Sparmassnahme

23. März 2011 22:43; Akt: 24.03.2011 09:08 Print

Bald kein Billettverkauf mehr in Zügen?

Das Bahnbillett im Zug zu kaufen könnte schon bald nicht mehr möglich sein. Die SBB prüfen die Abschaffung dieser Dienstleistung.

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Der Billettverkauf in den Fernverkehrszügen sei stark rückläufig, bestätigte SBB-Sprecher Christian Ginsig am Mittwoch einen Bericht der Westschweizer Zeitung «Le Temps». Die SBB befördere täglich weit über 900 000 Passagiere und verkaufe bloss noch 1900 Billette in den Zügen – dies mit einem Zuschlag von 10 Franken pro Billett auf den regulären Fahrpreis.

Da lohne sich der Aufwand für diesen Service nicht mehr. «Zudem gibt es Kunden, die es ganz gezielt und systematisch darauf anlegen, nicht kontrolliert zu werden», sagte Ginsig. Dieses Geld fehle letztlich in den Kassen des öffentlichen Bahnunternehmens. Eine genaue Zahl nannte Ginsig nicht. «Es geht aber sicher um einen zweistelligen Millionenbetrag jährlich.»

Möglicher Zeitpunkt unklar

Der frühestmögliche Termin für einen Antrag der SBB an den Verband öffentlicher Verkehr zur Abschaffung des Billettverkaufs in den Zügen sei Mitte Jahr. «Dann müsste man schauen, auf welchen Zeitpunkt die Massnahme umzusetzen wäre. Entschieden ist noch nichts.»

Eine Abschaffung des Billettverkaufs in den Zügen wäre nach Ansicht der Westschweizer Konsumentenorganisation FRC ein Rückschritt in der Behandlung der Kunden. Sie lässt das Argument der SBB nicht gelten, dass der Billettverkauf an Bord die Zugbegleiter von ihren anderen Aufgaben abhalte: der Kontrolle der Fahrscheine und der Information der Reisenden.

Dem hält SBB-Sprecher Ginsig entgegen, das Bahnunternehmen stocke bis 2014 das Zugspersonal um weitere 125 Stellen auf. Ziel sei es, dass jeder Fernverkehrszug von zwei SBB-Mitarbeitern begleitet werde – eben, um den Reisenden einen besseren Service zu bieten.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • roger staub am 24.03.2011 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    service poubelle

    schoen wie die sbb den dienst am kunden abbaut. vorschlag zum weiter kosten sparen: jeder reisende kontrolliert das ticket vom gegenueber, dann brauchts die konduktuere gar nicht mehr!

  • die logikerin am 24.03.2011 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Unlogisch!

    Wenn ja nur noch wenige ein Billett im Zug lösen, kann es auch nicht so ein Riesenaufwand sein, damit man diesen wichtigen Service abschaffen muss. Viele Ehrliche, die einfach mal zu spät sind oder denen ein kaputter Automat einen Strich durch die Rechnung machen, würden sinnlos BESTRAFT! Bitte nachdenken SBB!

  • Pressluftpinocchio am 24.03.2011 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Teuer

    Mimimi, die arme SBB beklagt sich über fehlendes Geld. Vielleicht sollte sie weniger in die Führungsetagen und mehr in den Service pumpen, dann würden auch weniger schwarzfahren. Ist viel zu teuer.

Die neusten Leser-Kommentare

  • B. Meyer am 25.03.2011 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Die Bahn ist wichtig!

    Stellt euch vor, es würden keine Züge mehr fahren, unser Strassennetz wäre dermassen überlastet, dass man nicht mehr vorwärts käme. Es ist wichtig, dass in die Bahn investiert wird, sie ist die Lebensader der Schweiz und wichtiger als die Armee.

  • Zahle doch schon genug... am 25.03.2011 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Klassenwechsel

    Und einen Klassenwechsel? Kann ja auch mal spontan vorkommen bei Überfüllung oder einfach so, ich habe es geschätzt mal ganz spontan die Klasse zu wechseln und den Zuschlag ohne grossen Aufwand im Zug zu bezahlen...

    • Stefan am 25.03.2011 16:33 Report Diesen Beitrag melden

      ja genau

      ich auch

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  • Michael Palomino (*1964) am 24.03.2011 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Zuschlag verdoppeln - Zahlkartensystem

    Man kann den Zuschlag verdoppeln. Aber igendwie ist es schon komisch, dass die SBB das Zahlkartensystem mit direkter Abrechnung vom Bankkonto noch nicht eingeführt haben. Dann gibt es nämlich keinen Grund zum Schwarzfahren aus Zeitgründen mehr. Ein solches Zahlkartensystem hat sogar der Schnellbus in Lima, also in einem absoluten "Entwicklungsland"...

  • Mike am 24.03.2011 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Die ÖV-Motzer

    Ihr Zugfahrer seid ja eh alle gegen Atomstrom und für die Abschaltung der AKW's. Das heisst dann für euch, 40% weniger Züge im Einsatz...viel Spass

    • Maya am 27.03.2011 08:02 Report Diesen Beitrag melden

      Strom pr Züge = hoch komplexe Rechnung..

      Was für eine hoch intelligente Aussage.... Die SBB Betreibt unter anderem auch eigene Pumpspeicherwerke, z.B. den Sihlsee. Und ja, wenn ein paar % Strom fehlen, dann werden die Züge auch 1:1 weniger fahren... Im Notfall gäbe es ja auch noch Dieselloks, welche die SBB auch heute noch häufig bei Güterbahnhöfen einsetzt. Und natürlich kann man die 40% von den AKWs in den nächsten Jahrzehnten bestimmt nicht durch etwas anderes ersetzen! Zudem exportiert die Schweiz auch Energie, also muss irgendwo ein Überschuss sein, auch wenn es vieleicht nur ein kleiner ist.

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  • die logikerin am 24.03.2011 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Unlogisch!

    Wenn ja nur noch wenige ein Billett im Zug lösen, kann es auch nicht so ein Riesenaufwand sein, damit man diesen wichtigen Service abschaffen muss. Viele Ehrliche, die einfach mal zu spät sind oder denen ein kaputter Automat einen Strich durch die Rechnung machen, würden sinnlos BESTRAFT! Bitte nachdenken SBB!