Atomausstieg

26. Juni 2011 23:03; Akt: 28.06.2011 08:17 Print

So sparen Sie Strom

Die Schweiz will aus der Atomenergie aussteigen. Der AKW-Strom soll durch erneuerbare Energien – und durch Sparen – ersetzt werden. Hier ein paar Tipps, wie man im Alltag den Verbrauch reduzieren kann.

Energieexperte Hanspeter Guggenbühl und seine Stromspar-Tipps. (Video: Keystone)
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Nach der Atomkatastrophe von Fukushima findet in der Schweiz ein Umdenken statt. Der Bundesrat hat beschlossen, die Schweizer AKW nach Ende ihrer Laufzeit zwischen 2019 und 2034 stillzulegen. Den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie will der Bundesrat mit der Energiestrategie 2050 erreichen. Er setzt dabei auf einen Mix aus zahlreichen Massnahmen.

Gemäss der bundesrätlichen Ausstiegsstrategie muss die Schweiz in den nächsten Jahren vor allem auch Strom sparen. Laut heutigen Prognosen steigt die Stromnachfrage bis ins Jahr 2050 auf jährlich rund 90 Milliarden Kilowattstunden (2010: rund 60 Milliarden Kilowattstunden).

Stromkonsum stabilisieren

Der Bundesrat will diesen Trend mittels Effizienzmassnahmen brechen. Ziel sei, den Stromverbrauch einigermassen zu stabilisieren, erklärte Energieministerin Doris Leuthard Mitte Mai vor den Medien in Bern.

Der Bundesrat möchte dazu unter anderem die Mindestanforderungen für Geräte verschärfen, Bonus-Malus-Mechanismen einführen sowie die Informationskampagnen der Energie-Sparagentur EnergieSchweiz ausbauen.

Strom sparen - es geht schon heute

Tipps, wie man bereits heute Strom sparen kann, gibt es viele - dazu gehört etwa, wie von Energieexperte Hanspeter Guggenbühl propagiert, das Trocknen der Wäsche auf der Leine und der Verzicht auf den Tumbler (siehe Video). Oder der konsequente Kauf von energiesparenden Geräten mit dem Gütesiegel A (A+/A++).

Auch Verhaltensänderungen können viel bewirken. So braucht etwa das Aufheizen von Wasser rund einen Viertel des Energieverbrauchs im Haushalt. Sparen kann hier, wer beim Mischen von Badewasser zuerst das warme Wasser laufen lässt und erst dann das kalte beimischt. Und: Duschen statt baden reduziert den Warmwasser-, sprich Energiebedarf um 75 bis 80 Prozent.

Wer seine elektronischen Geräte ausschaltet, statt sie im Standby-Modus laufen zu lassen, spart bis zu 50 Prozent Strom, bei der Kaffeemaschine sind es sogar bis zu 75 Prozent. Wer statt herkömmliche Glühbirnen LED-Lampen einsetzt, kann 80 Prozent Strom sparen. Licht löschen, wenn es nicht gebraucht wird, hilft auch. Denn es gibt keine moderne Lampe, die beim Einschalten so viel Strom verbrauchen würde, dass sich eine kurze Brenndauer nicht lohnt.

Beim Kochen hilft ein Deckel auf der Pfanne. Beim Erhitzen von einem Liter Wasser bis zum Siedepunkt kann man laut Berechnungen der Axpo mit Deckel 10 Prozent Strom sparen, braucht man dazu einen Wasserkocher sind es gar 60 Prozent.

Und last but not least dieser kleinen, unvollständigen Spartipps: Auch beim Waschen kann man Sparen: Im Vergleich zu einer 60-Grad-Wäsche benötigt man mit einer 30-Grad-Wäsche bis zu 70 Prozent weniger Energie. Sauber wirds dank modernen Waschmitteln meist auch so.

Mehr zum Thema Strom sparen gibt es hier:

http://www.ewb.ch/de/umwelt-schonen/energie-sparen/strom-sparen.html

http://www.ekz.ch/internet/ekz/de/ueberuns/energieeffizienz/spartipps.html

(uwb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susy Schickli-Süess am 26.06.2011 23:39 Report Diesen Beitrag melden

    Eierkochen wie Dölf Ogi

    Beim Kochen kann man sehr viel Energie sparen. Immer Pfannendeckel benützen. Mittlere Hitze reicht oft aus. Den Backofen kann man schon vor Ende der Backzeit abschalten. Es bleibt noch lange 180 Grad heiss. Rohkost ist sehr gesund und muss nicht energieintensiv erhitzt werden. Gerade im Sommer bietet sich bräteln mit selbstgesammeltem Holz an. Völlig klimaneutral, weil Holz aus dem Wald kein fossiler Brennstoff ist!

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  • Peter am 27.06.2011 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Verzicht ist keine Lösung

    Statt Verzicht zu predigen würde man lieber in den ersatzt der bestehnden KKWs investieren. Neue KKWs sind sicherer und effizienter. Mit Sparen lässt sich zwar das schlechte Gewissen beruhigen, nicht aber eine Versorgungslücke verhindern

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  • U.F. am 27.06.2011 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Nacht = Schlafen

    Schaltet endlich die Strassenbeleuchtungen ab (jede 2. Lampe kann ersatzlos gestrichen werden), genauso die hell erleuchteten Bürogegebäude, Hotels etc. Schwachsinn! Es gibt einen Grund, warum es in der Nacht dunkel ist. Nacht = Schalfen, siehe NATUR (Nachttiere brauchen keine Beleuchtung).

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stromverbraucher24 am 28.06.2011 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Und dann in Zukunft noch mehr sparen?

    Wenn ich jetzt schon Strom spare, wie soll ich dann in 20 Jahren noch Strom sparen? Ich spare bereits Strom, kann aber noch mehr wenn ich will, aber darum gehts mir nicht. Ich denke wenn ich jetzt schon das maximum spare und es in 15-30 Jahren wieder heisst: Spart mehr Strom, dann geht's nicht mehr!

  • Chregu am 28.06.2011 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnloses gequatsche

    Seid Jahren wird gepredigt, man soll Strom sparen, ich denke sehr viele werden das auch schon machen, ich persönlich führe die Angesprochenen Sparmethoden schon lange durch. Da frage ich mich wie ich noch sparen kann. Ich habe nichts mehr zum abschalten. Die Probleme liegen andernorts, und da kann Greenpeace erzählen was sie wollen.

  • Hans T. am 28.06.2011 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    Greenpeace...

    Wie soll man 1/3 des Stromverbrauchs mit Energiesparen im Haushalt sparen wenn der Gesamtverbrauch der Schweizer Haushalte nur 1/3 des gesamten Schweizer Stromverbrauchs ausmachen?

    • Papierlischweizer am 28.06.2011 13:42 Report Diesen Beitrag melden

      Schwarz auf Weiss

      Mathematisch beantwortet, indem Sie 1/9 des gesamten Schweizer Stromverbrauchs sparen.

    • Fritz Meierhans am 29.06.2011 13:18 Report Diesen Beitrag melden

      @Papierlischweizer: Bruchrechnen???

      Nein, Sie Genie. "Mathematisch betrachtet" spart man 1/3 des gesamten Schweizer Stromverbrauchs, indem man 1/1 = 100% in Haushalten einspart, was doch eher unrealistisch ist. Aber das mit dem Bruchrechnen ist halt nicht jedermanns Sache.

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  • Ruedi Wermuth am 28.06.2011 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Spareffekt

    Bei uns in der Überbauung wurde kürzlich umgebaut, nun reded die Verwaltung und der Eigentümer, von Verbesserungen, doch Strom oder Wasser sparen ist eine unmögliche Sache. Neu eingebaut wurden Bewegungsmelder für das Licht im Treppenhaus und Vorraum zur Waschküche, Zeiteinstellung nach der letzten Bewegung 5 Min. doch 1 Min. ist genug da auf jeder Etage ein Bewegungsmelder ist. Bei der Eingangstüre schaltet sich das Licht auch Tagsüber für 5 Min. ein, ein täglich stundenlanger unnötiger Stromverbrauch. Die Qualität der neuen WC Schüsseln ist so lausig, dass zwei bis dreimal nachgespült werden muss. Wo bleibt hier der Spareffekt?

  • Roman I. am 27.06.2011 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Energiequellen sind das Problem

    Was helfen all diese gut gemeinten Spartipps, wenn wir immer neue Energiequellen wie digital TV receiver, Klimaanlagen für zuhause etc. nutzen?

    • nörgler am 28.06.2011 06:56 Report Diesen Beitrag melden

      @ Roman I

      Energieverbrahter nicht Energiequellen. Ein Solarpanell (Photovoltaik o. Solartermie) wäre eine Energiequelle. ;)

    • Thomas am 28.06.2011 12:40 Report Diesen Beitrag melden

      Energiesucht

      Roman hat aber Recht. Das was der Bürger bald einsparen muss (auch finanziell) wird den Grossunternehmern und Energieverbrauchern zusätzlich in den Hinter geschoben. Produktionsmaximierung = steigender Energieverbrauch. Wie wär es mit der 40 h Woche gesetzlich festsetzen? Da laufen jede Menge PCs weniger am Tag. Nur ein Beispiel.... Es gibt tausend andere, aber die will die Wirtschaft nicht hören.

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