Zuwanderung

19. Januar 2014 07:10; Akt: 30.01.2014 21:39 Print

Das Stromnetz reicht nicht mehr

von J. Büchi - Abhängigkeit von Importen und ein Anstieg der Strompreise von bis zu 75 Prozent. Dies kommt gemäss einer Studie bis 2050 auf die Schweiz zu. Droht ein Blackout?

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Wegen der Zuwanderung prognostiziert die SVP der Schweiz «massive Engpässe» im Bereich Energie. «Die Schweiz kommt in eine veritable Stromlücke», heisst es im Argumentarium der Partei zu ihrer Masseinwanderungsinitiative. Droht die Schweiz tatsächlich eines Tages im Dunkeln zu sitzen, wenn sich das Bevölkerungswachstum fortsetzt?

Dorothea Tiefenauer vom Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen bestätigt, dass die Strombranche derzeit vor enormen Herausforderungen steht. Sie verweist auf die 2012 erschienene Studie «Wege in die neue Stromzukunft», die verschiedene Szenarien für die künftige Stromversorgung aufzeigt. Die Berechnungen, die von einer 9-Millionen-Bevölkerung in der Schweiz ausgehen, zeichnen ein über weite Strecken düsteres Bild.

Strom bis zu 75% teurer

«Ganz gleich, welchen Weg wir in unserer Stromzukunft einschlagen: Ohne Importe und vermutlich auch ohne Gaskombikraftwerke werden wir, zumindest vorübergehend, nicht auskommen», heisst es in der Studie. An einem teuren Ausbau des Stromnetzes führt laut den Forschern kein Weg vorbei. Die Strompreise dürften bis 2050 je nach Energiepolitik zwischen 30 und 75 Prozent ansteigen.

«Grund für diese Prognosen ist aber weniger das Bevölkerungswachstum als der beschlossene Atomausstieg», erklärt Tiefenauer. Es werde schwierig und teuer sein, die Lücke zu schliessen, die durch die Abkehr von der Kernenergie entstehe.

Und wenn die Schweizer Bevölkerung wie von der SVP prognostiziert nicht auf neun, sondern gar auf zehn oder mehr Millionen Menschen anwächst? Verschärfen sich die Probleme dann noch? «Grundsätzlich können wir aus dem Ausland fast beliebig viel Strom importieren und auch das Netz kann noch weiter ausgebaut werden, als es heute geplant ist», so Tiefenauer. «Ein Blackout droht nicht.»

Problematische Abhängigkeit

Auch bei den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich EKZ heisst es auf Anfrage, mit einer «vorausschauenden Netzplanung» sei man für das Wachstum gerüstet. Der Richtplan für den Netzausbau werde alle fünf Jahre überprüft und angepasst. «Bei neuen Leitungen berechnen wir das abzusehende Bevölkerungswachstum mit ein und sind somit gut für die Zukunft gerüstet», so Mediensprecherin Priska Laïaïda. Auch sie bestätigt, aufgrund des Bevölkerungswachstum sei bei der Energieversorgung «kaum ein Engpass zu erwarten».

Ganz unproblematisch ist die Anpassung an die neuen Verhältnisse für die Schweiz jedoch nicht. Die Abhängigkeit vom Ausland berge politische Risiken, sagt Tiefenauer. Deshalb wäre es ideal, einen «guten Mix an inländischer Stromproduktion und Importen vor allem im Winter» zu erreichen. Beim Netzausbau müssten Bevölkerung und Politik zudem Kompromisse eingehen und zusätzliche Leitungen im Boden oder in der Luft akzeptieren. Auch wenn das Landschaftsbild darunter leidet. Tiefenauer dazu: «Wir können nicht immer mehr Strom brauchen, ohne einen gewissen Preis dafür zu bezahlen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Steiner Willy am 19.01.2014 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Es reicht

    Kein Strom mehr kein Wasser mehr kein Land mehr, aber noch mehr Spitäler / Schulen / Strassen / Bahnen / denn nach den Roten + Grünen brauchen diejenigen die in Zukunft in Hochhäusern leben nichts sie gehen zu Fuss das Arbeitslosen + die Fürsorgegelder abholen. 10 X Ja zur der SVP Initiative.

  • leo notter am 19.01.2014 07:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    umwelt

    ja und die linkrn und vorallem die grünen unterstützrn dir umweltbelastung durch millionen mehr menschen noch!? wenn man schon für die umwelt einstehen will muss man ja auch gegen zuwanderung sein, oder denken die nicht so weit?

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  • Emgi am 19.01.2014 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hallo

    und da sagt man Elektro Autis seien die Zukunft... ohne Strom fahren diese auch nicht

Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel, Bern am 22.01.2014 08:24 Report Diesen Beitrag melden

    Energiewende scheitert

    Die vielgepriesene Energiewende wird scheitern. Wir haben zwar noch relativ viel Wasserkraft aber die Krenkraftwerke können nicht duch Photovoltaik oder Windenergie ersetzt werden. Es bleibt nur der Import von Atomenergie aus Frankreich oder Gaskraftwerke. Doris Leuthard wird dies auch noch lernen müssen.

  • Toby Suter am 22.01.2014 06:09 Report Diesen Beitrag melden

    Noch schneller umstellen u sich Wundern

    warum der Strom teuerer wird. Wie kann man nur so Naiv sein. Vielleicht sollten man zuerst einmal genug alternativen bauen BEVOR man alle Atomkraftwerke abstellt! Zudem statt verschlechtern der Fördergelder sollte man dies verbessern und auch der Rabatt für Stromfressende Firmen sollte gestrichen werden. Die Konsumenten werden nur für Dumm verkauft von wegen Grünen Strom = Super Profit unter tollem Decknamen, wer dann nachforscht stellt fest es ist immer Mischstrom von wegen grün!

  • Michael von Hohenzaun am 21.01.2014 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Polemik

    Typisch dieser Tage. Solche Artikel unter der Rubrik "Zuwanderung" zu schreiben. Was soll das? Sind die Zuwanderer also an allem Schuld? 2050 wird der Energiebedarf natürlich wachsen, dies sollte für die Planer ein Ansporn sein auch den Bedarf decken zu können. Elektroautos werden die Strassen erobern, gleichzeitig werdenEndgeräte im Verbrauch aber viel effizienter. Ich glaube bei weitem nicht das es einen Blackout geben wird. Warum solche ine Polemik in den letzten Tagen??

    • Berner Bär am 22.01.2014 08:36 Report Diesen Beitrag melden

      Absolut keine Polemik

      Das Ziel des Stromsparen ist es - auch wenn die Endgeräte effizienter werden - den AKTUELLEN Verbrauch zu senken. Das ist mit immer mehr Menschen nicht möglich. Das hat überhaupt nichts mit Polemik zu tun, sondern eine ganz einfache Rechnung. Wenn - wie sie prognostizieren - die Strassen von Elektroautos erobert werden, muss dieser Bedarf zusätzlich gedeckt werden. Es nützt ja nichts, den Verbrauch von Benzin und Diesel zu senken und entsprechende Gegenleistung anzubieten.

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  • Daniel H. am 21.01.2014 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstversorgung

    Wer Strom für sich selbst produziert ist Unabhängig. Ich denke es ist durchaus möglich Häuser, Wohnkomplexe zu bauen die vom " Stromnetz " Unabhängig sich selbst versorgen können, wenn Investiert werden würde. Es ist möglich, aber NICHT gewollt, denn wenn sich immer mehr selbst mit Strom und Wärme aus Sonnenenergie versorgen, nun woher soll der Staat dann Steuern erhalten. Würde ich die Finanziellen Mittel haben, oder Investoren finden, so würde ich ein Haus bauen, was Unabhängig ist, oder Wohnkomplexe die Unabhängig sind.

  • Redneck am 21.01.2014 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Karrer Strohmann der Energiebranche!

    Liebe Stimmbürger, warum ging wohl Karrer von der Axpo zu ecos? Er soll dort sicherstellen, dass die Interessen der Energiebranche gewahrt werden. Das Hauptinteresse ist, eine Energieplanung, die auf Gewinnmaximierung, Zentralisierung, Masse und Abhängigkeit der Konsumenten ausgerichtet wird. Dezentrale Lösungen und Solar-Projekte sollen möglichst verhindert werden. Für die Planung braucht es Masseneinwanderung, denn nur so lassen sich die Mega-Projekte wirklich rechnen.