Atomdebatte

11. Juni 2011 23:05; Akt: 11.06.2011 23:10 Print

Kernenergie ist nicht «enkeltauglich»

Christophe Darbellay hält nichts von Atomnostalgikern und ihren neuen AKW-Technologien. Der CVP-Präsident bekräftigt den Ausstiegsentscheid und vertritt somit eine andere Linie als Bundesrätin Doris Leuthard.

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Nicht auf der selben Linie wie seine Bundesrätin: Christoph Darbellay. (Bild: Keystone)

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Für CVP-Präsident Christophe Darbellay ist klar, dass die Kernenergie keine Zukunft hat. Diese hält er für nicht «enkeltauglich». Die Frage nach dem Bau neuer AKW konterte Darbellay in einem Interview mit dem «Bund» mit einer Gegenfrage: «Wieso sind die Atomnostalgiker immer dabei, von neuen Entwicklungen zu reden? Diese Technologie steht noch in den Sternen».

Atomfreaks hätten noch nicht gemerkt, dass in den letzten 25 Jahren 5 der weltweit 500 Reaktoren geschmolzen oder explodiert seien, so Darbellay weiter, «‹Enkeltauglich› oder generationenverträglich ist diese Technologie nicht mehr.» Damit vertritt Darbellay eine andere Linie als CVP-Bundesrätin Doris Leuthard

Leuthard relativiert den Ausstiegsentscheid

Vor zwei Wochen sagte die Energieministerin, die Atomenergie sei nicht für alle Ewigkeit vom Tisch. In einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» relativierte sie den Ausstiegsentscheid : «Sollte etwa in 30 Jahren die Kernfusion gelingen, und sollten die Vorteile der Atomenergie wieder überwiegen, könnte man das Gesetz erneut anpassen.»

Heute entscheide man aufgrund der heutigen Fakten - und die sprächen gegen neue Investitionen in die Kerntechnologie. «Aber wer kann heute schon sagen, wie sich die Technologie entwickelt?», fragte Leuthard.

Kernkraft sicher gestalten

Noch weiter ging sie am G20- Energieministertreffen in Paris, wo sie am Dienstag den Schweizer Atomausstieg erklärte. Im Anschluss an das Treffen sagte Leuthard in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens: «Ich stehe nach wie vor zur Kernenergie, auch die Schweiz steht dazu.» Es gehe darum, die Kernkraft sicher zu gestalten, solange die AKW am Netz seien.

(bee/sda)