Lovestorm

09. November 2014 17:11; Akt: 22.01.2015 09:30 Print

Ich und mein Ausländer

Wie viele Ausländer verträgt die Schweiz? Befürworter und Gegner der Ecopop-Initiative sind sich darüber uneinig. Eine Website bläst nun zur Charme-Offensive.

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Im Internet hat man genug von der emotionalen Ecopop-Debatte. Auf einer Website zeigen Ausländer und Schweizer, weshalb sie sich gegenseitig schätzen. (Quelle: Screenshot mit-dir.ch)

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Nach dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative wurde die Schweiz im Ausland zum Teil heftig kritisiert. Der deutsche «Focus» sprach gar von einer «Chronologie des Rassismus» und titelte: «So fremdenfeindlich ist die Schweiz». Eine Gruppe von Web-Aktivisten wollte diesen Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen und lancierte jetzt eine Mitmach-Plattform, auf der Schweizer und Ausländer zeigen können, wie gern sie sich haben.

Für Schweizer und Nichtschweizer

Seit Sonntag können Schweizer und Nichtschweizer auf «Mit-dir.ch» Statements und Fotos teilen. Ziel der Website: Gute Stimmung verbreiten und einen fröhlicheren Blick auf die Thematik werfen. «Schliesslich hatte die Schweiz genug Negativschlagzeilen», argumentieren die Initiatoren des Projekts.

«Mit dir lach ich gern!», scherzt zum Beispiel der Schweizer André mit seiner deutschen Oma, Schweizerin Julie gesteht, dass es sich mit Zejnep und Turgut «gut kochen lässt». Mit Maya aus Israel kann Silvan nicht nur Pferde, sondern auch Kürbisse stehlen. Selbst Kinder schwärmen für ihre ausländischen Gspänli: «Mit dir will ich eine Band gründen», meint der kleine Leif zu seiner Freundin.

«Wir wollen die Fremden-Freundlichkeit fördern»

Silvan Groher ist der Mann, der hinter dem Projekt steht. Für ihn ist die Aktion ein grosser Erfolg. «Neben der ganzen Angstmacherei der Befürworter und Gegner der Ecopop-Initiative, wollten wir ein positives Zeichen setzen», so Groher. Dabei verzichten die Macher hinter «Mit-dir.ch» auch ganz bewusst auf Parolen: «Wir wollen den Leuten nicht sagen, wie sie stimmen sollen.»

Die Idee hinter der Plattform ist nicht neu. Nach der Masseneinwanderungsinitaitive startete Groher zusammen mit zwei weiteren Freunden eine ähnliche Website, die innerhalb von nur wenigen Stunden international bekannt wurde. Mittlerweile gibt es mit «Ohnedich», «Nous sommes ici» und «Utandig» auch Ableger in Österreich, Frankreich und Schweden.

(tbi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Urs Meier am 09.11.2014 21:32 Report Diesen Beitrag melden

    Problem nicht erkannt

    Hach, es geht doch nicht um Fremdenhass sondern schlicht und einfach um die schiere Menge an Menschen, die hier leben wollen. Da nützt auch eine solche "Charme"-Offensive nichts...

  • Anonymous am 09.11.2014 21:30 Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Ecopop ist nicht Ausländerfeindlich. Es wird nur gern so gedreht damit man die Aufmerksamkeit des Volkes auf etwas anderes umlenkt als all den Problemen in Deutschland. In was für eine Welt leben wir den in dem die Begrenzung von Immigration als rassistisch bezeichnet wird? Es läuft nicht mehr rund.

  • Thom I. am 09.11.2014 21:56 Report Diesen Beitrag melden

    Mit Charme kann man nichts finanzieren

    In einer überfüllten Schweiz, mit 2Klassengesellschaft und überstrapazierten Sozialwerken, ist der Charme schnell verflogen. Für alle Beteiligten - ob Ausländer oder Schweizer....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lernender am 10.11.2014 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Nein zu Ecopop

    Mein Grossvater kam vor 40 Jahren aus Italien in die Schweiz und schon dort bekam er den Fremdenhass zu spüren. Inzwischen sind wir Italiener in der dritten, wenn nicht schon vierten Generation hier und gelten wie als Schweizer. Wieso kann es so auch nicht mit den Kosovaren, Serben, Kameruner etc. sein? Die Frage des Platzes stellt sich nicht, das hat die Schweiz genug. Die Raumplanung, unserer Kantone und Gemeinden ist einwandfrei

  • ichkannichtmehr am 10.11.2014 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann auch so kommen......

    Meine hat mich nach Schweizerpass Erhalt verlassen und ausgenommen. Jetzt lebt sie in mein Haus mit meine Kinder und neuen Freund.

  • Diego Dettling am 10.11.2014 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Gegen Kapitalismus

    Ich bin gegen den Kapitalismus, darum stimme ich JA zu Ecopop. Wenn erst der Wohlstand gesunken ist, fangen die Leute über wichtiges an nachzudenken und zeigen Nächstenliebe.

  • DenktWeiter am 10.11.2014 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Fremdenhass! Ecopop JA

    Grüezi, Hallo, Hello, Salut, Merhaba Ich bin Schweizerin, hier 1966 geboren, allerdings war ich damals Ungarin (Herkunft meine Vaters). Eingebürgert, später mit 12. Wegen meinem "un-Schweizerischen" namen wurde ich damals viel gemobbt, ja auch Steine flogen. Also ich weiss wie es einem ergehen kann. Bin seit über 20 Jahren mit einem Selbständigen Ausländer verheiratet. Also kein Fremdenhass hier. Es muss endlich begriffen werden dass wir eine Begrenzung mit Ecopop haben müssen. Die PFZ hat uns Riesen Probleme eingebracht die die Politik nicht gelöst hat. Wirtschaft nützt dies schamlos aus.

  • Roland Kämpe am 10.11.2014 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    genug!

    Kriegt man von den Ecopop-Gegnern auch noch sinnvolleres zu hören als ein (nicht zu rechtfertigendes) Fremdenfeindlichkeitsmantra und die Beharrung auf einem "Fachkräftemangel" (der wohl keiner wär, könnte man 4ojährige und älter nicht einfach "weil zu teuer" durch billigere Ausländer ersetzen)?! Der Platz in der Schweiz ist nunmal beschränkt und unsere Sozialwerke leiden unter einem Schneeballsystem.