Kulinarik

06. Mai 2019 04:50; Akt: 06.05.2019 04:50 Print

Diese Köche zaubern Menüs in deiner Küche

Als Gastgeber kommt man oft nicht zur Ruhe. Thierry Fuhrer und sein Team kochen in der Küche ihrer Auftraggeber.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Thierry Fuhrer, Geschäftsleiter von deinkoch.ch, und sein Team kochen in den vier Wänden ihrer Gäste. Am Esstisch ihrer Kundschaft werden vorgeschlagene oder selber zusammengestellte Menüs aufgetischt. Wer es nostalgisch mag, dem kocht die Equipe etwa ein Roastbeef niedergegart, Freunden exotischer Küche wird beispielsweise eine Karottencrèmesuppe mit Kokosschaum oder ein Linsen-Curry serviert.

Aufräumen inklusive

Wer das nötige Kleingeld hat, kann zwischen drei Packages auswählen: Das günstigste Angebot für einen Privatkoch gibt es ab 165 Franken pro Person. Ein Abend für vier Personen kostet laut Fuhrer rund 600 Franken. Im Preis inbegriffen sind der Koch, die Einkäufe vom Markt, ein eine warme Vorspeise, eine Salatvariation, ein Hauptgang und ein Dessert. «Ausserdem putzt und räumt der Koch nach seinem Einsatz die Küche auf», so Fuhrer. Nicht inbegriffen sind die Getränke.

Und wer bestellt sich denn ein Koch nach Hause? «Unsere Kundschaft sind vor allem Personen aus der Mittelschicht», sagt Fuhrer. Von Rentner bis zu Paaren mit Kleinkindern sei alles vertreten. Pro Monat erhalte man rund 30 Aufträge. Das zwölfköpfige Team ist schweizweit unterwegs und steht vor allem zwischen Donnerstag und Sonntag im Einsatz.

Auf alles vorbereitet

Nicht jede Küche ist top ausgestattet. Was, wenn gewisse Utensilien fehlen? «Wir haben immer ein Ass im Ärmel», sagt Fuhrer. Konkret bedeutet dies einen silbernen Koffer, den die Köche mitbringen. «In diesem haben wir Gegenstände, die nicht jeder Haushalt führt, wie beispielsweise Stabmixer, Glace-Löffel oder Fleisch-Thermometer sowie zahlreiche Gewürzkreationen von uns», erklärt der Berner. Zudem habe jeder Koch sein eigenes Messer-Set dabei.

In den fremden Küchen finden sich die Gastköche in der Regel rasch zurecht. «Sind Sie etwa schon mal in meiner Küche gewesen?» hätten verdutzte Kunden schon gefragt. Waren sie nicht. Der Grund ist simpel: «Rund 80 Prozent der Küchen sind gleich eingerichtet», so Fuhrer. So wüssten die Köche bereits im Voraus, wo sich welche Gegenstände befinden.

Dreckige Küchen vorgefunden

Die Köche trafen in den letzten zwei Jahren nicht nur blitzblanke Küchen an. So sei es auch schon vorgekommen, dass sie indirekt als Putzkraft gebucht wurden: «Als wir angekommen sind, war die Küche voll mit dreckigem Geschirr überstellt», erzählt der 28-jährige Geschäftsleiter. So hätten die Köche wohl oder übel erst mal die Arbeitsfläche gründlich schrubben müssen, bevor es ans Eingemachte ging.

(pal)