Umfrage-Resultate

31. Oktober 2014 05:54; Akt: 31.10.2014 12:49 Print

Jetzt sind noch 46 Prozent für Ecopop

von J. Büchi - Die Zustimmung zur Ecopop-Initiative bröckelt: Gegenüber der ersten Umfrage von 20 Minuten sinkt sie um 7 Prozentpunkte. Besser auf Kurs ist die Pauschalbesteuerungs-Initiative.

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«Wenn die Stimmbürger unser Argumentarium studieren, werden sie zum Schluss kommen, dass unsere Initiative vernünftig ist», so Initiant Benno Büeler. (Bild: Keystone/Sigi Tischler)

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Auf der Website der Ecopop-Gegner läuft ein Countdown. Er zählt die Tage, Stunden, Minuten und Sekunden bis zum Abstimmungssonntag. Aktuell muss das Komitee noch 29 Tage lang zittern, ob die in ihren Augen «absurde und schädliche» Initiative angenommen wird. Auszuschliessen ist dies zum jetzigen Zeitpunkt nicht, wie die zweite Welle der Abstimmungsumfrage von 20 Minuten zeigt (siehe Box). 46 Prozent würden die Initiative derzeit noch annehmen.

Damit ist die Zustimmung gegenüber der ersten Umfragerunde um sieben Prozentpunkte gesunken. Die Gegner konnten sich von 44 auf 52 Prozent steigern, während zwei Prozent noch nicht klar Position beziehen mochten. Gegner und Befürworter sind sich einig: Entschieden ist damit noch nichts. «Wir können uns noch nicht zurücklehnen», sagt Initiativgegner Bastien Girod (Grüne). Das Resultat sei aber ein wichtiger Beleg dafür, dass die öffentliche Debatte Wirkung zeige: «Das Stimmvolk versteht, dass die Ecopop-Initiative als Instrument gegen Umweltprobleme untauglich ist. Die Befürworter verlieren mit ihrem grünen Mäntelchen an Glaubwürdigkeit.»

Weiter grosse Zustimmung von SVP-Wählern

Der Präsident des Ecopop-Initiativkomitees, Benno Büeler, entgegnet: «Die Gegner führen eine Angstkampagne. Wenn die Stimmbürger unser Argumentarium studieren, werden sie aber zum Schluss kommen, dass unsere Initiative vernünftig ist und sachlich ‚verhebt‘.» In welche Richtung sich die Meinungsbildung entwickle, hänge von der Fähigkeit der Leute ab, sich ein eigenes Urteil zu bilden.

Ein Blick auf die Umfrageresultate nach Parteisympathie zeigt: Der Anteil der Ecopop-Befürworter unter den SVP-Wählern ist mit 79 Prozent fast unverändert hoch. Bei den meisten anderen Parteien ist die Zustimmung gesunken. So wollten bei der letzten Umfrage 53 Prozent der Grünen-Wähler die Ecopop-Initiative annehmen, heute sind es noch 30 Prozent. Das wichtigste Argument für eine Annahme von Ecopop ist für 55 Prozent der Befürworter, dass damit weniger Ausländer ins Land gelassen würden. Eine geringere Zersiedelung der Landschaft nannten 22 Prozent der Befürworter.

Pauschalbesteuerungsinitiative mit guten Chancen

Spannend werden dürfte es bei der Pauschalbesteuerungsinitiative, die am 30. November ebenfalls zu Abstimmung kommt. Bei der Vorlage der AL stehen 49 Prozent Ja-Stimmen 44 Prozent Ablehnung gegenüber, sieben Prozent äussern sich nicht zur Stimmabsicht. Dabei fällt die Zustimmung in der lateinischen Schweiz, wo der Grossteil der Pauschalbesteuerten lebt, mit 41 Prozent deutlich tiefer als aus in der Deutschschweiz (57 Prozent).

Noch wenig gefestigt scheinen die Meinungen bei der Gold-Initiative: Das Anliegen, das im Schatten der Ecopop- und der Pauschalbesteuerungsinitiative bisher eher wenig öffentliche Aufmerksamkeit erhielt, überzeugt 38 Prozent der Umfrageteilnehmer, 47 Prozent wollen Nein stimmen. 15 Prozent legten sich noch nicht auf eine Position fest.