Energy Challenge

24. Mai 2019 19:00; Akt: 24.05.2019 19:00 Print

Checkliste für nachhaltiges Shopping

Die Umweltbelastung durch die weltweite Textilindustrie ist enorm. Durch bewussteres Shopping können die negativen Auswirkungen reduziert werden.

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Die weltweite Textilproduktion hat sich einer Studie des Beratungsunternehmens McKinsey zufolge innerhalb von 15 Jahren mehr als verdoppelt, 2014 wurden weltweit erstmals mehr als 100 Milliarden neue Kleidungsstücke hergestellt. Während bei Kleiderläden und grossen Fashion-Ketten die Kassen klingeln, werden für die Herstellung unserer günstigen T-Shirts, Kleider und Hosen nach wie vor Arbeiter in Billiglohnländern ausgebeutet. Ausserdem ist die Produktion von immer mehr Kleidungsstücken äusserst schlecht für die Umwelt. Auf den Aspekt der Umweltbelastungen wird nachfolgend eingegangen.

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Baumwolle beispielsweise ist einer der meistverwendeten Rohstoffe der Textilindustrie, doch die Auswirkungen auf die Anbauländer sind verheerend. Für die Produktion eines Kilogramms Baumwolle werden im weltweiten Durchschnitt 11'000 Liter Wasser benötigt, und die Anbaugebiete liegen vielfach in Ländern, in denen Trinkwasser Mangelware ist. Zudem wird Baumwolle grösstenteils in Monokulturen angebaut, was zu einer Nährstoffverarmung der Böden führt und eine erhöhte Anfälligkeit für Schädlinge zur Folge hat. Diese Schädlinge werden mit Pestiziden bekämpft, die im Grundwasser versickern und dadurch die Wasserqualität in der betroffenen Region massiv beeinträchtigen. Hinzu kommen die langen und energieintensiven Transportwege: Zuerst muss der Rohstoff in die Länder gebracht werden, in denen die Stoff- und Kleiderproduktion stattfindet, um anschliessend den grössten Teil der Endprodukte in einem anderen Erdteil zu verkaufen.

Das sind die umweltfreundlicheren Alternativen zu Baumwolle und Polyester

Die Ökobilanz anderer Naturfasern wie Hanf oder Leinen ist im Vergleich mit Baumwolle signifikant besser, da sich der Wasserverbrauch beim Anbau auf rund ein Viertel beläuft und diese Pflanzen in den meisten Fällen nicht mit Pestiziden vor Schädlingen geschützt werden müssen. Biologisch angebaute Baumwolle, bei deren Anbau auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet wurde, ist ebenfalls deutlich besser für die Umwelt als herkömmliche Baumwolle.

Bei Wolle sorgt in erster Linie die Landnutzung für eine schlechte Umweltbilanz. Neben den Weideflächen für die Tiere sind auch Anbauflächen für die Futtermittel nötig. Ausserdem stossen Schafe Methan aus: Weltweit stammen gut 20 Prozent der Methan-Emissionen von Wiederkäuern wie Kühen und Schafen. Weiter können die Fäkalien der Schafherden Trinkwasserbestände verschmutzen. Seide ist ebenfalls umstritten, da die seidenspinnenden Raupen gemäss Tierschutzorganisationen überzüchtet und teilweise lebendig im Kokon gekocht werden.

Hoher Energiebedarf bei der Produktion von synthetischen Kleidungsstücken

Im Gegenzug fällt bei der Stoffproduktion von Kunstfasern wie Polyester und Acryl der Energieverbrauch höher aus als bei der Herstellung von Naturfasern. Synthetische Kleidungsstücke wie Funktionskleidung oder Fleecejacken geben zudem bei jedem Waschgang Mikroplastik ab, das wiederum in den Gewässern landet. Gemäss dem Statistikportal Statista stieg die weltweite Polyester-Produktion zwischen 1975 und 2017 fast um das 16-fache an.

Durch nachhaltiges Shopping kann die Umweltbelastung durch die Textilindustrie reduziert werden. In der obigen Bildstrecke sind einige Fragen zu finden, die sich umweltbewusste Kleiderkäufer vor der Kaufentscheidung stellen sollten.

(sts)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Urs K. am 24.05.2019 21:36 Report Diesen Beitrag melden

    hab schon Jahre keine Neuen Kleider

    mehr geshopppt. Ok, Underwear,Socken und Schuhe, die kaufe ich Neu aber sonst finde ich Alles was es braucht in gutsortierten Brockis. Oft sehr gute Qualität zum kleinen Preis. Das ist für mich Nachhaltigkeit. Aber deswegen produziert ja die Textilindustrie leider nicht weniger Klamotten.

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  • P.D. am 25.05.2019 06:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welche Anbieter?

    Ich würde gerne nachhaltiger einkaufen. Eine Liste mit solchen Läden hätte ich mir bei dieser Reportage gewünscht. Wer hat noch dementsprechende Shoppingtipps?

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  • Oliver K. am 25.05.2019 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Alibi-Übungen

    Nachhaltig wäre es, ein Kleidungsstück jahrelang zu tragen, auch wenn's halt alt und nicht mehr schön aussieht. Alles andere sind nur Alibi-Übungen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris Klass am 03.06.2019 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Wie weiter?

    Ich kaufe keine Kleider aus Billiglohn länder. Es ist besser das die Leute dort ohne Arbeit und Broterwerb sind, als das sie ausgebeutet werden. Nebenbei, wo kaufen die Leute in den Billiglohnländer ihre Kleider? Wenn man den Artikel durchliest kommt man zum Schluss, egal welches Material man für Textilien wählt, es gibt immer Ökobilanz oder Tierschutzprobleme. Die Materialien mit besserer Ökobilanz würden diese schnell verlieren beim Anbaut immer grösserer Mengen. Kurzum, es ist ein Massen Problem und solange die Population wächst, wächst auch das Problem.

  • Rolando am 28.05.2019 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn

    Wer gleidet sich schon mit Hanf- oder Leinenkleider? Vielleicht jene aus der Öko-Fundamental-Ecke oder jene aus dem Zaffaraia-Dörfli!

    • Irrwitz am 29.05.2019 05:31 Report Diesen Beitrag melden

      @Rolando

      Kleiden sich nicht alle schon so?

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  • Carina am 27.05.2019 20:35 Report Diesen Beitrag melden

    Keine billiger Modemist kaufen

    Kaufe eher teure Ware oder einfach solche mit guter Qualität wie bei Schuhe auch welche ich seit über 10 Jahren trage und sohlen lassen kann. Lieber 250.-- für Schuhe ausgeben und ich kann die Klassiker lange tragen. Als jeden Modemist mitmachen. Ich liebe meine x paar Lederhalbschuhe, Klassiker die man immer tragen kann.

  • Analytiker am 27.05.2019 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    Braucht es das?

    Ich kaufe neue Kleider nur, wenn alte Kleider kaputt, zu klein oder viel zu gross geworden sind. Wenn es meinen Stil auch ökologisch gäbe, wäre ich froh, doch leider ist das nur bei Unterwäsche der Fall.

  • michi am 25.05.2019 20:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachhaltigkeit

    Jetzt muss plötzlich alles Nachhaltig sein. Aber wenn es um die eigenen Interessen geht (Ferien, Natel,Autofahren,neuste Elektronik usw.) ist es dann schnell vorbei.