Verätzungen und Allergie

16. Mai 2019 15:18; Akt: 16.05.2019 16:27 Print

«Hände weg von behaarten Raupen»

Der Fund eines Raupennests sorgt für Aufregung. Handelt es sich um den giftigen Eichenprozessionsspinner? Dieser kann schwere Verätzungen verursachen. Ein Experte warnt.

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Bei einem gemütlichen Spaziergang am Montagnachmittag mit ihrem Hund entdeckte Sandra Moyo auf einem Feldweg in der Nähe von Büren an der Aare ein verdächtiges Raupennest. «Ich fand das ziemlich ekelhaft und machte mir auch grosse Sorgen um meinen Hund». Denn die Hündelerin befürchtete, dass es sich um den Eichenprozessionsspinner handeln könnte.

Diese Raupenart kann schlimme Verätzungen und allergische Reaktionen verursachen. Moyo postet daraufhin ein Bild vom Raupennest auf die Facebook-Seite «Du bisch vom Seeland» und schnell entfachte das Foto grosse Aufregung unter den Nutzern. Viele teilten Moyos Befürchtung.

Von der Reaktion der Community besorgt, beschloss Moyo daraufhin die Behörden zu informieren und meldete sich beim zuständigen Wildhüter und bei der Gemeinde. Sie erhielt von beiden Seiten kein Echo – ihre Anfragen liefen ins Leere: «Niemand fühlte sich verantwortlich.»

Entwarnung vom Experten

Gegenüber 20 Minuten gibt Schmetterlingexperte Hans-Peter Wymann Entwarnung: Es handelt sich nicht um den Eichenprozessionsspinner. «Bei dem Raupennest, handelt es sich um ein Nest des harmlosen Alpenringelspinners.» Der Fund sei aber trotzdem bemerkenswert. Grund: Der Nachtfalter hat sein Verbreitungsgebiet in den letzten Jahren ausgedehnt, früher war er laut Wymann nur in den Alpen und westlichen Jurazügen zu finden. «Offenbar ist letztes Jahr ein Weibchen aus dem Jura ins Mittelland geflogen und hat hier seine Eier abgelegt.»

Auch wenn die Raupenart harmlos sei, warnt der Experte: «Für Laien gilt, Hände weg von behaarten Raupen.»

(km)