Jagdfehler in Solothurn

13. August 2019 14:11; Akt: 13.08.2019 14:23 Print

Jäger erschiesst aus Versehen drei Schweine

Wollschweine haben Hängeohren und flauschige Borsten, Wildschweine spitze Öhrchen und grosse Schnauzen. Dennoch verwechselte ein Solothurner Jäger die Tiere.

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Ein grober Fehler beschäftigt die Jagdgesellschaft Froburg aus Olten seit mehreren Monaten: Einer ihrer Jäger erschoss Anfang Jahr versehentlich drei zahme Wollschweine. Der Schütze verwechselte die herzigen Säuli namens Schinkli, Löckli und Fee mit Wildschweinen.

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Für den Besitzer der Tiere ist der Irrtum alles andere als plausibel: «Die müssen doch feisse Wollschweine mit Hängeohren von Wildschweinen unterscheiden können», sagt der Mann aus Lostorf zur «Solothurner Zeitung». Für den Abschuss seiner Tiere forderte der Besitzer anfänglich rund 3000 Franken Schadensersatz. Dies unter anderem, weil eine Sau zwei Wochen später hätte Junge zur Welt bringen sollen.

Staatsanwaltschaft untersuchte den Abschuss

Doch der Forderung kam die Jagdgesellschaft nicht nach. Denn das Gesetz entlastete den Jäger. Die Solothurner Staatsanwaltschaft sah kein strafbares Verhalten. Dies, weil zwischen Woll- und Wildschweinen eine grosse Ähnlichkeit bestehe. Und auch, weil die Schweine vorab aus dem Gehege ausgebüxt seien und sich auf freier Wildbahn aufgehalten hätten.

Für die drei toten Wollschweine offerierte der Jagdverein dem Besitzer nach dem irrtümlichen Abschuss dennoch pauschal 300 Franken für den Verlust. Dieser Betrag wurde vergangene Woche nun überwiesen, die Geschichte hätte damit ad acta gelegt werden sollen.

Trotz allem: Wütender Besitzer

Für den Besitzer scheint die Sache aber noch nicht erledigt zu sein. In der «Solothurner Zeitung» ärgert er sich jetzt über die Folgen der Tat. Er reklamiert, dass man aufgrund der Verwechslung die Tiere alle aufs Mal habe metzgen müssen – die Tiefkühltruhen seien nun bis zum Rand mit Fleisch gefüllt.

Für den Jagdverein dagegen ist die Sache gegessen: «Wir sagen nicht, dass kein Fehler passiert ist. Es lagen ja eindeutig keine Wildschweine auf dem Boden.» Aber sie seien von der Staatsanwaltschaft und der Jagdverwaltung entlastet worden.

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Blasius am 13.08.2019 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Prominenter Schütze

    Der Jäger ist ein bekannter Mann, der Kontakte zur Wirtschaft, Politik und Behörden hat. Deshalb ist sein Name im Artikel nicht erwähnt und man hat keine Anklage erhoben.

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  • Nancy Kraus am 13.08.2019 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Patent zurückgeben aber sofort

    Es sind Ereignisse, die sich häufen. Es gibt einach zuviele Jäger, die keine Ahnung haben und eine Gefahr für die Umwelt sind. Dieser Jäger sollte auf alle Fälle sein Patent abgeben.

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  • kalauer am 13.08.2019 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Brillenpflicht

    Gibt es auch Brillenpflicht für Jäger? Meines Wissens nach haben Wildschweine Hauer, zumindest die Eber!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Antonietta/Tumminello am 19.08.2019 08:22 Report Diesen Beitrag melden

    gegen die Jagd!

    Die Jagd unnötig, kontraproduktiv und grausam

  • Thomas Eichkorn am 15.08.2019 20:56 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Die Wollschweine hätten auch erlegt werden müssen, um eine Kreuzung mit Wildschweinen zu verhindern. Der Eigentümer sollte froh sein, dass die Sache für ihn so glimpflich ausging. Er muss sicherstellen dass die Wollschweine nicht ausbrechen.

  • LM AA am 15.08.2019 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Rechtsausweitung

    Bei Sichtung von Jägern, sollte die Bevölkerung das Recht erhalten mit Kanonen die Gefahr abzuwenden.

  • Caro Schlü am 15.08.2019 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Jagdschein abgeben

    Wenn ein Jäger Wildschweine nicht von Wollschweinen unterscheiden kann, sollte er seinen Jagdschein abgeben.

  • Gero F am 14.08.2019 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    drei Braune Eber erlegt

    Schade es wäre besser gewesen wenn er drei Braune Eber erlegt hätte, dann würde der Nachwuchs geregelt.