In Wil SG gestoppt

29. Juli 2013 15:07; Akt: 29.07.2013 15:34 Print

Lokführer wird mit Lasern ausgebremst

Der Lokführer eines SBB-Zugs von Genf nach St. Gallen ist durch Laserpointer so stark geblendet worden, dass er nicht mehr weiterfahren konnte. Er musste in Wil SG ersetzt werden.

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Attacken mit Lasergeräten haben sich laut SBB in den vergangenen zwei Jahren gehäuft. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Wegen einer Laserattacke ist am Sonntagabend ein Intercity-Zug der SBB in Wil SG gestoppt worden. Der Lokführer war durch die Strahlen eines Laserpointers geblendet worden. Die SBB bestätigten den Vorfall und erstatteten Anzeige gegen Unbekannt.

Betroffen war ein IC von Genf nach St. Gallen. In Aadorf im Kanton Thurgau wurde der Lokführer von einem Laser getroffen, sagte SBB-Sprecherin Lea Meyer. Er sei anschliessend mit Begleitung des Zugpersonals bis nach Wil SG weitergefahren. «In Wil SG haben wir angehalten», erzählte ein Leser-Reporter gegenüber Blick Online. «Dann kam eine Durchsage, dass der Lokführer von einer Laser-Attacke getroffen wurde.» Nach einem längeren Halt konnte der Zug seine Fahrt mit einem neuen Lokführer fortsetzen.

Attacken häufen sich

Gemäss Lea Meyer hätten sich die Attacken mit Lasergeräten in den letzten zwei Jahren gehäuft. «Sie sind gefährlich, feige und illegal», sagte sie gegenüber Radio FM1. Die SBB zeigen jeden Vorfall bei der Polizei an.

Auch Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, kennt das Problem: Neben Lokführern seien immer häufiger auch Helikopter-Piloten von den Laserattacken betroffen. «Die Rega hat ihre Piloten deswegen mit Schutzbrillen ausgerüstet», sagte Krüsi auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Die Polizei ist ebenfalls Ziel der Attacken mit Laserpointern - vor allem im Einsatz bei Sportveranstaltungen. «Wir prüfen die Einführung von Schutzmassnahmen», sagte Krüsi.

In der Schweiz sind ausschliesslich Laserpointer der Klasse 1 und 2 bis 1 Milliwatt Leistung zugelassen. In den letzten Jahren seien vermehrt gefährliche Laserpointer bis 1500 Milliwatt in Umlauf gekommen, die zu Augen- und Hautschäden führen können, sagte Krüsi. Besonders über das Internet würden solche Laser angeboten.

(kmo/sda)