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Energy Challenge

03. August 2018 15:52; Akt: 06.08.2018 08:19 Print

7 Anzeichen, dass der Klimawandel real ist

Prominente Klimaleugner wie Donald Trump halten den Klimawandel für Angstmacherei. Der Temperaturanstieg macht sich jedoch im Alltag bemerkbar.

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Der Temperaturanstieg beträgt in der Schweiz seit dem Messbeginn 1864 knapp zwei Grad Celsius und ist damit doppelt so hoch wie im weltweiten Mittel (0,9 Grad). Die Anzahl der Sommertage, an denen das Thermometer über 25 Grad Celsius steigt, wird in Zukunft genauso wie das Vorkommen von Tropennächten zunehmen. Hitzesommer können insbesondere für ältere Menschen tödlich enden. Seit Mitte der 80er-Jahre wird laut Glaziologen der Universität Freiburg im gesamten Alpenraum ein starker Gletscherschwund beobachtet. Dieser steht in direktem Zusammenhang mit den erhöhten Treibhausgasemissionen der Industriegesellschaft und dem dadurch verursachten globalen Temperaturanstieg. Der tauende Permafrost stellt für zahlreiche Bergbahnen ein kostspieliges Risiko dar, da Fundamente von Masten und Stationen in höheren Lagen häufig im gefrorenen losen Gestein verankert sind. Zudem erhöht sich die Steinschlag- und Felssturzgefahr im Gebirge. Im Bild ist das Felssturzgebiet auf der Ruosalp im Kanton Uri zu sehen. Die Wintersportsaison wird sich in Zukunft um einige Wochen verkürzen und die Schneegrenze um mehrere hundert Meter ansteigen. Vorerst wird der Klimawandel besonders Skigebiete, die unterhalb von 2000 Metern liegen, empfindlich treffen. Neben dem Winter-Tourismus sind direkte wirtschaftliche Folgen vor allem in den produzierenden und verarbeitenden Sektoren spürbar. In erster Linie die Landwirtschaft leidet unter Trockenperioden und Bauern werden in Zukunft öfter auf Bewässerung angewiesen sein. Für zahlreiche Tierarten bedeutet der Klimawandel das Verlassen des gewohnten Lebensraumes. Murmeltiere beispielsweise reagieren empfindlich auf die Wärme und weichen in höhere Regionen der Alpen aus. Die Humusschicht in höheren Lagen reicht irgendwann jedoch nicht mehr aus und der Boden wird wörtlich zu dünn, um genug tiefe Höhlen für einen sicheren Winterschlaf zu graben. Allergiker spüren Ärzten zufolge ebenfalls Anzeichen der weltweiten Erwärmung. Allergologen vermuten, dass der Anstieg der CO2-Konzentration die Pollenproduktion bei Pflanzen signifikant ankurbelt und deswegen zu mehr Allergien führt.

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Die Schweiz ist vom Klimawandel stark betroffen. Die Erwärmung seit dem Messbeginn 1864 beträgt hierzulande knapp zwei Grad Celsius. Sie ist damit doppelt so hoch wie im weltweiten Mittel (0,9 Grad). Mit der im Klimaabkommen von Paris festgelegten durchschnittlichen Erwärmung von zwei Grad Celsius maximum könnten die Temperaturen in der Schweiz bis 2060 um zusätzliche ein bis drei Grad steigen.

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Doch es gibt trotz dieser Messungen und zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen noch immer Politiker oder Wirtschaftsvertreter, die den Klimawandel für ein Märchen halten – allen voran US-Präsident Donald Trump. Nachfolgend werden sieben Anzeichen aufgelistet, dass der globale Temperaturanstieg tatsächlich stattfindet.

Hitzesommer: Eine unmittelbare Folge der steigenden Temperaturen ist, dass es in der Schweiz in Zukunft heissere Sommer geben wird. Die Anzahl der Sommertage, an denen das Thermometer über 25 Grad Celsius steigt, wird genauso wie das Vorkommen von Tropennächten zunehmen. Hitzesommer können insbesondere für ältere Menschen tödlich enden. Ursache für die höhere Sterblichkeit sind nicht unbedingt die Tagestemperaturen, sondern die Tropennächte mit über 20 Grad. So kann sich der Körper anfälliger Personen nicht mehr erholen. Im heissen Sommer 2003 waren 1000 zusätzliche Todesfälle zu verzeichnen, Zahlen für den diesjährigen Hitzesommer stehen noch aus.

Gletscherschmelze: Am anschaulichsten zeigt sich der Klimawandel in den Bergregionen an den Gletschern. Seit Mitte der 80er-Jahre wird laut Glaziologen der Universität Freiburg im gesamten Alpenraum ein starker Gletscherschwund beobachtet. Dieser steht in direktem Zusammenhang mit den erhöhten Treibhausgasemissionen der Industriegesellschaft und dem dadurch verursachten globalen Temperaturanstieg. Der 23 Kilometer lange Aletsch-Gletscher ist ein bekanntes Schweizer Wahrzeichen, doch seine Grösse schwindet: Seit 1870 ist der flächenmässig grösste und breiteste Gletscher der Alpen bereits um drei Kilometer zurückgegangen. Wegen der Gletscherschmelze werden im Aletschgebiet Hänge instabil.

Weniger Permafrost: Die Erwärmung des dauernd gefrorenen Untergrundes im Hochgebirge – Permafrost – ist gemäss dem Portal für Naturwissenschaften Schweiz ein langsam ablaufender und langfristig wirkender Prozess. Der tauende Permafrost stellt für zahlreiche Bergbahnen ein kostspieliges Risiko dar, da Fundamente von Masten und Stationen in höheren Lagen häufig im gefrorenen losen Gestein verankert sind. Zudem erhöht sich die Steinschlag- und Felssturzgefahr im Gebirge. Von der Gefährdung durch Steinschlag sind hauptsächlich Wanderer, Bergsteiger, Kletterer und Mountainbiker betroffen.

Schneemangel: Die Wintersportsaison wird sich in Zukunft um einige Wochen verkürzen und die Schneegrenze um mehrere hundert Meter ansteigen. Die Schneesaison beginnt in den Schweizer Alpen heute rund zwölf Tage später als noch 1970 und endet 25 Tage früher. Vorerst wird der Klimawandel besonders Skigebiete, die unterhalb von 2000 Metern liegen, empfindlich treffen.

Wirtschaftliche Folgen: Neben dem Winter-Tourismus sind direkte wirtschaftliche Folgen vor allem in den produzierenden und verarbeitenden Sektoren spürbar. In erster Linie die Landwirtschaft leidet unter Trockenperioden und Bauern werden in Zukunft öfter auf Bewässerung angewiesen sein. Trockenheit setzt aber auch Kiefergewächsen zu. Fichten, die in der Holzwirtschaft eine äusserst wichtige Rolle spielen, drohen unter anderem aus Wassermangel und wegen einer Zunahme des Borkenkäferbestandes aus den Wäldern des Mittellands zu verschwinden.

Veränderungen in der Tierwelt: Auch Tiere leiden stark unter dem Klimawandel. Laut «National Geographic» dürfte jede sechste Tierart innerhalb des nächsten Jahrhunderts aufgrund des globalen Temperaturanstiegs und der damit einhergehenden Veränderungen der Umwelt aussterben. Andere Forscher sprechen gar davon, dass nur vier von fünf Tierarten das nächste Jahrhundert erleben werden.

Der Klimawandel bestimmt den Zeitpunkt des Frühlingserwachens verschiedener Arten unterschiedlich stark. Daher sind zeitliche Fehlabstimmungen zwischen Bienen- und Pflanzenarten möglich und es besteht laut einer Untersuchung der Universität Würzburg die Gefahr, dass Bienen ohne Nahrungspflanzen auskommen müssen, wenn sie ihre Winterruhe zu früh beenden. Ähnlich ergeht es den Igeln: Die Stacheltiere beginnen ihren Winterschlaf, wenn die Temperaturen über einen längeren Zeitraum unter sechs Grad Celsius liegen. Seit einigen Jahren unterbrechen Igel ihren Winterschlaf früher, wenn die Temperatur dauerhaft über mehr als sechs Grad liegt. Während der Schlafpausen verbrauchen die Tiere enorme Mengen ihrer gespeicherten Fettreserven. Erneute und plötzliche Wintereinbrüche bedeuten für Igel oftmals den Tod.

Für andere Arten bedeutet der Klimawandel das Verlassen des gewohnten Lebensraumes. Murmeltiere beispielsweise reagieren empfindlich auf die Wärme und weichen in höhere Regionen der Alpen aus. Die Humusschicht in höheren Lagen reicht irgendwann jedoch nicht mehr aus und der Boden wird im wahrsten Sinn des Wortes zu dünn, um genügend tiefe Höhlen für einen sicheren Winterschlaf zu graben. Der Alpenschneehase hat mit dem gleichen Problem zu kämpfen. Es wird prognostiziert, dass er bis 2100 durchschnittlich über ein Drittel (35 Prozent) seines Lebensraums verloren haben wird.

Kälteempfindliche Arten profitieren von der Klimaerwärmung. Diverse Schmetterlinge, Heuschrecken und einige Schneckenarten wie die auch unter dem Namen Baumschnecke bekannte Gefleckte Schnirkelschnecke können sich weiter ausbreiten und mehr Lebensraum für sich beanspruchen. Schädlinge wie Borkenkäfer, Kartoffelkäfer oder Blattläuse können sich bei höheren Temperaturen besser vermehren. Dies stellt wiederum eine Gefahr für die Fauna dar.

Mehr Allergien: Allergologen vermuten, dass der Anstieg der CO2-Konzentration die Pollenproduktion bei Pflanzen signifikant ankurbelt und deswegen zu mehr Allergien führt. Allergiker spüren Ärzten zufolge ebenfalls Anzeichen der weltweiten Erwärmung.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paul Bach am 03.08.2018 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem?

    Die Überbevölkerung macht mir mehr Angst als die Klimaerwärmung. Die Überbevölkerung scheint aber nirgends ein Thema zu sein. Ist es vielleicht zu unangenehm darüber zu sprechen und zu schreiben?

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  • Donna M. am 03.08.2018 16:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu spät

    Der Klimawandel ist real und lässt sich nicht mehr schönreden. Er findet direkt vor unserer Haustüre statt. Bei dieser Überbevölkerung, welche enorme Ressourcen verbraucht weltweit, wird sich nichts mehr ändern. Es ist schon längst 5 nach 12. Nichts hat sich geändert, weil nichts geändert wurde.

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  • Evi am 04.08.2018 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klima

    Es geht gar nicht nur ums Klima, sondern generell um unsere Umwelt. 70% der Insekten sind in wenigen Jahren verschwunden, weil wir Pestizide einsetzen. Viele Tiere sind ausgerottet oder werden es noch sein, weil wir ihnen die Lebensgrundlage entziehen. Und das alles nur, um unser Luxusleben zu befriedigen. Wir werden dafür büssen müssen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Max Meier am 30.08.2018 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    Heisser Sommer und damit Klimawandel?

    Wie kann man nur von einem heissen Sommer in Europa auf eine Klimaveränderung deuten? In der südlichen Hemisphäre war es in diesem Jahr massiv zu kalt. Klima ist weltweit und nicht nur hier.

  • Mata_Byte am 18.08.2018 19:23 Report Diesen Beitrag melden

    Natürlich gibt es den!

    Ja der Klimawandel ist real. Aber die Ursache ist in der Flugrichtung der Sonne hinter den Polarstern zu suchen nicht bei den so unbedeutenden Homosapien's! Wo sind all die Wissenschaftler in die Schule gegangen?

  • Linda am 09.08.2018 22:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Klimalüge

    Die Klimaveränderung gehört zur Geschichte der Erde. Richtig. Wir reden da aber von Zeiträumen um die 100'000 Jahre, extremstenfalls 10'000 Jahre. Wer behauptet, dass der erwartete Temperaturanstieg von 4 Grad seit Beginn des Industrie- Zeitalters bis Ende des 21. Jh., also knapp 200 Jahre, normale Klimaveränderung ist, der belügt sich selbst.

  • s'Mimöseli am 09.08.2018 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    das Klima wandelt sich,

    seit es die Erde gibt. Das einzige Problem wird in der Zukunft sein, dass sich bei der Eisschmelze die Meeresspiegel derart erhöhen, dass es den Lebensraum von Abertausenden Menschen zerstört. Die müssen ins Landesinnere oder sogar in andere Länder fliehen, und dann ist der derzeitige Dichtestress ein laues Lüftelein im Gegensatz zu dem Orkan bei den zu erwartenden Völkerwanderungen.

  • Mike am 09.08.2018 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Südpol mit Palmen :)

    man hat ja schon versteinerte Palmblätter unter dem Eis am Südpol gefunden, somit wurde bewiesen das der Südpol schon mal eisfrei war und Vegetation hatte. Also bitte, der Klimawandel gibt es ob wir Menschlein hier sind oder auch nicht hier sind. Es Wandelt sich immer!