber verändern könnten (Schmarotzer), zwingend auf Nothilfe heruntergestuft werden. So dürfte der Druck das Seinige dazu beitragen, sich wieder anzustrengen. Ganz dem Motto "von nicht kommt nichts".

  • sehr wütende Steuerzahlerin am 09.12.2011 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    Faulheit wird belohnt mit Steuergeldern

    Frau Olibet, schlimmer gehts nimmer. Ich möchte auch eine Erholungskur für meine Kinder und mich, damit sie das Mobbing im städtischen Tagesheim für Schulkinder und ich die Rechnungen von 20 % meines Einkommens verkraften können. Wenn ich als arbeitstätige Mutter mit 3 Kindern bloss 300 Franken Bonus mehr habe als ein Sozialhilfebezüger, der nichts selber bezahlt, ist unser System einfach total krank. Wir ehrlichen Steuerzahler, die auch noch mit Kindern die nächste Generation sichert, werden mehrfach bestraft. Es reicht endlich-

Die neusten Leser-Kommentare

  • sehr wütende Steuerzahlerin am 09.12.2011 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    Faulheit wird belohnt mit Steuergeldern

    Frau Olibet, schlimmer gehts nimmer. Ich möchte auch eine Erholungskur für meine Kinder und mich, damit sie das Mobbing im städtischen Tagesheim für Schulkinder und ich die Rechnungen von 20 % meines Einkommens verkraften können. Wenn ich als arbeitstätige Mutter mit 3 Kindern bloss 300 Franken Bonus mehr habe als ein Sozialhilfebezüger, der nichts selber bezahlt, ist unser System einfach total krank. Wir ehrlichen Steuerzahler, die auch noch mit Kindern die nächste Generation sichert, werden mehrfach bestraft. Es reicht endlich-

  • Sarkas Mus am 09.12.2011 07:16 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeiter

    Soll ich nun krank sein und arbeiten oder mich krank fühlen und Zuhause bleiben? Schwierige Frage. Es stehen Pflichten, Stress und Existenzängste gegenüber Freizeit, Fürsorge und Reichtum. Also gut. Legen wir erneut eine Sonderschicht ein um das alles zu bezahlen und gewöhnen uns heute schon daran das arbeiten nichts mehr Wert ist.

  • Tom Huber am 09.12.2011 01:03 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee!

    Das fehlen einer Tagesstruktur kann durchaus zu gesundheitlichen Problemen führen. Wichtig ist, dass Sozialhilfebezüger welche ihre Situation verändern wollen und in der Arbeitswelt wieder Fuss fassen wollen, aktiv unterstützt werden. Längerfristig dürfte dies gut investiertes Geld sein. Hingegen müssen Sozialhilfebezüger welche sich nicht verändern wollen, sich aber verändern könnten (Schmarotzer), zwingend auf Nothilfe heruntergestuft werden. So dürfte der Druck das Seinige dazu beitragen, sich wieder anzustrengen. Ganz dem Motto "von nicht kommt nichts".