Bern-Bümpliz

13. Februar 2019 05:46; Akt: 13.02.2019 05:46 Print

Kater Yoschi wird mit Luftgewehr beschossen

Als Katze Yoschi nach einem Unfall geröntgt wird, folgt für die Familie Steiner der nächste Schock: Im Körper des zweijährigen Katers befinden sich zwei Projektile.

Yoschi geht es wieder besser. (Video:bho)
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Katzen haben laut dem Volksmund sieben Leben. Diese Weisheit bewahrheitete sich glücklicherweise auch im Falle der zweijährigen Katze Yoschi: Nachdem er vor einer Woche von einem Auto angefahren worden war, musste er im Tierspital notoperiert und gerettet werden. In den nächsten sechs bis sieben Wochen muss sich die Katze stillhalten und die Verletzungen in einem Gitterkäfig auskurieren.

Der eigentliche Schock folgte am Abend nach dem Unfall: «Die Ärztin rief uns an und erzählte, dass sie bei den Röntgenaufnahmen zwei Luftgewehrprojektile im Körper von Yoschi entdeckt hatten», erzählt Besitzer Daniel Steiner. Diese hätten nicht direkt mit dem Umfall zu tun und seien möglicherweise bereits seit Monaten im Körper gewesen. «Das war wie ein Schock für mich und meine Frau.»

Täter aus direkter Nachbarschaft

Auf den Röntgenaufnahmen sind die beiden Projektile deutlich zu sehen. Dass gleich zwei Schüsse abgefeuert wurden, deutet auf einen gezielten Angriff hin. Yoschi hatte Glück. Die Projektile hätten die Organe nur knapp verfehlt.

«Bei einem Schuss in den Kopf wäre er sofort tot gewesen.»

Die beiden Katzen der Steiners seien viel draussen anzutreffen, aber: «Sie gehen selten weite Wege und sind immer in der Nähe. Das bedeutet, dass jemand aus unserer direkten Nachbarschaft auf Yoschi geschossen hat. Das ist zutiefst beunruhigend», so der Berner.

«Dass sich Projektile in Tieren übere längere Zeit nicht zwingend bemerkbar machen müssen, ist möglich», sagt Tierärztin Anna-Lena Neuheuser von der Kleintierpraxis Laupeneck. Die Haut könne sich bei kleinen Schrotkügelchen innert 24 Stunden wieder verschliessen und somit würde man auch kein Blut entdecken. Sie rät den Katzenbesitzern: «Das Tier sollte regelmässig abgetastet werden und bei Blutspuren sollte der Tierarzt kontaktiert werden.»

Yoschi hat das Schlimmste überstanden

Bei der Polizeistelle in Bümpliz hat die Familie Steiner am Montag Anzeige gegen Unbekannt erstattet, wie die Kantonspolizei Bern gegenüber 20 Minuten bestätigt. «Man hat uns erzählt, dass eine solche Anzeige wichtig sei», so Steiner. Die Wahrscheinlichkeit sei jedoch gering, dass man den Täter ausfindig machen könne.

Da in der Nachbarschaft viele Katzen leben würden, soll der Fall aber auch andere Besitzer warnen.

«Mit meiner Frau verteile ich Flyer und möchte die Menschen sensibilisieren.»
Zudem postet er auf den sozialen Medien verschiedene Aufrufe und Beiträge, die auf reges Interesse stossen und zahlreich geteilt werden.

Yoshi erholt sich zurzeit. «Die Heilung braucht Zeit, aber er sollte keine bleibenden Schäden davontragen», so Steiner. Das Schlimmste für die Katze selbst seien nicht die Verletzungen: «Die sechs bis sieben Wochen im Gitter werden für ihn sicherlich zur Qual», meint der Berner.

(bho)