Kindheit in Bern

19. Juni 2019 17:08; Akt: 19.06.2019 18:33 Print

Hat Schweiz Kim Jong-un zum Diktator gemacht?

Zwei Jahre lang drückte Kim Jong-un in Bern die Schulbank. Diese Erfahrung soll ihn zum Diktator gemacht haben, der er heute ist, sagt eine Nordkorea-Expertin.

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Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un verbrachte zwei Jahre seiner Kindheit in der Schweiz. Er besuchte von 1996 bis 1998 die öffentliche Schule Steinhölzli in Liebefeld BE. Dort lebte er bei seiner Tante Ko Yong Suk, die sich als seine Mutter ausgab. Unter dem Decknamen Un-pak wurde er eingeschult und war offiziell der Sohn eines nordkoreanischen Botschafters.

Als der damals 27-Jährige 2011 die Herrschaft übernahm, war die Hoffnung gross, dass ihn sein zweijähriger Aufenthalt in der demokratischen Schweiz positiv geprägt hätte. Die Welt sehnte sich nach einem Wandel in Nordkorea. Kim Jong-un lebte in der Schweiz in einer modernen Gesellschaft. In der Schule wurde weltoffen gelehrt. Doch genau diese Erfahrungen sollen ihn zum Diktator gemacht haben, der er heute ist, schreibt Nordkorea-Expertin, Anna Fifield in ihrem neuen Buch «The Great Successor»über Kim Jong-un.


Basketball ohne Unterbruch

Laut seiner Tante, die ihn in der Schweiz aufgenommen hatte, soll Kim Jong-un eine normale Kindheit in der Schweiz gehabt haben und diese genossen haben. Er soll respektvoll und zurückhaltend gewesen sein. Sie hätten vollkommen normale Dinge unternommen, wie in die Berge zu gehen, das Disneyland zu besuchen und normale Geburtstage zu feiern, wie die Tante gegenüber der «Washington Post» aussagte. Er habe auch Freunde zum Spielen gehabt in der Schweiz und am liebsten sei er draussen gewesen und habe ununterbrochen Basketball gespielt.

Ausserhalb Nordkoreas ein normaler Mensch

Fifield analysiert in ihrem Buch unter anderem Kim Jong-uns Schulzeit in Bern und deren Wirkung auf seine Psyche. Als Jugendlicher habe er Demokratie und Frieden in der Schweiz hautnah erlebt. Was er dabei realisierte, sei, dass er damit nichts anfangen könne, so die neuseeländische Journalistin in einem Interview mit dem «New Yorker».

Als Kim Jong-un acht Jahre alt wurde, war klar, dass er der nächste Thronfolger sein würde. Der Hofstaat und die höchsten Offiziellen verbeugten sich vor dem Jungen, der sich schnell an seine neue Macht gewöhnte. In Nordkorea war seine Kindheit geprägt von Überfluss, aber auch isoliert und einsam, wie Fifield schreibt. Er soll keine Spielkameraden und keinen Kontakt zur Aussenwelt gehabt haben. Nur seine Geschwister hätte er gehabt, zu denen er immer noch ein gutes Verhältnis habe.

In seiner Berner Zeit habe Kim Jong-un gemerkt, dass, wenn er irgendwo ausserhalb Nordkoreas leben würde, er ein völlig normaler Mensch wäre. Das wollte der verwöhnte Thronfolger nicht, sagt die Autorin. Laut Fifield, soll «diese Erfahrung in Bern ihn bestärkt haben, das System intakt zu halten, um weiterhin der König seines Reiches zu sein».

(km)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jaje am 19.06.2019 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja

    jaa, Asche über unser Haupt! Wir sind an allem Leid und Übel dieser Welt schuld...ironie off

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  • Schulmeister am 19.06.2019 17:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verdorben durch CH

    Sicher sein Vater war vor ihm ein "lupenreiner Demokrat". Die KIM-Dynastie war ausser ihm immer demokratisch!

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  • MrX8600 am 19.06.2019 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gähn

    Dieses Thema ist bereits so alt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Oberli am 12.07.2019 06:29 Report Diesen Beitrag melden

    Liebefeld (Köniz)

    "Zwei Jahre lang drückte Kim Jong-un in Bern die Schulbank." Herr Kim ging im Liebefeld (Köniz) zur Schule.

  • Carl Ludwig am 22.06.2019 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage:

    Ob er wohl noch berndeutsch versteht und spricht?

    • lu am 30.06.2019 20:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Carl Ludwig

      Schweiz ist ein wunderbares Land, mit vier Landessprache und etliche Dialekte die kaum öppe noch kennt, woher sollte der arme Kim nach knappe zwei Jahre Bernisch schwätzen?

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  • Dä Jesus am 20.06.2019 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich glaube ich verwechsle was

    Ich denke nicht, dass zwei Jahre in einer autoritären Diktatur wie der Schweiz leben, einen Jungen dazu verleitet, die Speerspitze der Demokratie in der jeder einzelne Bürger frei seine Meinung äussern darf, ohne repressionen zu erwarten, die sein Grossvater aufgebaut hat und sein Vater erfolgreich weiter geführt hat, ebenfalls in eine autoritäre Diktatur zu verwandeln

  • Mike am 20.06.2019 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FN

    Typisch Washington Compost. Dauernd Behauptungen aufstellen ohne Fundament.

  • Prof. Dr. Dr. am 20.06.2019 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist der Beweis!

    Die Weiterbildungsangebote in der Schweiz sind weltführend. In nur 2 Jahren schafft es sogar ein Vorpubertierender zum Eidg. dipl. Diktator mit FA. Ohne den Schweizer Abschluss wäre er nicht dort wo er heute ist. Da kann uns kein Land das Wasser reichen!!!