Energy Challenge

30. Juli 2019 12:38; Akt: 01.08.2019 16:47 Print

5 Tipps, um weniger Abfall zu produzieren

In der Schweiz werden jedes Jahr drei Milliarden Franken für die Abfallentsorgung ausgeben. So können Sie die Müllproduktion reduzieren.

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Aufgrund des hohen Lebensstandards hat die Schweiz eines der höchsten Siedlungsabfallaufkommen der Welt. Schweizer produzieren gemäss dem Bundesamt für Umwelt über 700 Kilogramm Abfall pro Person und Jahr. 30 Kehrichtverbrennungsanlagen verbrennen schweizweit insgesamt rund vier Millionen Tonnen Müll, davon sind drei Millionen Tonnen Siedlungsabfälle, während eine Million Tonnen aus Industrie und Gewerbe sowie aus dem grenznahen Ausland stammt.

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Sowohl die Herstellung von Produkten wie auch die Entsorgung des Abfalls haben ökologische und ökonomische Auswirkungen. Nebst dem Verbrauch von knappen Rohstoffen kostet die Entsorgung inklusive der notwendigen Infrastruktur viel Geld. Die Entsorgung sämtlicher Abfälle kostet die Schweiz insgesamt gut drei Milliarden Franken pro Jahr. Das Littering – das unbedachte Fallen- oder Liegenlassen von Abfall – ist eine zunehmende Erscheinung, die zusätzlichen Aufwand für die Abfallentsorgung erfordert und jedes Jahr Kosten von rund 200 Millionen Franken verursacht.

Nachfolgend gibt es fünf praktische Tipps, die Privatverbrauchern dabei helfen, weniger Abfall zu produzieren.

Einwegverpackungen meiden: Abfallreduktion beginnt beim Einkaufen. Viele Lebensmittel sind doppelt oder gar dreifach verpackt. In vielen Läden gibt es jedoch Alternativen zu Einwegverpackungen. Gemüse oder Kräuter etwa sind auch lose erhältlich, während man Joghurt, Öl, Essig und Saucen wie Ketchup, Senf oder Pesto-Mischungen auch in rezyklierbaren Glasbehältern kaufen kann. Beim Kauf von Früchten und Gemüse ist es einfach, auf zusätzliche Plastiksäckchen zu verzichten, sind die Produkte doch durch ihre natürliche Schale bereits verpackt und in den meisten Fällen werden die Produkte zu Hause ohnehin gewaschen oder geputzt. Statt Taschentücher in einzelnen Päckchen können sie in einer Kartonbox gekauft werden. Die Einkäufe sollten entweder in einer mehrfach verwendeten Papiertragtasche, einer Stofftasche oder einem Jutebeutel nach Hause gebracht werden.

Eigenes Geschirr mitbringen: Ob beim morgendlichen Kaffee, dem Mittagessen oder einer spontanen Zwischenmahlzeit: Wiederverwendbare Becher, Teller, Schüsseln oder Besteck mitzubringen, sorgt ebenfalls für einen signifikant kleineren Plastikverbrauch. Inzwischen verkaufen viele Kaffeehäuser, Bäckereien oder Take-away-Stände wiederverwendbare Becher, Behälter oder Besteck-Sets und gewähren Rabatte auf das Sortiment, wenn Kunden das Mehrweg-Geschirr befüllen lassen.

Food-Waste vermeiden: Je nach Quelle geht bis zu einem Drittel aller in der Schweiz produzierten Lebensmittel auf dem Weg zum Teller verloren oder wird verschwendet. Das sind pro Jahr rund zwei Millionen Tonnen Nahrungsmittel. Food-Waste hat weitreichende Auswirkungen auf die Umwelt. Die Produktion von Lebensmitteln ist weltweit für rund 30 Prozent aller Umweltbelastungen verantwortlich. Werfen wir einwandfreies Essen in den Abfall, werden knappe Ressourcen wie Wasser, Böden und fossile Energieträger also vergebens belastet oder verbraucht. In Industrieländern wird oftmals zu viel eingekauft. Deshalb sollte man sich vor dem Wocheneinkauf fragen, wie oft in der kommenden Woche wie viele Personen zu Hause essen werden, was aktuell im Kühlschrank steht und wie man bereits gekaufte Lebensmittel mit Frischprodukten ergänzen möchte. Menüpläne und darauf basierende Einkaufszettel helfen dabei, bewusster einzukaufen. Wurden trotz bedachten Einkaufes doch mal zu viele Frischprodukte gekauft, lassen sich viele davon problemlos einfrieren. Lebensmittel sollten zudem nicht nur nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum beurteilt werden. Es ist besser, das Produkt genau zu betrachten, daran zu riechen und es zu betasten. Oft können Lebensmittel auch nach Ablauf des Verfallsdatums noch ohne Gesundheitsrisiko oder Geschmackseinbussen konsumiert werden. Aus Essensresten lassen sich zahlreiche Suppen zubereiten. Eine Alternative zum Einmachen, Einfrieren und der Resteverwertung stellt Food-Sharing dar. In vielen Städten gibt es inzwischen Initiativen gegen Food-Waste, wobei Lebensmittel getauscht oder verschenkt werden.

Leitungswasser trinken: Wasser in PET-Flaschen ist nicht gesünder als Hahnenwasser. Mit dem Verzicht auf Mineralwasser oder Softgetränke in PET-Flaschen kann Energie gespart und die Abfallmenge reduziert werden. Das Wasser sollte man – ohne Plastikröhrli – direkt aus einem Glas oder einer rezyklierbaren Trinkflasche zu sich nehmen.

Nachhaltig einkaufen: Viele Konsumenten kaufen kurzlebige Produkte wie in Bangladesh unter inhumanen Bedingungen hergestellte Kleider, günstige Elektrogeräte oder Billigmöbel. Da sich aufgrund des tiefen Einkaufspreises ein Weiterverkauf, Tausch oder eine Reparatur finanziell nicht zu lohnen scheint, werden zahlreiche Konsumgüter vorschnell entsorgt. Dagegen hilft, mehr Zeit für den Vergleich von Produkten aufzuwenden, allenfalls etwas tiefer in die Tasche zu greifen und dafür langlebige Güter zu erwerben. Dies macht nicht nur im Hinblick auf die Abfallmenge Sinn, sondern schont langfristig auch das Haushaltsbudget.

(sts)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lästermaul am 30.07.2019 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hätte auch einen Tip

    Zeitungen und Gurken nicht mehr in Folie einschweissen und aufhören jeden Tag den Papierwerbedreck in den Briefkasten zu stopfen.

    einklappen einklappen
  • Kotzbrocken am 30.07.2019 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur mal so

    Schickt doch die Tips mal an die Grossverteiler, vielleichts hat es dort jemand der lesen kann.

  • Alberto am 30.07.2019 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kunststoff sammeln!!

    Ich musste auf die kleinen 17 Liter Abfallsäcke wechseln weil ich alles trenne und den Kunststoff separat in Säcken sammle, 10 Kunstoffsammelsäcke mit jeweils 60 Liter kosten mich 26 Franken !!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ai am 02.08.2019 00:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rohmilch ist nicht verboten

    Ich kaufe Rohmilch in der Glasflasche.Für mich kein Grund ins Ausland zu karren.Auch ist kein Verlass auf Grossverteiler. Gib dem Kleinen eine Chance

  • AlainvB am 01.08.2019 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    17l Sack pro Woche

    Familie mit 4Personen + 1 Hauskatze = 1x 17l Abfallsack pro Woche. Leider hat Aldi mit dem TetraPak sammeln aufgehört, oder wir wären bei einem 17l Sack alle 1,5 Wochen

  • Cavi33 am 01.08.2019 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja die Tipps

    Sammle auch getrennt, aber nur Glas, PET und Plastikflaschen sowie Alu und Stahlblech. Der Rest wandert in den Müllsack. Da kaum jemand weiss wie eine Müllverbrennungsanlage richtig funktioniert sollte eben auch brennbares im Abfallsack sein. Wenn die KVA nämlich mit zusätzlichen Gasbrenner nur noch funktioniert dann stimmt was nicht. Einmal im Betrieb muss die Anlage von selbst "brennen', sonst ist die CO2 Bilanz im Eimer .

  • Holla am 01.08.2019 17:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tipp

    Ich stelle meinen Güselsack jeweils beim Nachbarn hin. Das beruhigt mein Gewissen ungemein.

  • Lynneta Kämmerer am 01.08.2019 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abfallkommentare

    Da sind wohl eher "Pyrotechniker" gemeint, da Pyromanen, ob Privat oder offiziell ,nur Schaden anrichten mit dem "zünseln"!