Affäre Zuppiger

08. Dezember 2011 09:40; Akt: 08.12.2011 13:07 Print

SVP-Fraktion trifft sich heute zur Sondersitzung

von Lukas Mäder - Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den SVP-Bundesratskandidaten Bruno Zuppiger handelt die Parteispitze. Die Fraktion trifft sich zur ausserordentlichen Sitzung.

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Seine Zeit als Bundesratskandidat der SVP ist möglicherweise bald wieder vorbei: Nationalrat Bruno Zuppiger (rechts) im Gespräch mit Parteipräsident Toni Brunner. (Bild: Keystone)

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Für den Bundesratskandidaten der SVP, Bruno Zuppiger, sind die Perspektiven düster. Nachdem die «Weltwoche» gestern schwere Vorwürfe gegen den Nationalrat erhoben hat, handelt die Parteileitung. Die SVP-Fraktion trifft sich heute Donnerstag zu einer ausserordentlichen Sitzung, wie die Stellvertretende Generalsekretärin Silvia Bär zu 20 Minuten Online sagte. Das Treffen soll nach Ende der Ratssitzung um 13 Uhr stattfinden. «Jetzt muss sich Zuppiger erklären», sagt Hans Fehr. Ob auch konkrete Anträge der Parteispitze an die Fraktion vorliegen, wollte Fraktionschef Caspaar Baader nicht sagen. Nach der Sitzung werde informiert.

An der Sitzung dürfte es aber sicher auch um die Frage gehen, ob die SVP anstelle Zuppigers einen anderen Bundesratskandidaten aufstellen will. Die Nominierung von Kandidaten ist Aufgabe der Fraktion. Mit dem möglichen Fall Zuppigers steigen die Chancen des Schaffhauser Ständerats Hannes Germann. Seine Kantonalpartei hatte ihn als möglichen Anwärter für das Regierungsamt portiert. Nach der überraschenden Nominierung Zuppigers trat seine Kandidatur allerdings in den Hintergrund. Böse Gerüchte im Bundeshaus besagen, Blocher habe Zuppiger ins Spiel gebracht, um den manchmal für die Parteileitung unbequemen Germann auszustechen. Germann selbst wollte angesichts der aktuellen Lage keinen Kommentar abgeben.

Tännler weiterer möglicher Kandidat

Ein möglicher neuer Bundesratskandidat der SVP neben dem Westschweizer Jean-François Rime wäre auch Heinz Tännler. Der Zuger Baudirektor war in den fraktionsinternen Abstimmungen als letzter gegen Zuppiger ausgeschieden, offenbar mit einem relativ knappen Resultat. Tännlers Nachteil ist, dass er bei den Bundesparlamentariern wenig bekannt ist. Von linker Seite stösst er zudem auf Widerstand, weil er mehrere Jahre Chefjurist des Weltfussballverbands Fifa war.

Für den Zürcher Kantonalpräsident Alfred Heer ist klar, dass die Fraktion nun über das weitere Vorgehen entscheiden muss. Die aktuelle Situation sei sehr unglücklich. Zuppiger müsse sich jetzt erklären. Leicht verärgert erzählt er, dass er Zuppiger seit Mittwochabend zu erreichen versuche, dieser sich aber nicht melde.

«Zum Glück nicht SVP-Präsident»

Komfortabel ist die aktuelle Situation für die anderen Parteien. Ohne ihr Zutun leidet die politische Konkurrenz. Die Vertreter anderer Parteien äussern sich denn auch nur zurückhaltend zur Affäre Zuppiger. Das sei eine SVP-interne Angelegenheit, lautet der Tenor. SP-Präsident Christian Levrat lässt sich nur den Ausspruch entlocken, zum Glück sei nicht er SVP-Präsident.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter2106 am 08.12.2011 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Weisse Weste gefragt

    Die SVP tut gut daran, Zuppiger gegen einen anderen Kandidaten auszuwechseln. Affären, gleich welcher Art, werden nicht coutiert. Ein BR-Kandidat braucht eine weisse Weste.

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  • Daniel Staub am 08.12.2011 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Unhaltbare Parteileitung

    Ich wundere mich, dass die SVP-Mitglieder nicht empört über ihre Parteileitung sind und deren Rücktritt fordern. Die Parteileitung hat die Fraktion bewusst nicht über diesen Betrugsfall informiert und diesen Skandal in Kauf genommen. Eine solche Parteileitung wünscht man sich nur seinem ärgsten politischen Feind!

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  • Sina am 08.12.2011 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steinhaufen

    Wer ohne Fehler im Bundeshaus wirkt,der werfe den ersten Stein... Dann schicke ich gleich einen LKW vorbei,der den Haufen wegtransportiert.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • hanni grauwiller am 08.12.2011 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Chaos in der SVP

    Weiss den irgend jemand in dieser Partei was abgeht? Zum Glück gibt es die BDP

  • Christoph von Nazareth am 08.12.2011 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Bergbauer

    Toni Brunner sollte raschmöglichst den Hut nehmen, er hat die Partei nicht im Griff!

  • Markus am 08.12.2011 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Zuppiger ins EJPD

    Ich schlage vor Herr Zuppiger übernimmt dann das EJPD, dann kann er sich gleich reinwaschen oder die Gesetze ändern. Kennen wir ja bereits aus Italien......

  • Paul Buchegger am 08.12.2011 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Sucht die SVP nun die Opposition?

    Der Schaffhauser Hannes Germann,der übrigens schon im ersten Wahlgang als Ständerat wieder gewählt wurde,war Blocher und seiner Hardliner-Truppe wohl doch zu konziliant (Er ist als Realist sogar für den Atomausstieg). Da schien Zuppiger als Zürcher doch noch näher am alles bestimmenden Zürcher-Kurs der Partei zu sein.Nun ist die Zuppiger-Bombe wie eine Seifenblase frühzeitig geplatzt, und der Traum,EWS aus dem Sitz zu heben,ebenfalls.Nun wird wohl die Oppositionsrolle wieder aus der Schublade geholt,die Ch.Mörgeli sowie Roger Köppel für seine Art von Pauken-Journalismus sehr behagen würde.

  • Daniel Staub am 08.12.2011 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Unhaltbare Parteileitung

    Ich wundere mich, dass die SVP-Mitglieder nicht empört über ihre Parteileitung sind und deren Rücktritt fordern. Die Parteileitung hat die Fraktion bewusst nicht über diesen Betrugsfall informiert und diesen Skandal in Kauf genommen. Eine solche Parteileitung wünscht man sich nur seinem ärgsten politischen Feind!

    • hakuna am 08.12.2011 12:58 Report Diesen Beitrag melden

      jaa!!

      so ist es!

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