Verschwundene Zwillinge

23. Februar 2011 15:01; Akt: 04.03.2011 13:12 Print

Irina Lucidi: «Ich muss sie finden!»

Rund 100 Personen nehmen am Solidaritätsmarsch in St. Sulpice Teil. Die Mutter von Livia und Alessia wurde jedoch noch nicht gesehen.

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Marsch durch St. Sulpice VD. (Bild: 20 Minuten)

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Rund 100 Personen spazieren zurzeit durch das Waadtländer Städtchen St. Sulpice VD, der Heimat von Livia und Alessia. Organisiert wurde der Marsch für deren Mutter Irina Lucidi. Sie jedoch ist noch nicht gesehen worden. Dafür sind zahlreiche Medienvertreter aus Italien und der Westschweiz anwesend.

In einem Interview mit dem italienischen «Corriere della Sera» bekräftigte Lucidi, dass sie die Hoffnung nicht aufgegeben habe. «Ich will Livia und Alessia wiederfinden. Ich muss. Dafür alleine lebe ich zurzeit.»

Bereits am 5. Februar hatten sich 70 Personen zu einem solchen Marsch versammelt und eine Schweigeminute abgehalten. Die Facebook-Gruppe «Missing Alessia & Livia» führt inzwischen 18 000 Mitglieder.

Panzer gegen den Schmerz

Im Interview mit dem «Corriere» verlieh Lucidi ihrer Wut auf ihren Mann Matthias, der die Zwillinge entführte, Ausdruck. «In seiner Tat liegt so viel Hass und Grausamkeit, dass ich es kaum glauben kann. Er wollte mich bestrafen. Sein Hass auf mich war grösser als die Liebe zu den Kindern. Es läuft mir kalt den Rücken hinunter, wenn ich daran denke.»

Weiter sagte Irina Lucidi im Interview, sie finde nur dank Beruhigungsmitteln und Antidepressiva Schlaf. «Ich lebe unter Narkose, so als ob ich jeden Morgen einen Panzer gegen den Schmerz umbinden müsste.»

Ausserdem verriet sie im Interview mehr über ihre Töchter. «Alessia ist ein Erdbeben, sehr lebendig. Sie singt fürs Leben gern. Livia ist verschlossener, sie liebt Tiere. Beide wollten unbedingt eine Katze. Am Tag, als sie verschwanden, hatte ich zwei Katzen gefunden, die sich verstanden. Es sollte eine Überraschung werden.»

(job)