Bundesrat Maurer

10. Dezember 2008 14:08; Akt: 10.12.2008 17:47 Print

Der andere Ueli von Hinwil

von Joel Bedetti, Hinwil - Der SVP-Polterer Ueli Maurer ist in seiner Heimatgemeinde Hinwil als anderer Mensch bekannt. Wer mit ihm zu tun hatte, lernte ihn als pragmatischen Gemeinderat, motivierenden Chef und liebevollen Vater kennen. Fünf Weggefährten berichten.

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Auf Augenhöhe mit dem Volk: Ueli Maurer. (Bild: Lukas Lehmann/Keystone)

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Erika Senn, die für den Landesring in den Achtzigerjahren zusammen mit Ueli Maurer im Gemeinderat sass, hat vor allem gute Erinnerungen an den neuen Bundesrat: «Man mochte ihn, er betrieb eine pragmatische Gemeindepolitik
- obwohl schon damals manchmal sein Temperament mit ihm durchging.» Wenn Maurer Politik gemacht habe, sei es ihm nicht um sich selbst gegangen, erinnert sich Senn, es sei ihm um die Sache gegangen. Sein Ehrgeiz habe deshalb nie unsympathisch gewirkt. «Ich denke nicht, dass er wirklich in den Bundesrat wollte, es hat sich einfach ergeben», sagt Senn.

Ueli, der liebevolle Vater

Gemeinderätin Susanne Baumann-Itin ist eigentlich nicht auf der politischen Linie von Maurer. Aber auch sie hat den neuen Bundesrat vor Jahren erlebt, wie ihn die Schweiz selten sah. Pragmatisch und angenehm sei er gewesen, als sie gemeinsam ein Gemeinde-Bauprojekt erarbeiteten. «Der SVP-Parteipräsident Maurer ist ein anderer Mensch geworden», sagt sie.

Imponiert habe ihr Maurer aber vor allem als Vater. Vor rund zehn Jahren trainierte Baumann-Itin Maurers Kinder im Fussball. Da habe er sich als liebevoller Vater gezeigt. «Er brachte die Jungs oft zum Training und holte sie ab, und wenn er Zeit hatte, schaute er sogar zu.»

Vom Vater Maurer ist auch Albert Kindlimann beeindruckt. Er kennt Ueli Maurer als Hinwiler SVP-Mitglied. Erst vor kurzer Zeit habe er am Besuchstag seinen Sohn in der Schule besucht, der in die Grundschule geht, erzählt Kindlimann. «Sogar für das nimmt er sich noch Zeit, obwohl er ja so viel arbeitet!», sagt Kindlimann. Es sei schön zu sehen, wie er auf dem Boden geblieben sei. «Man merkt ihm nicht an, dass er eine nationale Persönlichkeit ist», so Kindlimann.

«Wir schlugen uns die Nacht um die Ohren»

Peter Hagen war vor rund 20 Jahren als Kantonspolizist in Hinwil stationiert. Er erinnert sich an ein Erlebnis mit dem damaligen Gemeinderat Ueli Maurer: «Als wir beide etwa 28 waren, schlugen wir uns am Schulsylvester die Nacht um die Ohren und schauten, dass die Jungen nicht zuviel Seich anstellten - und beruhigten ausserdem Erwachsene, wenn sie sich zu sehr sorgten», sagt Hagen. Maurer habe sich weit über das hinaus engagiert, was er als Gemeinderat hätte machen müssen.

«Nach der Arbeit gingen wir oft ein Bier trinken»

Werner Knutti arbeitete in den Achtzigerjahren zusammen mit Ueli Maurer. Dieser führte zu der Zeit die Landi Hinwil, Knutti war Geschäftsstellenleiter. Er hat fast nur gute Erinnerungen an seinen Chef. «Ueli Maurer war ein Chrampfer, aber trotzdem ein umgänglicher Typ. Er war als Chef immer sehr motivierend, nahm seine Vorbildfunktion ernst. Wenn man ein Problem hatte, konnte man immer zu ihm gehen.» Er sei der erste der am Morgen da gewesen sei und der letzte der ging, erinnert sich Knutti.

Selbst als Maurer im Kantonsrat sass, war er sich nicht zu schade, anzupacken. «Einmal war ein Bäcker krank, da stand er halt um vier Uhr morgens auf und buk selbst die Brötchen. Am Morgen rüstete er jeweils mit uns Gemüse, bevor er die Mappe schnappte und in die Kantonsratssitzung ging», erinnert sich Knutti. Am Samstag sei Maurer sich nicht zu schade gewesen, selbst an der Kasse zu arbeiten. Sein Spruch als Chef habe so gelautet: «Ihr macht das prima, ihr müsst es einfach schneller machen.» Trotzdem habe man es auch lustig gehabt mit ihm. «Nach der Arbeit gingen wir oft ein Bier trinken», sagt Werner Knutti.

«Ueli Maurer wird ein toller Bundesrat!»

Auch heute sei er in Hinwil beliebt. Man könne mit ihm jederzeit über Politik reden. Knutti erzählt: Vor einem halben Jahr hatte eine Lehrerin in Hinwil ein Riesenproblem mit der Position der SVP zu Harmos. Sie schickte Maurer ein Mail, und der zögerte nicht, an einem Samstagmorgen in die Schule zu gehen und zwei Stunden mit dieser Lehrerin über Harmos zu diskutieren. Knutti ist überzeugt: «Ueli Maurer wird ein toller Bundesrat!»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • René Brunner am 10.12.2008 16:50 Report Diesen Beitrag melden

    linkes und grünes

    gedankengut!? gott sei dank gibt es noch die svp

  • Lord Fnord am 10.12.2008 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    Trauer

    Schweiz ich weine um deine Seele.

  • Päde am 10.12.2008 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Bundesrat als Vater eines Kleinkriminell

    Nun hat die Schweiz endlich auch einen Bundesrat der Vater eines Kleinkriminellen ist. Wurde auch langsam Zeit dass wir auch schwarze Schafe in der Regierung haben. A propos Kleinkriminell, wer Hasch anpflanzt ist es gemäss der Definition der SVP. Schauen wir mal was er zustande bringen wird.

Die neusten Leser-Kommentare

  • michel von Liestal am 10.12.2008 21:29 Report Diesen Beitrag melden

    ueli Maurer mach es gut

    Ich finde gut das CH s Blocherli den Kapitalisten nicht mehr wollte. Herr Maurer spricht von Kenntnisnahme des kleinen Mannes. Amen. Nicht kiffen zu dürfen ist für Erwachsene eine schwere Dirkriminierung.

  • smi am 10.12.2008 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Lärm um....

    Finde es toll wie sich alle SVPler begeistern könne für ihren BR. doch auch dieser darf nicht alleine entscheiden.....die SVP wird die Schweiz nie "führen"!!!

  • René Brunner am 10.12.2008 16:50 Report Diesen Beitrag melden

    linkes und grünes

    gedankengut!? gott sei dank gibt es noch die svp

  • Blauäugige Hoffnung am 10.12.2008 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt werden wir Zeugen Des Geheimplanes

    Na was denkt Ihr wird Ueli sich einen Stoss geben und liebevoll den Hanf legalisieren ?

  • Lord Fnord am 10.12.2008 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    Trauer

    Schweiz ich weine um deine Seele.