Bern

06. November 2019 15:20; Akt: 06.11.2019 15:20 Print

Wo man Organspendern «Merci» sagen kann

600 Menschen wurden im letzten Jahr durch eine Organspende gerettet. In Bern sollen sich die Empfänger bei ihren Rettern bedanken können.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein pochendes Herz in der Brust, die Niere eines Unbekannten, die zum Weiterleben hilft: Doch wer war der Mensch, dessen Organ nun in einem weiterlebt? Obwohl der Empfänger so viel mit dem Spender teilt, ist dessen Identität stets unbekannt. Auch ist es für die Patienten nicht möglich, sich bei ihm persönlich zu bedanken.

Umfrage
Haben Sie einen Organspenderausweis?

In Bern gibt es nun aber einen Ort, wo Empfänger von Organen ihre Dankbarkeit deponieren können: Auf dem Areal des Berner Inselspitals hat der Basler Künstler Reto Leibundgut den Ort des Dankes erschaffen. Konkret sind es ein Weiher, ein Steinteppich, eine grosse Steinskulptur und massive Eichenbänke. Der neue Ort des Dankes befindet sich im sogenannten Inselpark oberhalb der Effingerstrasse.

600 Organspenden pro Jahr

Initiant des Orts des Dankes ist Franz Immer, Direktor der Stiftung für Organspende und Transplantation Swisstransplant. Wie er sagte wurden letztes Jahr gesamtschweizerisch etwas über 600 Organtransplantationen durchgeführt, etwa ein Viertel davon am Berner Universitätsspital Insel. Immer fand, dass es auf dem Berner Insel-Areal einen Ort braucht, wo Organempfänger, aber auch Angehörige, ihre Dankbarkeit ausdrücken können.

Orte zum Innehalten

Die Berner Insel-Gruppe setzte in der Folge eine Jury ein, welche schliesslich Reto Leibundgut für die Gestaltung engagierte. Leibundgut erhielt 1999 den Eidgenössischen Preis für freie Kunst. Er ist als Videokünstler, Bildhauer und Fotograf tätig und ist Absolvent der Hochschule für Gestaltung, Kunst und Konservierung in Bern.

(miw)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • silvia am 06.11.2019 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    So nah und doch so fern

    Gänsehaut. Ich stelle mir das wahnsinnig vor, wenn man das Organ eines fremden Menschen in sich trägt.

    einklappen einklappen
  • Patient am 06.11.2019 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke sagen

    Ich habe alle Kommentare gelesen. Ein einziger bezieht sich auf den Artikel, nämlich den Ort des Dankes. Alle anderen diskutieren über das dafür und dagegen aber darum soll ja gar nicht gehen. Ich werde auch an diesen Platz gehen. Zum einen weil ich Bekannte habe welche ihre Organe gespendet haben zum anderen weil ich schon ein paarmal Spender - Blut bekommen habe. Auch dafür möchte ich dort danken. Ich finde es schön, dass es diesen Ort gibt.

    einklappen einklappen
  • Babette am 06.11.2019 15:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich gebe und ich will keine Organe

    Und von wo kommen alle diese Organe? Sah gestern einen Film, in welchem in China x junge Menschen getötet werden um an deren Organe zu kommen, nun stellt sich mir die Frage, wer bekommt deren jungen und gesunden Organe. Wird da geübt, um den Reichen alten und derem Nachwuchs Organe zu geben. Ich bin noch heute schockiert nach diesem Film.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Roger Campos am 07.11.2019 10:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Tom am 07.11.2019 00:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle Organ Transplantations Befürworter

    sollten einmal den Sterbeprozess eines sehr geliebten Menschen über seine ganze Zeitdauer Tag und Nacht miterleben! Sie würden schlagartig ihre Vorstellungen ändern! Sterben ist ein sehr tiefer und würdiger Prozess, der beeindruckend ist und zu dem auch das Sterben des Körpers mit all seinen langsamen Veränderungen über Tage gehört, nicht bloss eine Hirntot-Messung!! Geben wir dem Sterben wieder Raum, Platz und Würde und hören wir auf, Menschen als Maschine und Ersatzteillager zu betrachten!

  • Dani8000 am 06.11.2019 20:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnvoll, schön und Danke!

    Ich war selbst mit dem Thema konfrontiert ... Ich denke, dass für Angehörigen der Spender genau so ein Platz bei der Bewältigung der Situation Hilfe bieten kann. Ebenso haben Empfänger nun einem Platz um einen Moment von ihrem Leben widmen zu können, wo sie ihre Dankbarkeit aussprechen können. Lasst bitte solche Orte einfach ihren Nutzen oder haltet euch fern. Auch die Kirchen lassen wir im Dorf stehen.

    • Tom am 07.11.2019 00:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nö!

      Kritikern den Mund verbieten zu wollen oder sich anzumassen ihnen zu raten sich fernzuhalten ist ein Nogo! Und selbst wenn du mit dem Thema konfrontiert bist gibts sehr wohl Gründe für massive Kritik!! Denn es gibt katastrophale Schattenseiten, bitte befasse dich zur Vollständigkeit deiner Weltanschauung auch noch etwas damit!

    einklappen einklappen
  • Beobachter am 06.11.2019 20:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nun!

    Organe kann man nur aus einem lebenden Körper entnehmen. Da ich auch mein Körper bin und Sterben ein Prozess ist, der nicht mit einer in den 70ger Jahren erfundenen Diagnose genannt hirntot abgeschlossen ist stellt sich mit nicht die Frage nach spenden oder empfangen!

  • Leser am 06.11.2019 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    600 gerettet?

    Was heisst gerettet? Mich würde ihre aktuelle Lebensqualität interessieren und wieviele von ihnen in 2 Jahren noch leben...!

    • Dani8000 am 06.11.2019 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leser

      Die Ausgangslage ist in den meisten Fällen so, dass diese Patienten ohne Spende keine Antwort nach 2 Jahren liefern könnten... Was wird wohl die Antwort sein? Lassen wir das doch besser im Raum stehen!?

    einklappen einklappen