Kampf für zweisprachige Schilder

22. Februar 2019 17:55; Akt: 22.02.2019 17:55 Print

«Ich fühle mich als Romand verleugnet»

Die Tafeln im Ostast von Biel sind nur auf Deutsch beschriftet. Der Bund hat die zweisprachige Beschilderung bisher abgelehnt. Die Stadt kämpft dagegen an.

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Biel wehrt sich gegen die einsprachige Signalisation auf dem A5-Ostast der Stadt. Seit eineinhalb Jahren sind die Tafeln nur auf Deutsch beschriftet. Das will unter anderem Gemeinderätin Barbara Schwickert (Grüne) ändern: «Wir lassen nicht locker», proklamierte sie anlässlich einer Medieninformation am Donnerstag auf dem Bieler Zentralplatz.

In einem Brief vom letzten September an die damalige Bundesrätin Doris Leuthard schlug die Stadt konkrete Beschriftungsänderungen vor: Biel-Süd sollte zu Biel/Bienne – Süd/Sud werden, Bözingenfeld zu Biel/Bienne – Industrie, da der Name in beiden Sprachen zu lange wäre. Insgesamt sollen 30 Schilder neu tituliert werden. Das Umbeschriften ist nicht billig – 50'000 Franken soll es kosten.

Hoffnung stirbt zuletzt

Die Vorschläge fanden jedoch keinen Anklang; auf das Schreiben hin gab es eine negative respektive hinhaltende Antwort. «Wir wurden einfach ignoriert. Deshalb verbreitern wir nun die Basis und erhöhen den Druck auf das Bundesamt für Strassen», so Schwickert. Auch andere Politiker setzen sich dafür ein, wie das «Bieler Tagblatt» schreibt. In der Märzsession werden die Bieler Grossrätin Samantha Dunning (PSR) und der Bieler Grossrat Pierre-Yves Grivel (PRR) eine Motion einreichen, wie sie am Donnerstag kundgaben. Sie hoffen, dass sich der Regierungsrat des Kantons Bern für die zweisprachige Beschilderung in Biel starkmache.

Ebenfalls ein Befürworter ist Gemeinderat Cédric Némitz (PSR). Er wählte klare Worte: «Wenn ich das sehe, fühle ich mich als Romand verleugnet.» Eine Sprache wegzulassen, sei eine Form der Verachtung und im Grunde gar nicht diskutierbar. Überall werde die Zweisprachigkeit verteidigt, das solle auch für die Autobahnen gelten.

(pal)