Männer verdienen, Frauen bezahlen

23. November 2018 12:26; Akt: 23.11.2018 14:35 Print

Auch YB-Frauen werden zweitrangig behandelt

von Mira Weingartner - Erst als Aushängeschild in die Kamera gelächelt, dann zu zahlenden Fans degradiert: Auch die Frauen des BSC Young Boys haben einen schweren Stand. So etwa beim Spiel gegen Manchester United.

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Weil der FC Basel seine Spielerinnen während der 125. Geburtstags-Gala Tombolalose verkaufen liess, musste der Basler Verein viel Kritik einstecken. Es wird von Demütigung der Frauen und von einem Skandal gesprochen, im In- und Ausland – mittlerweile solidarisierten sich lokale Politiker mit den Fussballerinnen aus Basel.

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Wie 20 Minuten weiss, müsste man sich aber auch mit den Spielerinnen des aktuellen Schweizer Meisters solidarisieren. Denn auch beim BSC Young Boys wurden Frauen zweitrangig behandelt – etwa beim ersten Champions-League-Spiel gegen Manchester United.

Kurzer Auftritt der Kickerinnen

Vor der königlichen Partie fiel dem U-19- und dem NLA-Team der Frauen die Ehre zu, kurz vor Spielbeginn auf dem Spielfeld das Champions-League-Banner in die weite Welt hinauszutragen. Die Fussballerinnen posierten für Fotografen und lächelten in die TV-Kamera. Doch nach dem Schaulaufen auf dem Rasen war Schluss mit Ruhm und Ehre: «Nach dem Auftritt mussten die Frauen das Stadion wieder verlassen», erzählt eine Insiderin 20 Minuten.

Wollte eine Fussballerin das Spiel ihrer männlichen Kollegen live im Stadion verfolgen, musste sie dafür in die eigene Tasche greifen. Die YB-Kickerinnen hätten gar wie alle anderen Besucher noch einmal durch die normalen Eingänge ins Stadion gelangen müssen. «Erst für den Verein posieren und dann doch zweitrangig behandelt werden – das ist demütigend», meint die Frau, die anonym bleiben möchte, weiter.

YB rechtfertigt sich

20 Minuten hat YB mit den Anschuldigungen konfrontiert. Pressesprecher Albert Staudenmann rechtfertigt sich: Einerseits hätten die Frauen von einem günstigen Angebot profitieren dürfen. «Den Spielerinnen und allen Nachwuchsspielern wurde nach der Auslosung der Gruppenphase, die den Young Boys die höchst attraktiven Gegner Manchester United, Valencia und Juventus Turin beschert hatte, die Möglichkeit geboten, Tickets zu Sonderpreisen zu kaufen», sagt Staudenmann.

Andererseits habe es auch ein logistisches Problem gegeben: Zwar seien die Damen nach ihrem Auftritt in die Kabinen zurückgekehrt, um sich umzuziehen. «Aus logistischen Gründen war es dann nicht möglich, die rund 30 Spielerinnen am Spielfeldrand zu ihren Plätzen im Sektor B zu führen, weil ja das Spiel bereits begonnen hatte.» Aus diesem Grund habe man entschieden, dass die Spielerinnen via den Quartierplatz wieder ins Stadion und zu ihren Plätzen gelangen sollten.

YB-Fussballerin: «Bei uns wird gespart»

«Etwas unsportlich», findet Barbara Ruf von der kantonalen Fachstelle für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern das Verhalten von YB. Der Wandel der Geschlechterrollen finde aber derzeit im Sport statt: «Fussball spielende Mädchen sind heute eine Selbstverständlichkeit», sagt Ruf. Auch bei den Vereinen müsse nun ein Umdenken stattfinden.

In einem Gespräch der Zeitung «Der Bund» mit YB-Spielerin Florijana Ismaili wird weiter klar, dass die Vereine definitiv über die Bücher müssen: «Die Clubs sparen zuerst bei den Frauenteams, wenn sie sparen müssen», sagte die Profifussballerin. Insgesamt bekomme ein Frauenteam immer noch viel weniger Aufmerksamkeit und viel weniger Geld als eine Männermannschaft.

Der Auftritt der YB-Frauen:

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Toni Montana am 23.11.2018 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Wie schlimm

    Ohh wie schlimm.Wir Männer werden vor Clubs und Discos auch benachteiligt,um nur ein Beispiel von tausenden zu erwähnen.Ausserdem ist Männer-Fussball eindeutig Weltweit wichtiger und interessanter.

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  • keypeele85 am 23.11.2018 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    na und?

    Männermodels verdienen sicher auch weniger und sind allg. nicht so gefragt wie Frauen. Fussball ist nunmal ein Männersport.

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  • MeinGott am 23.11.2018 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kopfschüttel

    Na kommt schon Leute...einmal ist dann auch wieder gut mit dem Thema.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • RoSu am 27.11.2018 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo FCB-Frauen

    Neid der Frauen, die nicht mit einem Fussballer vom FCB liert sind.

  • Moser am 25.11.2018 13:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Mann

    Ich musste auch brzahlen...

  • Tamara Fuccibello am 24.11.2018 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seichte Handlung

    Toll finde ich dass die Frauen überhaupt be-handelt werden und nicht miss-handelt.

  • Rose am 24.11.2018 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fussball und so Zeugs

    Das ist schon lange kein Fussball mehr!! Es gibt schönere Sportarten, daher ist es mir egal was da abgeht! Auch Gleichberechtigung ist kein Thema für mich! Wenn ich mich nicht gerecht behandelt fühle, gehe ich dort nicht mehr hin! Die Welt ist gross und weit!

  • Sporticus am 24.11.2018 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abzocker

    Die männlichen Fussballer sind eh massivst überbezahlte Abzocker. Die kassieren mit ihrem bisschen hinter dem Ball herrennen mehr als die meisten Konzernchefs. Kein Verhältnis zwischen Leistung und Ertrag! So gesehen sind die Fussballerinnen mehr Sportler als die Männer.