Raser-Initiative

02. Dezember 2008 13:00; Akt: 05.12.2008 14:25 Print

«Hoffentlich hat diese Schweinerei ein Ende!»

von Annette Hirschberg - Die von 20 Minuten Online publik gemachte Raser-Initiative hat bei den Lesern eine hitzige Debatte ausgelöst. Die Kommentare reichen von «endlich unternimmt jemand etwas» bis zu grundsätzlicher Kritik an weiteren Verboten und Gesetzen. Volkes Zorn traf sie in jedem Fall.

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Würde die Raser-Initiative heute lanciert, hätte sie tausende Unterschriften bereits auf sicher. Das zeigt eine Umfrage von 20 Minuten Online, an der sich inzwischen 4800 Personen beteiligt haben. Rund 76 Prozent der 20-Minuten-Online-Leser würden demnach die Initiative sofort unterschreiben.

Des Volkes Zorn nach den tödlichen Raserunfällen zeigt sich auch in den über 300 zum Teil sehr emotionalen Kommentaren: «Hoffentlich hat diese Schweinerei ein Ende! Strafen, Strafen und wieder Strafen!» Für die Idee erntet Roadcross viel Lob: «Endlich passiert etwas», schreiben zahlreiche Leser und lassen damit ihrem Unmut über die rasenden Automobilisten freien Lauf.

Rasern das Handwerk legen

Die Grundpfeiler der Initiative befürworten viele Leser: Unbedingte Gefängnisstrafen für schwere Vergehen, Ausweisentzug, PS-Beschränkung und das Beschlagnahmen von Fahrzeugen erachten viele als wirksame Mittel gegen massive Temposünder. «Gute Massnahmen! Auch die PS-Beschränkung. Denn die Nicht-Raser brauchen solche Boliden ja auch nicht, und wenn, dann nur um anzugeben», heisst es etwa. «Endlich! Wird auch Zeit, dass man denen das Handwerk legt. Fahrscheinentzug lebenslänglich wäre angesagt, anders lernen die das nie!», ist ein anderer überzeugt.

Härtere Massnahmen gefordert

Doch nicht allen Usern gehen die vorgelegten Massnahmen weit genug. «Verurteilte Raser sollten auch keine Bankkredite für neue Autos erhalten», lautet eine Forderung. Andere wollen das Leasing ganz verbieten, damit sich Junglenker keine teuren Bolliden kaufen können. Auch die Gefängnisstrafe wird bei einigen als zu mild betrachtet. «Bei Raser-Unfällen mit Todesfolge mindestens 10 Jahre Knast (abgesessen), lebenslanges Fahrverbot und saftige Bussen - wer halt nicht hören will, muss fühlen.» Weitere Vorschläge lauten: Die Raser-Autos sollen nicht verschrottet, sondern verkauft werden und der Erlös soll an die Opfer der Raser ausbezahlt werden. Auch eingebaute Kontrollgeräte sind ein Thema. «Eine Blackbox, die die Geschwindigkeit regelt», fordert ein User.

Legale Rennstrecken zum Austoben

Immerhin über 1000 User würden die Initiative gemäss der Umfrage von 20 Minuten Online nicht unterschreiben. Darunter ärgert besonders die angekündigte Leistungsbeschränkung für Junglenker viele. Die einen finden, das nütze gar nichts und schade nur der guten Idee, die anderen argumentieren, dass nicht PS an solchen Unfällen Schuld seien, sondern die Schnellfahrer. Man müsse an deren Erziehung arbeiten. Einige wiederum zweifeln, dass solche Gesetze Raser überhaupt stoppen können - fahren würden diese auch ohne Führerausweis. «Man sollte darüber diskutieren, Rennstrecken zu bauen, damit die Raser sich dort austoben können», schreibt ein User und glaubt, die Raser so von der Strasse holen zu können.

Andere halten grundsätzlich nichts von weiteren Gesetzen und Verboten: «Solche Initiativen sind problematisch. Es ist immer das Gleiche: Ein paar Wenige verursachen etwas Schlimmes und sofort sollen Gesetze alles verbieten.»