Notfallübung in Noflen BE

13. Juni 2018 18:05; Akt: 13.06.2018 18:05 Print

In Gummianzügen gegen Schweinepest

von Raphael Casablanca - Was tun, wenn die Afrikanische Schweinepest die Schweiz erreichen sollte? Spezialisten haben am Mittwoch auf einem Hof in Noflen BE den Ernstfall geprobt.

Spezialisten üben auf einem Bauernhof in Noflen BE den Ernstfall. Denn eine Tierseuche könnte auch in der Schweiz jederzeit auftreten. (Video: 20 min / Raphael Casablanca)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Tierseuchen sind auf dem Vormarsch, auch die Afrikanische Schweinepest. Erst letztes Jahr wurden deren Krankheitserreger in verschiedenen osteuropäischen Ländern – so etwa in Teilen Tschechiens – festgestellt. «Durch den heutigen Flugverkehr können sich solche Krankheitserreger sehr schnell verbreiten», weiss Reto Wyss, Präsident der Vereinigung von Schweizer Kantonstierärtzten. So ist auch die Schweiz vor solchen Keimen nicht sicher.

Umfrage
Haben Sie Angst vor Tierseuchen?

Um beim Befall einer Tierseuche entsprechend vorbereitet zu sein, übte der Zivilschutz nun ein Standard-Verfahren ein. Hierfür übten die Einsatzkräfte am Mittwoch in einer Schweinemast-Anlage in Noflen BE den Ernstfall.

Über 30 ausgebildete Einsatzkräfte in gelben Gummianzügen und mit Gasmasken waren auf dem Hof in Aktion. Dieser wurde mit farbigen Absperrbändern als «Schadenplatz» eingezäunt und in verschiedene Gefahrenzonen unterteilt: «Die rote Zone ist der Bereich, in der sich die befallenen Tiere befinden. In dieser Zone gibt es die meisten Krankheitserreger», erklärt Reto Wyss.

Damit die Krankheitserreger nicht ausbrechen, ist höchste Vorsicht geboten: Die Arbeiter müssen jeweils beim Zonenübertritt eine Quarantänezone passieren. «Bei dieser Schleuse werden die Personen so desinfiziert, dass 99 Prozent der Krankheitserreger abgetötet werden», so Wyss.

«Wichtigste Massnahme»: Töten der verseuchten Tiere

Dann folgt laut dem Veterinärdienst die «wichtigste Bekämpfungsmassnahme»: das Töten der verseuchten Tiere. Diese werden mit starken Elektroschocks innert Kürze vor Ort erlegt.

Zivilschutz bereitet sich auf Tiersuechen vor

Die infizierten Kadaver müssen anschliessend in hermetisch dichten Containern abtransportiert und zur seuchensicheren Entsorgung nach Lyss BE gebracht werden. Anschliessend können die leeren Stallungen entmistet, gereinigt und desinfiziert werden – gar mit Zahnbürsten wird jede kleinste Ecke akribisch gereinigt. Für die gesamte Reinigung und Sanierung eines verseuchten Betriebs rechnet der Veterinärdienst mit einem Zeitaufwand von durchschnittlicher einer Woche.

130 Personen für Einsätze zur Seuchenabwehr ausgebildet

Der Kanton Bern verstärkte seine Präventionsmassnahmen nach den verheerenden Epidemien von Maul- und Klauenseuche in England 2001 und 2008. Die darauf folgende schweizweite Seuchenübung im Jahr 2011 habe zu einer umfassenden Anpassung der Konzepte zur Seuchenvorsorge im Kanton Bern geführt, heisst es in der Mitteilung des Veterinärdienstes weiter.

Der Veterinärdienst verfüge über zehn amtliche Tierärzte, die im Ernstfall die Leitung eines Schadenplatzes übernehmen könnten. Beim Zivilschutz seien zudem rund 130 Spezialisten für Einsätze bei der Seuchenabwehr ausgebildet.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B4b4 d4s Orihjn4l am 13.06.2018 18:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dänemark

    baut einen Zaun um sein Land und verschärft das Asylrecht,wer den Zusammenhang findet,darf ihn behalten .

    einklappen einklappen
  • EDI am 13.06.2018 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natur

    Zukunft ohne Menschen, den die Natur erobert alles zurück;)

  • Thewalkingdead am 13.06.2018 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    Seuchen Schutz

    Also Ich hätte eine Coole Cargo Hose an, Paar Jordans, 0815 Shirt und natürlich eine cool aussende Waffe, und Rucksack und immer Top gestylt wie in jeder Apokalypse TV Serie.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Schmuggeljoe am 14.06.2018 02:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fliegende Schweine?

    Das kommt wohl kaum vom Flugverkehr, sondern von diesen ganzen neuen Handelsabkommen und dem Agrarimport.!

  • Justus am 14.06.2018 02:15 Report Diesen Beitrag melden

    Das Elend kommt

    Es ist nur eine Frage der Zeit. Auch Europa wird nicht verschont werden. Nur wer seuchentechnische Vorkehrungen trifft wie etwa Amerika, Kananda oder Australien hat eine Chance. Aber die EU hat keine Chance mit ihren fehlenden Grenzen und laschen Kontrollen.

  • Bella am 14.06.2018 01:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    UNRECHT

    Schrecklich .... wenn von Tieren resp. Nutztieren die Rede ist hat man das Gefühl es handelt sich um MÜLL ! Töten und entsorgen . Wenn mal die Abrechnung für die Menschheit kommt dann wird es teuer

  • Alles Rein am 14.06.2018 01:05 Report Diesen Beitrag melden

    Nachbars Kontinent

    Freier Handel, freies Reisen egal ob Völkerwanderung, Saharastaub, Ebola, HVI, Lassafieber oder eben die Schweinepest.

  • Köbi am 14.06.2018 00:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Zum Glück gibt es Leute die sich zu solchen speziellsten Ausbilden lassen und diese Arbeit für uns mit gewissen erledigen!! Danke