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Dr. Energy

06. Juni 2016 22:06; Akt: 06.06.2016 22:56 Print

«Wie sauber sind Elektroautos wirklich?»

Der Hype um Elektroautos ist gross. Doch sind diese Fahrzeuge tatsächlich umweltfreundlicher als herkömmliche Autos? Unser Experte Dr. Energy klärt auf.

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Leser Oli aus Luzern macht sich Gedanken über die Umweltverträglichkeit von Elektroautos wie beispielsweise dem Tesla. (Bild: Keystone/Manuel Lopez)

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«Elektroautos, das ist meiner Meinung nach eine sehr gute Sache. Doch immer wenn man versucht, das Thema anzusprechen, kommt das Argument, Elektroautos seien nicht sauberer als Benziner. Wenn man also die Stromproduktion und Akkuproduktion, aber auch die Benzinförderung, Transport der fossilen Energie und Motorherstellung einrechnet, wie viel sauberer ist das Elektroauto wirklich?»
Oli aus Luzern

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Lieber Oli

Du hast absolut recht: Elektroautos sind eine gute Sache: kein Abgas, kaum Lärm, kein Ölwechsel und ein niedriger Verbrauch. Ein Elektromotor ist in der Lage, fast die gesamte Energiemenge aus der Batterie für den Antrieb zu nutzen. Im Vergleich dazu produziert ein herkömmlicher Verbrennungsmotor gut drei Viertel Abwärme und nur ein kleiner Teil des Treibstoffes dient der Vorwärtsbewegung. Dadurch wird auch das Portemonnaie entlastet: Für 100 Kilometer Fahrtstrecke genügen Stromkosten von rund drei Franken. Elektromotoren haben zudem ein Superdrehmoment, was eine gute Beschleunigung ermöglicht. Beim Start vor einem Rotlicht hat nicht einmal ein Sportwagen eine Chance gegenüber dem Elektroauto (nach ein paar Metern würde der Sportwagen natürlich aufholen).

Wenn da nicht noch ein kleines Aber wäre: Kommt der Strom für das Elektroauto aus einem Kohle- oder Atomkraftwerk, schrumpfen alle Umweltvorteile wie das Eis an der Sonne. Der Schadstoff- und der CO2-Ausstoss werden dann ganz einfach zum Kraftwerk verlagert und das Ganze bleibt für die Umwelt ein Nullsummenspiel. Bevor das Elektroauto zu Hause an die Steckdose angeschlossen wird, sollte darum beim Elektrizitätswerk auf sauberen Strom umgestellt werden. Bereits mit einer Solaranlage (mit einer Fläche von circa 16 Quadratmetern), die auf dem Garagendach Platz findet, wird genug Strom für eine Fahrleistung von 15'000 km pro Jahr erzeugt.

Zuversicht ist angebracht

Da wäre noch der Aspekt, wie die Batterien hergestellt werden. Für deren Herstellung werden Materialien benötigt, deren Produktion nicht ganz unproblematisch ist. Hier ist die Industrie gefordert: mit der Weiterentwicklung der Technologie und einem funktionierenden Recycling. Aber auch der Verbrennungsmotor ist nicht von heute auf morgen entwickelt worden, so dass Zuversicht angebracht ist.

Weitere Fragen zum Thema Energie? Die Infoline von Energie Schweiz hilft weiter unter 0848 444 444 oder gleich online via Webformular.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fubar am 06.06.2016 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Antwort

    Eine wirkliche Antwort auf die Frage bekommt man leider nicht...

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  • Kuno am 06.06.2016 22:52 Report Diesen Beitrag melden

    Experte?

    "Kommt der Strom für das Elektroauto aus einem Kohle- oder Atomkraftwerk, schrumpfen alle Umweltvorteile wie das Eis an der Sonne. Der Schadstoff- und der CO2-Ausstoss werden dann ganz einfach zum Kraftwerk verlagert und das Ganze bleibt für die Umwelt ein Nullsummenspiel." -- Schadstoff- und CO2-Ausstoss bei AKWs? Da hat mal wieder wer mit dem Bauch statt dem Kopf gedacht...

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  • Bess Erwisser am 06.06.2016 22:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wow, was für ein Beitrag

    Ein echter Fachmann! Unglaublich. So eine mehrwertbringende Antwort... Haut mich um! Danke für diesen wahnsinnig bildenden und inspirierenden Artikel. Wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Realist am 18.06.2016 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber belügen

    Hört doch bitte mal auf mit der Lüge vom Ökostrom. Tatsache ist, seit Fukushima wird in Europa genau gleich viel Bandstrom aus AKWs produziert. Tagsüber heizen die Deutschen mit dem Überschüssigen Solarstrom die Geleise der Bahn und bei uns wird der "saubere" Wasserstrom per importiertem Kohle- und Atomstrom in den Pumpwerken Nachts (weil billig und überschüssig) durch hochpumpen von Wasser "erzeugt". Wenn am Tag sauberer Strom teuer verkauft wird, stammt diese saubere Energie teilweise also auch von Kohle / AKW. Strom ist Strom und das ist Fakt.

    • Diego Dudli am 20.06.2016 00:46 Report Diesen Beitrag melden

      @Realist: Andere belügen

      BEIDES ist in Europa Tatsache: Strom aus erneuerbaren Ressourcen (Wasser, Wind, Sonne usw.), leider aber auch aus mehrheitlich französischen AKW's und deutschen Kohlekraftwerken. AKW's produzieren schon lange Bandstrom, nicht erst seit Fukushima. Richtig, Sonne und Wind sind gewaltige Energiequellen und im Moment ist das Netz/System damit überfordert. AKW- und Kohlestrom werden staatlich massiv subventioniert und unterwandern damit den Markt. Die meisten Marktteilnehmer agieren nicht nach Gewissen, sondern nach Preis, leider. Zum Schluss noch ein Fakt von mir: Kohle ist Kohle.

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  • Spider am 14.06.2016 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschlich

    Keiner rechnet die Ladezeiten eines E-Autos mit ein. Wenn ich in die Skiferien fahren möchte (Valais), müsste ich, um rein elektrisch zu fahren 3 mal nachtanken. Ein Tankgang braucht noch immer ca. 2 Stunden (Schnellade darf nicht gerechnet werden, da dies nicht mehr umweltfreundlich ist) Also muss ich 6 Stunden zusätzliche Reisezeit einrechnen... WER macht denn so was? Also wird wieder mit Benzin gefahren.....das den Akku auflädt

    • Diego Dudli am 15.06.2016 11:17 Report Diesen Beitrag melden

      @Spider

      Keine Ahnung was für ein Elektroauto Du fährst und wie, aber da Hast Du ein echtes Problem. Mit meinem Model S fahre ich am Freitagabend die 290km von Zürich nach Siders via via Bern, Montreux auf der Autobahn mit 120 und zwar NONSTOP! Dort lade ich ihn im Chalet über Nacht wieder auf, wie zu Hause an der Steckdose (400V, 16A = 50km/Std.) und fahre damit am Sonntag wieder nach Zürich und zwar NONSTOP!

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  • Spider am 14.06.2016 20:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechnungsaufgabe

    Die Solaranlage (auf dem Dach), die Umrüstung der Tankstellen und v.m. ist ebenfalls mit einzubeziehen. All das rechnet sich nicht mit. Auch wenn nur ein Chip defekt ist, läuft kein E-Auto mehr... und diese werden maximal 10 Jahre nachlieferbar sein. Sogar die Steuerprogramme werden von der Industrie nach der Pflichtzeit gelöscht. Also haben wir am Schluss viel funktionsfähigen Elektroschrott zu entsorgen. Ein Oldtimer hat all diese Probleme nicht.

  • Diego Dudli am 14.06.2016 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Dr. Energy irrt!

    Einspruch! Ich hab mal den schlimmstmöglichen Fall nachgerechnet: Wenn mein Tesla Model S mit einem NEFZ-Verbrauch 17.3 kWh/100km mit deutschem Kohlestrom mit 569g pro kWh (!) fahren müsste, dann würde er pro Kilometer 99 Gramm CO2 verursachen, wie ein Auto mit 4.2 Liter Benzinverbrauch auf 100km. Man vergleiche dies mit Autos der gleichen Fahrzeugklasse (Audi A8, BMW 7, Mercedes S, Jaguar XJ, Maserati QP, Porsche Panamera) mit Gewicht 1990-2235kg (Model S 2260kg) und NEFZ-Verbrauch 8.3-11.6L/100km. Ergo (Quintessenz folgt im nächsten Kommentar) ...

    • Diego Dudli am 14.06.2016 14:48 Report Diesen Beitrag melden

      Quintessenz: Elektroauto IST sauberer!

      Ergo ist das Elektroauto (mit 1.9L Benzinäquivalent/100km 4-6 x energieeffizienter!) nicht einmal HALB so schmutzig in Bezug auf das Klima schädigende CO2, als die derzeitigen Topmodelle aller etablierten Automobilhersteller. Die Aussage von Dr. Energy ist also FALSCH, da bleibt also immer noch gut der HALBE Eisberg an der Sonne übrig! Übrigens, MEIN Elektrizitätswerk liefert mir 100% sauberen Ökostrom aus CH-Wasserkraft und lokaler Photovoltaik (15% teurer), ergo 0% CO2 für die nächsten 200'000 Kilometer und vermiedenen 3854To CO2!

    • Diego Dudli am 14.06.2016 15:36 Report Diesen Beitrag melden

      Korrigendum

      (da ist ein Bindestrich verloren gegangen!) richtig ist: 38 bis 54 Tonnen CO2!

    • Spider am 14.06.2016 20:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Diego Dudli

      Bis auf die Entsorgung, nur weil ein einziger Chip nicht mehr richtig geht... Dann ist ein E-Auto nicht mehr sauber zu entsorgen...

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  • Igel am 12.06.2016 06:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigene Fortbewegung

    Das Umwelfreundlichste sind die eigenen Beine. Sofern man noch gehen kann.

    • Spider am 14.06.2016 20:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Igel

      ... und ausserdem gesünder, ausser man wird von einem E-Auto angefahren, weil man es nicht kommen hörte...

    • Diego Dudli am 15.06.2016 19:02 Report Diesen Beitrag melden

      @Spider

      Richtig! Und deshalb lernen wir ALLE im Kindergarten 'luege, lose, laufe'. Aber wer 'blind' über die Strasse geht, in Gedanken weit weg und/oder akustisch mit einem Kopfhörer 'zugedröhnt', muss sich nicht wundern! Zum Glück gibt es jede Menge Elektroautomobilisten wie mich: ich bin mir dessen bewusst und achte deshalb auf solche 'Blindgänger', nehme Rücksicht, fahre extra langsam und winke freundlich, wenn sie mich bemerken. Und wenn nicht, Hupe ich sie mal kurz an und winke dann freundlich. Bis jetzt ist jeder 'aufgewacht' und hat was dazugelernt!

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