Interlaken BE

04. September 2019 17:09; Akt: 04.09.2019 17:09 Print

Sind diese Bahnübergänge die gefährlichsten?

Ein Filmteam spielte auf einem Bahnübergang in Interlaken den Ernstfall nach. Das Video soll künftigen Unfällen entgegenwirken.

Markus Meier, Sicherheitsfachmann bei der BLS, im Interview. (Video: 20Min / miw)
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Sechsmal überquert die Bahnlinie in Interlaken die Strasse. Immer wieder kommt es auf diesen Bahnübergängen zu brenzligen, teils richtig gefährlichen Situationen. Vorfälle mit zwischen den Schranken eingeklemmten Autos, die vom Zug weggeschleudert werden, und Insassen, die sich Sekunden zuvor noch knapp retten können, gibt es so immer wieder. 2016 wurde gar ein Reisebus von einem heranbrausenden Intercity-Express erfasst; 17 taiwanische Passagiere wurden verletzt.

Ein Video-Clip soll nun dafür sorgen, dass nicht noch Schlimmeres passiert. Am Mittwoch standen bei der Überführung an der Postgasse Dreharbeiten an. Der Präventions-Clip – ein Projekt des Bundes, der SBB und der Lötschbergbahn (BLS) – soll auf die Gefahren bei der Gleisüberquerung aufmerksam machen.

Schauspieler stellten vor Ort eine besonders gefährliche, allerdings typische Gefahrensituation nach: Im Strässchen staut sich der Verkehr, die Barrieren senken sich, ein Auto bleibt auf dem Bahntrasse stehen, während ein Zug heranbraust. Nur dank dem beherzten Eingreifen eines Superhelden kommt der Insasse des Wagens unbeschadet davon.

Das Andreaskreuz falsch gedeutet

Dass man für diese nationalen Kampagne Interlaken als Drehort gewählt hat, ist natürlich kein Zufall. Doch was macht die dortigen Bahnübergänge so gefährlich? «Die Übergänge in Interlaken sind eigentlich nicht gefährlich. Sie entsprechen alle den Vorgaben», sagt Markus Meier, Fachspezialist Sicherheit der BLS.

Eines der Probleme in Interlaken seien jedoch die ortsunkundigen Lenker – sprich die vielen Touristen. «Sie kennen die Signale nicht, die wir hier haben», sagt Meier. Das Andreaskreuz sowie die dazugehörigen Warnblinker würden nicht richtig gedeutet. Meier: «Dies führt zu gefährlichen Situationen.» Damit der Präventionsfilm auch die Touristen erreicht, will ihn das Bundesamt für Verkehr (BAV) künftig auch bei Autovermietungen zeigen. «Nur so erreichen wir das richtige Publikum», sagt Meier.

Tote wegen Leichtsinnigkeit

Die Kampagne namens Happy-End will aber nicht nur das korrekte Verhalten auf Bahnübergängen lehren. Derzeit werden diverse Videos gedreht, die zeigen, wie einfach Unfälle im öffentlichen Verkehr passieren – und wie leicht sie zu vermeiden wären. So gab es etwa im vorletzten Jahr 30 Tote, «16 davon wegen Leichtsinn oder Gedankenlosigkeit», heisst es beim BAV. «Aufmerksamkeit und Vorsicht sind die besten Mittel, um Unfälle zu vermeiden.»

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • PROLLTRASH am 04.09.2019 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einfach

    man fährt auch erst über einen bahnübergang wenn danach vor einem genug platz ist. dasselbe bei kreuzungen etc. man lernt sowas in der fahrschule. eigentlich.

  • Keith H. am 04.09.2019 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich LOGO

    Nicht die Bahnübergänge sind gefährlich, sondern die Fahrkünste einiger Verkehrsteilnehmer! Es weiss doch jeder, dass man bei stockendem Verkehr nicht bis auf Schienen aufschliesst. Probleme, die eigentlich gar keine sind!

  • Marco am 04.09.2019 17:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unterscheiden zwischen unnötig und nötige Signalfü

    Ein Plakat am Übergang würde doch schon völlig ausreichen! Abstand halten bei Stau! Besser mal eine menge anderer unnötiger Signalführungen entfernen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Freewather am 04.09.2019 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augen

    auf

  • PROLLTRASH am 04.09.2019 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einfach

    man fährt auch erst über einen bahnübergang wenn danach vor einem genug platz ist. dasselbe bei kreuzungen etc. man lernt sowas in der fahrschule. eigentlich.

  • Fritz am 04.09.2019 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Durchbrechen

    Zeigen sie auch, dass im Notfall die Barrieren durchbrochen werden sollen? Das wäre wichtig.

  • Keith H. am 04.09.2019 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich LOGO

    Nicht die Bahnübergänge sind gefährlich, sondern die Fahrkünste einiger Verkehrsteilnehmer! Es weiss doch jeder, dass man bei stockendem Verkehr nicht bis auf Schienen aufschliesst. Probleme, die eigentlich gar keine sind!

  • Marco am 04.09.2019 17:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unterscheiden zwischen unnötig und nötige Signalfü

    Ein Plakat am Übergang würde doch schon völlig ausreichen! Abstand halten bei Stau! Besser mal eine menge anderer unnötiger Signalführungen entfernen.