Alessia und Livia

29. März 2011 11:55; Akt: 29.03.2011 12:42 Print

Mutter will, dass die Suche weitergeht

Jetzt meldet sich die Mutter der beiden vermissten Zwillinge zu Wort. Auf Facebook und in einem Interview kritisiert sie die Arbeit der Waadtländer Polizei.

Irina L. in ihrem am Mittwoch, 9. März veröffentlichten Video-Appell. (Video: zvg)
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Irina L. gibt die Hoffnung nicht auf, ihre seit fast zwei Monaten vermissten Zwillinge Alessia und Livia noch lebend zu finden. Deshalb ist sie – wie der Grossvater der Kinder – empört darüber, dass der Waadtländer Staatsanwalt Pascal Gilliéron sich öffentlich über die hohen Kosten der Suche nach den beiden ausliess.

Auf Facebook und in einem Interview mit der Tageszeitung «Le Matin» vom Dienstag sagt sie, die Aussage von Gilliéron hat «mich als Mutter tief verletzt». Sie glaube, die Erwähnung der hohen Kosten diene «einzig und allein dazu, mich darauf vorzubreiten, dass die Suche sehr bald abgeschlossen wird. Das wäre für mich aber total inakzeptabel.»

«Mangelnde Erfahrung»

Sie gebe jedenfalls nicht auf und wolle ihre Kinder wiederfinden und sie wiedersehen. «Es ist die Aufgabe der Polizei, sie zu finden und mir zu zeigen.» Gleichzeitig wirft Irina L. der Polizei vor, sie habe – ganz im Gegensatz zur französischen Polizei – nach der Entführung der Kinder nicht schnell genug reagiert. «Das hängt wohl mit der mangelnden Erfahrung der Schweiz in Sachen Entführungen zusammen», analysiert sie.

Die ganze Situation rund um ihre vermissten Kinder sei äusserst schwierig und kaum auszuhalten, sagt Irina L. weiter. Sie habe aber das Glück, dass ihre Familie und ihre Freunde zu ihr stünden, die Bürger von St. Sulpice, 45 000 Menschen auf Facebook und die Organisation Swissmissing sie unterstützten. «All diese Liebe tut mir gut. Ich wüsste nicht, was ich ohne sie machen würde.»

Der kritisierte Staatsanwalt will zu den Vorwürfen der Mutter derzeit nicht Stellung nehmen. Er habe die Aussagen zur Kenntnis genommen, sagte er gegenüber «20 minutes». Die Ermittlungsbehörden aus Frankreich, Italien und der Schweiz treffen sich am Mittwoch in Lausanne. Nach dem Treffen wollen sie über den Stand der Suche nach Alessia und Livia informieren.

(uwb)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christian Aeschlimann am 29.03.2011 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Arme Schweiz...

    Es ist unglaublich, wie viele Leute hier kaltherzig argumentieren; zu hohe Kosten, Schicksal akzeptieren usw....Die meisten werden wahrscheinlich keine Kinder haben, darum diese Ansichten. Wir geben unsere Steuern für viel blöderes aus...! Dann all die Verschwörer die meinen die Mutter hat etwas damit zu tun - lachhaft....Es graut mir sehr in dieser kalten und dunklen Schweiz zu wohnen....Gruss Ein Vater mit 3 Kindern.

  • Christa Hajek am 29.03.2011 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Scham und Wut

    Ich schäme mich, Schweizerin zu sein. Habt ihr schon bemerkt, dass es hier um Menschenleben geht und nicht um ein Paar alte Schuhe? Das Leben von zwei unschuldigen kleinen Mädchen,die heute sehr gern in den Armen ihrer Mutter wären, gut geborgen. Unser Steuergeld ist für ihre Suche viel intelligenter ausgegeben als für den Kauf von Kriegsmaterial, das wir sowieso nie brauchen werden. Das kostet Milliarden!!! Da kräht kein Hahn, merkwürdig... Und die Mutter zu verdächtigen ist wirklich das Primitivste, das man sich denken kann.

  • Idee am 29.03.2011 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Mitgefühl

    Die Mutter und ihre Familie hat mein grösstes Mitgefühl, seit Wochen bange auch ich um das Schicksal der Zwillinge. Für mich als Mutter wäre der nächste Schritt, sofern man es sich leisten kann, klar diese "Spezialisten" welche Rückentführungen vornehmen. Einerseits verstehe ich absolut die Gefühle der Familie, aber halt auch der Polizei und Allgemeinheit. Würde von den hohen Kosten nicht zurückschrecken, damit wir endlich wüssten, was aus unseren Kindern geworden ist.

Die neusten Leser-Kommentare

  • StiglianoSusanne am 30.03.2011 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Flyer in Winterthur

    Wir con Facebook glauben daran dass Alessia&Livia noch leben.Sie können überall sein.Wir haben auch Flyer in Winterthur in verschiedenen Geschäften angebracht und hoffen eigentlich auf eine Massensolidarität, nur so bestehen die Chancen dass jeder weiss wer Alessia&Livia sind und könnten wichtige Hinweise liefern. Bitte bringt auch Ihr einen Flyer an eurem Auto an. Es gibt nichts schlimmeres als Stumm zu bleiben.

  • Christa Hajek am 29.03.2011 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Scham und Wut

    Ich schäme mich, Schweizerin zu sein. Habt ihr schon bemerkt, dass es hier um Menschenleben geht und nicht um ein Paar alte Schuhe? Das Leben von zwei unschuldigen kleinen Mädchen,die heute sehr gern in den Armen ihrer Mutter wären, gut geborgen. Unser Steuergeld ist für ihre Suche viel intelligenter ausgegeben als für den Kauf von Kriegsmaterial, das wir sowieso nie brauchen werden. Das kostet Milliarden!!! Da kräht kein Hahn, merkwürdig... Und die Mutter zu verdächtigen ist wirklich das Primitivste, das man sich denken kann.

  • g.h. am 29.03.2011 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Entschuldigung aber es muss gesagt sein

    Bei aller Trauer der Mutter, nach 2 Mte. Suche und bis jetzt nichts gefunden kann Sie nicht erwarten dass es unendlich so weitergeht. Warum kam es überhaupt so weit? Irgendwann kommen sie zum Vorschein, wie Ilenia auch, entweder lebend oder sehr traurigerweise tot. Aber dafür kann sie nicht den Staat zur Rechenschaft ziehen, es war ihre private Entscheidung ihre Art so zu leben. Auch wenns jetzt zum Fiasko kam. Herzliches Beileid trotzdem.

    • Madita am 03.04.2011 19:22 Report Diesen Beitrag melden

      Vater M. Schepp nicht mehr gebraucht?

      Wie auch hier in Deutschland vielfach in den letzten Tagen geschehen, werden Konflikte in Paarbeziehungen auf den Rücken kleiner Kinder ausgetragen, schlimmer noch, Kinder werden von Vätern umgebracht, um die Mütter bis ins Mark zu treffen. Was steckt dahinter? Oft, sehr oft sogar möchten Frauen Kinder haben, aber die dazugehörigen Männer (Väter) irgendwann - wenn nämlich die Kinder aus dem Gröbsten heraus sind - nicht mehr. Die Ängste der Väter, neben der Frau auch noch die Kinder zu verlieren, lässt offensichtlich viele Männer "durchdrehen" - verständlicherweise.

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  • Idee am 29.03.2011 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Mitgefühl

    Die Mutter und ihre Familie hat mein grösstes Mitgefühl, seit Wochen bange auch ich um das Schicksal der Zwillinge. Für mich als Mutter wäre der nächste Schritt, sofern man es sich leisten kann, klar diese "Spezialisten" welche Rückentführungen vornehmen. Einerseits verstehe ich absolut die Gefühle der Familie, aber halt auch der Polizei und Allgemeinheit. Würde von den hohen Kosten nicht zurückschrecken, damit wir endlich wüssten, was aus unseren Kindern geworden ist.

  • Christian Aeschlimann am 29.03.2011 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Arme Schweiz...

    Es ist unglaublich, wie viele Leute hier kaltherzig argumentieren; zu hohe Kosten, Schicksal akzeptieren usw....Die meisten werden wahrscheinlich keine Kinder haben, darum diese Ansichten. Wir geben unsere Steuern für viel blöderes aus...! Dann all die Verschwörer die meinen die Mutter hat etwas damit zu tun - lachhaft....Es graut mir sehr in dieser kalten und dunklen Schweiz zu wohnen....Gruss Ein Vater mit 3 Kindern.