Neue Bundespräsidentin

14. Dezember 2011 23:43; Akt: 14.12.2011 23:43 Print

Sie hatte den Abschied schon vorbereitet

Die Schweiz hat erneut eine Frau an der Spitze des Bundesrats. Dabei hatte die neue Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf schon ihre Abschiedsrede im Sack, als sie am Morgen das Bundeshaus betrat.

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Die wählt am 14. Dezember 2011 den Bundesrat. Gesucht ist ein Ersatz für die zurücktretende SP-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey. Zudem will die SVP den Sitz von Eveline Widmer-Schlumpf zurückerobern. Der Wahltag beginnt um 8 Uhr. Als erstes wird verabschiedet. Dann sprechen die Caspar Baader von der SVP (Bild) und seine Kollegin von der FDP erklären, dass sie Eveline Widmer-Schlumpfs Sitz angreifen werden. Die übrigen Fraktionschefs plädieren für den Status quo. Kurz nach 9 Uhr beginnen die Wahlgänge. Als erstes steht Doris Leuthard zur Wahl. Die UVEK-Chefin wird mit einem Glanzresultat in ihrem Amt bestätigt: (CVP) erhält im ersten Wahlgang 216 von 245 Stimmen (absolutes Mehr: 114 Stimmen). Jetzt kommt Unruhe auf im Saal: Die SVP will den Sitz von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf angreifen. Doch die Finanzministerin hat nichts zu befürchten: (BDP) wird mit 131 Stimmen ebenfalls im ersten Wahlgang wiedergewählt (absolutes Mehr: 120 Stimmen). Die SVP-Kandidaten Hansjörg Walter und Jean-François Rime erhielten 63 bzw. 41 Stimmen. Bild: Widmer-Schlumpf vor der Bundesratswahl, während der Wahlgänge sind die Bundesräte nicht im Nationalratssaal anwesend. Erleichterung und Freude: BDP-Fraktionschef Hansjörg Hassler (l.) und BDP-Präsident Hans Grunder gratulieren sich gegenseitig zur Wiederwahl ihrer Bundesrätin. Nach der Wiederwahl von Eveline Widmer-Schlumpf beraten die SVP-Fraktion und FDP-Fraktionschefin Gabi Huber (vorne Mitte) das weitere Vorgehen. Auch VBS-Chef (SVP) wird im ersten Wahlgang im Amt bestätigt. Er erhält 159 Stimmen (absolutes Mehr: 114 Stimmen). Bundesrat Chef des Departements des Innern erhält 194 Stimmen (absolutes Mehr: 117 Stimmen) und ist damit ebenfalls im ersten Wahlgang wiedergewählt. Vor der Wahl des ersten SP-Sitzes erklärt SVP-Fraktionschef , dass seine Partei ab jetzt alle folgenden Sitze angreifen werde. Ihr Kandidat ist Rime. Der zweite SVP-Kandidat, Nationalratspräsident steht nicht mehr zur Verfügung. Trotz der Kriegserklärung der SVP erreicht auch Justizministerin Simonetta Sommaruga (SP) ein Glanzresultat: Sie wird mit 179 Stimmen (absolutes Mehr: 122 Stimmen) wiedergewählt. Vor der Wahl ihres Bundesrats wendet sich FDP-Franktionschefin an die Vereinigte Bundesversammlung. Sie kritisiert den Angriff der SVP und bittet die National- und Ständeräte, Johann Schneider-Ammann wiederzuwählen. Auch sein Sitz ist stabil: Wirtschaftsminister (FDP) wird mit 159 Stimmen (absolutes Mehr: 118 Stimmen) im Amt bestätigt. Es ist definitiv nicht sein Tag: SVP-Vizepräsident Vor der Wahl des Ersatzes für die abtretende Bundesrätin Micheline Calmy-Rey ergreift SP-Fraktionschefin das Wort und macht sich für ihre Kandidaten stark. Zur Verfügung stellen sich ... ... und ... ... Im ersten Wahlgang hat keiner der Kandidaten das absolute Mehr von 122 Stimmen erreicht. Berset (SP): 114, Maillard (SP): 59, Rime (SVP): 59, Marina Carobbio (SP): 10. Im zweiten Wahlgang wird mit 126 Stimmen gewählt (absolutes Mehr: 123 Stimmmen). Der 39-jährige Freiburger erklärt Annahme der Wahl. Um 12.30 Uhr wird der neue Bundesrat vereidigt.

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Die wiedergewählte BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf amtet im kommenden Jahr als Bundespräsidentin. Die Vereinigte Bundesversammlung hat die 55-jährige Bündnerin am Mittwoch mit einem erstaunlich guten Resultat gewählt. Bei 211 eingegangenen Wahlzetteln erhielt sie 174 Stimmen.

Ihre Wiederwahl feierte Eveline Widmer-Schlumpf am Nachmittag mit Parteifreunden von der BDP. Die rund 100 Anwesenden feierten sie mit einer zwei Minuten langen Standing Ovation – die neue Bundespräsidentin bedankte sich dafür, indem sie eine Runde zahlte.

«Gekommen, um zu bleiben»

In einer kurzen Ansprache gab die 55-Jährige zu, dass sie mit allem gerechnet habe. «Ich bin am Morgen mit einer vorbereiteten Abschiedsrede ins Parlament gekommen», sagte sie. Natürlich sei sie nun froh, dass es anders herausgekommen sei.

«Wir sind gekommen, um zu bleiben», erinnerte Widmer-Schlumpf ans Parteimotto. Nun wolle die Partei weiterhin die Zusammenarbeit mit allen konstruktiven Kräften suchen, um die Zukunft «unserer Kinder und Enkelkinder» zu gestalten.

Wie der Vater, so die Tochter

Als Bundespräsidentin leitet Widmer-Schlumpf ab Anfang Januar während eines Jahres die wöchentlichen Sitzungen der Regierung und übernimmt ausserdem Repräsentationspflichten. Nach Calmy-Rey und Doris Leuthard ist sie die dritte Frau in Folge, die das Amt inne hat.

Widmer-Schlumpf ist zudem die erste Vertreterin der erst dreijährigen Partei BDP im Bundespräsidium. Bereits ihr Vater Leon Schlumpf war einst Bundespräsident (1984). Die Bündnerin wurde 2007 anstelle von Christoph Blocher in den Bundesrat gewählt. Nachdem sie zunächst drei Jahre lang Justizministerin war, wechselte sie im Herbst 2010 ins Finanzministerium.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Caprocorn am 15.12.2011 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut!

    Viva la Grischa!

  • Jasper / Luzern am 15.12.2011 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Glauben macht seelig!

    Den Abschied schon vorbereitet? Na ja, glauben macht selig. Wichtig ist ja nur, dass es die Medien glauben.

  • Julius G. am 15.12.2011 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, ja, der Charakter macht's aus

    Das ist reine Charaktersache......

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  • Caprocorn am 15.12.2011 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut!

    Viva la Grischa!

  • Jasper / Luzern am 15.12.2011 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Glauben macht seelig!

    Den Abschied schon vorbereitet? Na ja, glauben macht selig. Wichtig ist ja nur, dass es die Medien glauben.

  • Julius G. am 15.12.2011 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, ja, der Charakter macht's aus

    Das ist reine Charaktersache......