Orpund BE

22. Juli 2016 09:48; Akt: 22.07.2016 09:49 Print

Wohnte das Mordopfer im benachbarten Brügg?

Die getötete 66-Jährige ging anscheinend seit Jahren regelmässig im Wald in Orpund spazieren, soll aber aus Brügg stammen. Der Täter ist noch auf der Flucht.

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Die 66-jährige Frau, die am Montag tot im Burgerwald bei Orpund gefunden wurde, soll im benachbarten Brügg gewohnt haben. Dies schreibt das «Bieler Tagblatt» unter Berufung auf mehrere Quellen. Anscheinend war die Frau vielen Leuten in der Region bekannt – so auch der Spaziergängerin, die ihre Leiche fand: «Ich sah sie seit Jahren regelmässig mit ihrem Dackel im Burgerwald spazieren. Wir wechselten oft ein paar Worte», sagt sie zur Tageszeitung. Die Verstorbene sei immer sehr freundlich gewesen und habe meistens über ihren Rauhaardackel geredet.

«Als ich den Hund neben der Toten sah, war ich praktisch sicher, dass es sie ist», sagt die Spaziergängerin weiter. Der Dackel sei nach der Entdeckung kurz aus dem Gestrüpp gelaufen und habe sich umgeschaut, bevor er wieder in Richtung Leiche zurückgegangen sei. Eine zweite Hundehalterin erschien wenig später am Fundort und alarmierte mit ihrem Handy die Polizei. Diese sperrte das Gebiet und fragte Passanten, ob sie tags zuvor in der Nähe des Tatorts gewesen seien und ob ihnen etwas aufgefallen sei.

Mehrere Hinweise zum Auto eingegangen

Am Mittwoch veröffentlichte die Kantonspolizei Bern einen Fahndungsaufruf nach dem Auto des Opfers. Es ist möglich, dass der Täter mit dem grauen Chevrolet Matiz floh. Laut der Spaziergängerin parkte die Verstorbene das Auto meist an der gleichen Stelle in Waldnähe.

Bei der Polizei sind inzwischen mehrere Hinweise zum Auto eingegangen. Es sei jedoch noch nicht möglich, anhand dieser Informationen eine «belastbare Aussage» zu machen, wie Sprecher Christoph Gnägi zum «Bieler Tagblatt» sagte. Bis jetzt ist lediglich bekannt, dass die Frau durch «massive stumpfe Gewalt» gestorben ist. Hinweise auf ein Sexualdelikt liegen nicht vor. Auch der Dackel wurde leicht verletzt, es geht ihm laut Gnägi inzwischen wieder gut.

Ein Dorf in Angst

In Orpund ist die Stimmung derweil von Angst geprägt. Jogger und Hündeler meiden den Wald oder wagen sich nur noch in Gruppen hinein, im Dorf fragen sich die Leute, wer der Täter sein könnte. Viele fühlen sich von der Polizei nicht ausreichend informiert.

Die Polizei arbeite derzeit mit Hochdruck an der Lösung des Falls, sagte Gnägi zu 20 Minuten. Rund 80 Polizisten durchsuchten laut «Bieler Tagblatt» am Dienstag im Orpunder Werkhof Robidog-Säcklein in der Hoffnung, einen Hinweis zu finden. Auch diversen Hinweisen aus der Bevölkerung wird nachgegangen. Die Polizei geht nicht von einem Wiederholungstäter aus: «Zurzeit gibt es keine konkreten Hinweise darauf, dass die Tat mit anderen Delikten in Zusammenhang steht», so Gnägi.

(kaf)