Weder Kampfspuren noch Blut

17. Januar 2020 19:13; Akt: 17.01.2020 19:13 Print

Wer hat diesen Rehkopf so sauber abgetrennt?

Auf einem Veloweg ausserhalb von Bern entdeckte eine Hundehalterin einen abgetrennten Rehkopf. Mit einem unguten Gefühl alarmierte sie den Wildhüter.

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Erst dachte Leser-Reporterin Tiziana, am Wegrand unterhalb des Könizbergwaldes, ausserhalb von Bern, liege ein grosses Stück Holz. Das auf dem dortigen Veloweg Herumliegende schien jedenfalls ihren Hund brennend zu interessieren.

Als sie näher auf das Objekt zuging, bemerkte sie jedoch dessen Fellstruktur. «Und da erkannte ich, dass es sich hierbei um einen abgetrennten Rehkopf handelte», sagt die Frau aus Bümpliz. «Zum Glück konnte ich meinen Hund gerade noch rechtzeitig daran hindern, am verwesenden Kopf herumzuschnüffeln.»

Nachdem sie den ersten Schock über den abgetrennten Tierkopf und den aufkommenden Ekel überwunden hatte, wurde sie skeptisch: «Es war weder Blut zu sehen noch waren irgendwelche Kampfspuren ersichtlich.» Auch seien in der näheren Umgebung keine sonstigen Körperteile des toten Rehs zu finden gewesen. «Das ist doch schon etwas seltsam», findet sie.

Wildhüter hat Vermutung

Die Spaziergängerin wollte keine voreiligen Schlüsse ziehen und so meldete sie sich umgehend beim Wildhut. Dort setzte sie den örtlichen Wildhüter über ihren unschönen Fund in Kenntnis. Auch teilte sie ihm ihre merkwürdige Beobachtung fehlender Kampfspuren mit.

Der Experte hatte einen Verdacht: Ein Fuchs hatte hier wohl seine Zähne im Spiel. «Er sagte, durch das Raubtiergebiss sei es einem Fuchs möglich, einen Rehkopf derart sauber abzutrennen», erklärt die Finderin. Auf Anfrage bestätigt ein weiterer Wildhüter diese Annahme: «Der abgetrennte Kopf ist typisch für die Vorgehensweise eines Wildhundes – also charakteristisch für einen Fuchs», sagt Bruno Dauwalder. Ist es möglich, dass ein Fuchs ein Reh reisst? «Ja. Denn wir wissen nicht, ob das Reh vielleicht schon vorab tot oder allenfalls geschwächt war.»

Die Brechschere des Fuchses

Ein Blick in das Maul eines Fuchses zeigt jedenfalls, wozu das Tier imstande sein kann: Dessen Gebiss ist besonders scharf und stark. Nur schon die unteren Reisszähne sind besonders gross, besitzen mehrere Spitzen und sind sehr stabil im Kiefer verwurzelt, was ihnen zusätzliche Kraft verleiht. Die unteren und oberen Reisszähne zusammen werden zudem auch als «Brechschere» bezeichnet. Mit diesen mörderischen Werkzeugen werden zähe oder harte Nahrungsbestandteile durchtrennt.

Trotz der Entwarnung des Wildhüters wollte Tiziana zusammen mit ihrem Hund den Fundort rasch hinter sich lassen. «Es war schon etwas gruselig», meint die Finderin.

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Toga am 17.01.2020 20:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz klarer Fall..

    Das war ein Samurai , dem es nach Bündner Rehpfeffer gelüstet hat

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  • Waldfrau am 17.01.2020 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist die Natur

    Ich hoffe nur das jetzt keine Fuchsphobie ausbricht.....

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  • Martin Wyler am 17.01.2020 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fuchs

    ja, war ein Fuchs. Habe das auch schon gefunden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Steffu am 18.01.2020 22:59 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es

    Ich durfte dieses auch schon erleben allerdings wurde der Rehkopf vor meiner Werkstatt platziert! Dein Freund und Helfer meinte dazu " er wurde fälschlicherweise bei ihnen abgelegt!" Fotos auf wunsch verfügbar

  • Peter am 18.01.2020 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich klar...

    wer mit Macheten in der Öffentlichkeit "hantiert" - man siehe sich z.B. unsere Freunde in Deutschland an...

  • Eines ist jedenfalls sicher: am 18.01.2020 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Kopf ist es nicht,

    habe gerade im Spiegel nachgeschaut, er ist noch dran!

  • Maurizio Del Fucchso am 18.01.2020 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Verdacht hat Macht

    Ja klar ein fuchs trennt ein Rehs Kopf so Sauber wie als würde man es mit einem Samurai Schwert trennen. Ich lach mich kaputt

  • Kayman am 18.01.2020 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Schnischna

    Das war unser Schnappi vom Hallwylersee.