Bern-Breitenrain

14. April 2016 15:59; Akt: 14.04.2016 16:29 Print

Zerfetzte Krähen schockieren Anwohner

Bereits mehrmals sind im Berner Nordquartier tote Krähen aufgefunden worden, zuletzt am Mittwoch. Anwohner vermuten einen gewaltsamen Tod.

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Lautes Gekrächze und weisse Flecken auf dem Trottior: Im Berner Breitenrain-Quartier sind die Krähen schon länger ein Aufreger. Doch nun scheint es, als ob einige Anwohner im Quartier zur Selbstjustiz greifen. Wie Telebärn berichtete, sind schon mehrmals tote Krähen im Quartier aufgefunden worden – das letzte Mal am Mittwoch. Die Kadaver seien eingesammelt worden und im Tierspital untersucht worden. «Diagnose: unklar.» Gegenüber Telebärn sagt der Präsident des Quartierleists, Thomas Ingold: «Ich habe gehört, dass einige wohl zur Selbsthilfe gegriffen haben.» Er distanziere sich von solcher Selbstjustiz, könne es aber nachvollziehen, wenn Leute zu dieser Massnahme greifen.

Zu 20 Minuten sagt Ingold: «Ich vermute, dass die Krähen gewaltsam umgekommen sind.» Normalerweise würden nicht soviele Krähen aufs Mal sterben. Als Todesursache kann gemäss Telebärn Erschiessen und Vergiften ausgeschlossen werden.

Wurden die Krähen überfahren?

Rolf Siegfried ist einer von vielen Anwohnern, die sich ob dem Lärm und dem Dreck, die die Krähen verursachen, aufregen. Siegfried hat acht Krähennester direkt vor dem Schlafzimmerfenster. «Manchmal fängt der Krach schon kurz nach Mitternacht an.» Er hat auf seinem Weg durchs Quartier schon mehrere tote Krähen gefunden, erzählt er. «Sie sahen aus, als ob sie überfahren worden sind, so flachgedrückt waren sie», beschreibt Siegfried den grausigen Anblick. Ob die Krähen schon vorher tot gewesen waren, kann er aber nicht sagen.

Als Anwohner ist auch Ingold tagtäglich mit der Krähenplage konfrontiert. «Ich laufe aktiv andere Wege, um zu verhindern, dass mir die Krähen auf den ‹Kopf scheissen›», so der Quartierleist. Er kenne viele Anwohner, die sich über die Untätigkeit der Stadt aufrege. So auch Siegfried: «Ich bin kein Tierlifeind, aber die Stadt muss endlich etwas machen.» So könne man etwa die Eier aus den Nestern holen oder die Nester gleich ganz entfernen. «Auch könnte die Stadt die Bäume so schneiden, dass die Krähen ihre Nester nicht mehr bauen können», schlägt Siegfried vor.

Uhu-Attrappen gegen die Krähenplage

Die Stadt versucht derweil, mit Uhu-Attrappen und anderen Strategien, der Krähenplage Herr zu werden. «Die Attrappen sind die einzige Massnahme, die bisher den gewünschten Erfolg gebracht haben», sagt Sabine Tschäppeler, Leiterin der Fachstelle Natur und Ökologie. Auch die Umplatzierung von Krähen-Nestern werde geprüft. Die Eier aus den Nestern der Krähen zu entfernen sei aber keine Möglichkeit: «Dazu bräuchte man erstens Hebebühnen, und zweitens sind die Tiere während der Brutzeit geschützt», so Tschäppeler.

Dass die Plastik-Eulen die Krähen mit Erfolg vertreiben, sieht man an der Tellstrasse. Urs Frieden, Anwohner und Präsident der IG Wankdorf: «Seit wir die Uhu-Attrappen haben und Lärm machen, sind wir krähenfrei.» Die Plastik-Uhus seien also nicht nutzlos, wie einige Anwohner meinen.

(aha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anna am 14.04.2016 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krieg

    Schon was gehört von Krieg zwischen Mäusebussarden und Krähen,die zerfetzen einander wenns um ihre nester.

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  • AntiTheist am 14.04.2016 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    krähen sind zu schlau um langfristig..

    die uhu attrappen sind kurzfristig wirksam - aber krähen gehören zu den intelligentesten tieren überhaupt und werden das irgendwann durchschauen.

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  • thomas am 14.04.2016 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    krähen

    Und dieser Herr, der wegen den Krähen nicht ausschlafen kann, dem möchte ich nur sagen, die Krähen gehören zur Natur, ihr Auto schadet der Natur. Krähen sind sehr intelligente Vögel, möchte schon fast mit der Behauptung sagen, intelligenter als der Mensch, Krähen zerstören ihren Lebensraum nicht!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Big. B am 14.04.2016 19:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jrähe= raubtier

    ihr wisst schonn das krähen schlimmere räuber sind als wölfe nd bären. krähen picken kühen, schaffe sogar pferde die augen aus damit die tiere elendig sterben um dann vom der krähe gegessen zu werden. also leute liber mehr wölfe nd bären als aber tausende krähen.

  • Donna M. am 14.04.2016 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlauer Vogel

    Vielleicht liegt es daran, das die Vögel, jetzt im Frühling, ihre Nester verteidigen. Das würde erklären, warum die eigentlich tagaktive Krähe in der Nacht zu hören ist. Wir haben in der Nähe zwei Krähennester. Sie stören mich nicht, weil es faszinierend, schlaue Vögel sind. Ausserdem ist sie ein unglaublich schöner Vogel.

  • Nick am 14.04.2016 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lasst die Krähen leben; schaut denen doch mal zu

    Sin interessante Tiere und immer wird gleich geschossen geköpft und vergiftet... lasst die Tiere in Ruhe, die gehören zur Natur dazu!

  • Franz Von Assisi am 14.04.2016 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krähen

    Krähen haben auch ein Recht zu leben. Der Mensch holzt rund um Bern Wälder und Gehölz ab ohne nachzudenken was mit den Tieren passiert. Ihr Lebensraum wird immer kleiner. Ausserdem sind Krähen sehr intelligente Tiere, was man von einigen Menschen nicht sagen kann. Deshalb sind mir Krähen die halt manchmal etwas laut sind 1000 x lieber als solche Zeitgenossen die von Tieren keine Achtung haben.

  • Guten Morgen am 14.04.2016 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    What!

    Kann jemand nicht schlafen wegen ein paar Krähen? Ich kann langsam nicht mehr schlafen wenn ich an solche Kommentare denke. Wenn sie ernstgemeint sind.