Energy Challenge

01. Mai 2019 16:57; Akt: 02.05.2019 00:48 Print

Das Energiesparen geht weiter

Mithilfe einfacher Tipps können Millionen Kilowattstunden Energie eingespart werden. Die Energy Challenge 2019 zeigt, wie es geht.

Bildstrecke im Grossformat »
Kommentare wie «Das bringt doch nichts», «Dafür habe ich keine Zeit», «Die Schweiz achtet ohnehin bereits mehr auf die Umwelt als andere Länder» oder «Sehe ich etwa aus wie ein Öko-Freak?» werden nach wie vor häufig abgegeben, wenn es um Energiesparen geht. Wir stellen die acht meistgenannten Ausreden vor – und entkräften diese. 2019 stiegen laut Berechnungen der Eidgenössischen Elektrizitätskommission stiegen die schweizerischen Strompreise in der Grundversorgung für Haushalte leicht. Ein typischer Haushalt bezahlt heuer 20.5 Rappen pro Kilowattstunde. Sparen lohnt sich: Gemäss der Eidgenössischen Elektrizitätskommission gibt jeder Schweizer Haushalt pro Jahr 923 Franken für die Stromrechnung aus. Und laut der Schweizerischen Energiestiftung liegt das Sparpotenzial in einem Haushalt bei 50 Prozent. Wer möchte also nicht über 450 Franken zusätzlich auf dem Konto? Sparen wird oftmals mit Verzicht gleichgesetzt. Aber wie viel Zeit braucht es, das Licht beim Verlassen des Zimmers zu löschen? Eben. In den meisten Fällen ist die Angst des Mehraufwands unbegründet. Gamen zum Beispiel kann man mit gutem Gewissen, wenn man danach das Gerät ganz ausschaltet, statt es in den Standbymodus zu versetzen. Die Nicht-Einschränkung der Lebensqualität ist gerade auch beim Beispiel Geschirrabwasch falsch: Teller und Co. von Hand abzuspülen, braucht deutlich mehr Wasser und Energie, als den gut gefüllten Geschirrspüler laufen zu lassen. «» Energiefreundlich zu handeln, hat nichts mit Parteizugehörigkeit zu tun. Trotzdem ist der Ausruf, Stromsparen sei etwas für Ökos, weitverbreitet. Ob grün oder nicht: Die Möglichkeit, Energie zu sparen, hat jeder. (Im Bild: Ex-Grünen-Nationalrätin Aline Trede) Klare Bergseen und reine Luft können schon mal zu einer romantisierten Sicht der Umwelt führen. Laut einer Umfrage des Bundesamts für Umwelt stufen 58 Prozent der Schweizer Bevölkerung ihr Energieverhalten als überdurchschnittlich umweltfreundlich ein. Gemäss Studienautoren eine «systematische Überschätzung». Auf diese faule Ausrede greift der Couchpotato gern zurück, um sich nicht vom Sofa erheben zu müssen. Wahr ist jedoch: Schätzungen zufolge könnten in der Schweiz jährlich 170 Millionen Franken gespart werden, wenn jeder alle Geräte ganz ausschalten würde. In einer globalisierten Welt bleibt auch die Schweiz nicht aussen vor: Viele Produkte, die mit einem hohen Energieaufwand im Ausland hergestellt wurden, werden in der Schweiz gekauft. 95 Prozent des inländischen Energiekonsums werden für die Herstellung von Produkten im Ausland, die nachher in die Schweiz importiert werden, verbraucht. Zudem stammt ein Grossteil dieser Energie aus nicht erneuerbaren Quellen. Durch die Produktwahl kann man also durchaus einen Einfluss ausüben. Rund 60 Prozent des Stromverbrauchs in der Schweiz wird durch Wasserkraft gedeckt. Doch insgesamt sind fossile Energien immer noch Trumpf: Nach wie vor basiert rund die Hälfte der verbrauchten Energie - etwa für Benzin, Diesel und Heizöl - auf Erdöl. Diese Aussage stimmt nur bedingt. Während Linienflüge tatsächlich unabhängig von der Auslastung abheben, ist dies bei Charterflügen anders. Ist dort das Flugzeug schlecht ausgelastet, wird der Flug oftmals verschoben. Zwar spart der Linienflug bei schlechter Auslastung tatsächlich Kerosin, weil weniger Gewicht an Bord ist. Doch sinnvoller für die Umwelt insgesamt wäre es natürlich, wenn Leerflüge vermieden würden. Grundsätzlich gilt: Je weniger eine Dienstleistung nachgefragt wird, desto weniger wird sie auch angeboten.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bis 2035 soll der durchschnittliche Energieverbrauch in der Schweiz pro Person um 43 Prozent gesenkt werden. Mit der Abstimmung zur Energiestrategie 2017 hat sich die Schweiz auf den Weg in eine Energiezukunft gemacht, in der Energie effizienter genutzt und nachhaltiger sowie unabhängiger vom Ausland produziert wird. Die Umsetzung dieser Energiestrategie ist nicht nur Aufgabe einiger Grossverbraucher, sondern braucht das langfristige Engagement der ganzen Bevölkerung. Mit der Energy Challenge 2019 sollen die Schweizer auch dieses Jahr auf spielerische Weise zum Energiesparen angeregt werden. Die Energy Challenge ist eine nationale Aktion von Unternehmen aus der ganzen Schweiz mit Unterstützung von EnergieSchweiz (siehe auch Infobox).

Umfrage
Wie schätzen Sie Ihre Energiebilanz ein?

Die letztjährige Durchführung war ein voller Erfolg: Während der Energy Challenge 2018 wurden in der ganzen Schweiz innerhalb von sechs Monaten über 80'000 Energiespartipps umgesetzt und somit konnte eine Einsparung von 46,7 Millionen Kilowattstunden erreicht werden. «Es freut uns, dass die Schweizer – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Sprachregionen – gemeinsam das Ziel, 30 Millionen Kilowattstunden einzusparen, verfolgten und weit übertrafen. Grosse Teile der Bevölkerung scheinen erkannt zu haben, dass Energiesparen nicht mit einschneidenden Komforteinbussen einhergehen muss und dass bereits mit kleinen Veränderungen grosse Einsparungen bewirkt werden können. Die 500 Meter bis zum nächsten Shop beispielsweise mit dem Velo statt mit dem Auto zurückzulegen, macht nicht nur Freude, sondern spart auch noch Energiekosten», sagte Patrick Kutschera, Geschäftsführer von Energieschweiz.

Falsche Verhaltensweisen müssen abtrainiert werden

Nun geht das Energiesparen mit der Energy Challenge 2019 in die nächste Runde. «Energiesparen ist eine Daueraufgabe: Eine falsche Verhaltensweise wird schnell zur Gewohnheit. Es braucht jedes Mal wieder Motivation, sich von solchen Gewohnheiten zu lösen», erklärt Energieberater Jules Pikali, der während der letzten Energy Challenges jeweils als Dr. Energy Leserfragen beantwortete.

Kommentare wie «Das bringt doch nichts», «Dafür habe ich keine Zeit», «Die Schweiz achtet ohnehin bereits mehr auf die Umwelt als andere Länder» oder «Sehe ich etwa aus wie ein Öko-Freak?» werden nach wie vor häufig abgegeben, wenn es um Energiesparen geht. Zudem kursieren noch immer zahlreiche Halb- und Unwahrheiten in Bezug auf Energiesparmöglichkeiten im Alltag. In der obigen Bildstrecke werden die meistgenannten Energiesparausreden aufgezählt – und entkräftet.

(sts)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • max62 am 02.05.2019 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Totaler Schwachsinn

    Schon Eurer erster Tip ist eine Frechheit und zeugt davon das Ihr völlig inkompetent seid. Wenn ich bei einer Stromrechnung von 950 CHF 50 % Strom spare hebe ich niemals eine Einsparung von 450 CHF. Die beeinflussbaren Kosten auf der Stromrechnung bewegen sich im unteren Prozentbereich.

    einklappen einklappen
  • Peter M am 02.05.2019 06:20 Report Diesen Beitrag melden

    Neeeeeeiiiiiiinnnn

    Nicht wieder! Haufen Schrott Tips die nichts bringen sondern nur kosten und zwar jeden - viele Steuermillionen.

  • Ivan am 02.05.2019 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Augenwischerei um Steuern zu generieren

    Mir Egal. Der Strom kommt aus der Dose. Woher und was ist mir völlig egal. Hauptsache er ist da! Meine Energiebilanz sowie auch der co2 verbrauch ist mir sowas von egal! Denn ich muss Plastikflaschen kaufen, weil das angeblich besser wie Glas ist. Mit dem Auto zur Arbeit fahren, weil unser super öv, nachts nur in den Städten fährt und importierte Lebensmittel geniessen, weil wir uns nicht selbst versorgen können!!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kappa am 27.05.2019 22:11 Report Diesen Beitrag melden

    Fantastisch

    Ja toll..ich benutze das Velo zum wenn was zu holen ist....ich benutze das Velo wenn ich in die Stadt gehe. Ich benutze bei Regen ÖV. Wenn ich irgendwo hin muss benutez ich Zug.....Aehm und was noch verbessern? Ah ja Auto verkaufen und Ferien ur noch in Umgebung weil Klimaschädlich!

  • Miranda am 16.05.2019 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Sagt schon alles

    Wenigstens sind die neuen Artikel richtig deklariert als PaidPost oder Wettbewerb.

  • David Jones am 08.05.2019 08:51 Report Diesen Beitrag melden

    Effiziente Energienutzung ist effektiv

    Effiziente Energienutzung ist das beste was man für Land, Umwelt und unsere Zukunft machen kann. Es is auch schlicht und einfach billiger. Jeder der behauptet das Energiesparen nichts bringt hat das nie ausprobiert oder kann nicht rechnen. Ich selber zahle um die 650chf pro Jahr für Strom, heize zu 50% elektrisch (direkt, also keine Wärmepumpe da ich miete) mit Ökostrompreise. Das wäre unmöglich wenn effiziente und schlichte Energienutzung nichts bringt den die meisten Haushalten zahlen offenbar um die 900chf haben keine elektrische Direktheizungen und kaufen Basisstromprodukte.

  • Peter Frautschi am 06.05.2019 18:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne 40% Atomstrom = 40% Strom sparen

    Das ist die Grüne-Gleichung! Das sind ungefähr die 40% die wegen dem Wegfall der Nukleareneregie entstehen. Wer soll den der Strom für den Individualverkehr produzieren und wer liefert den Strom für den ÖV????? Noch dies: Stromintensive Industrie will man in der Schweiz sowie so nicht, das sind nur Arbeitsplätze für minderqualifizierte.

  • Schick rolf am 06.05.2019 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Strom sparen....grins

    Haarsträubend immer diese Hype.....stellt euch vor sie haben ein Geschäft und raten ihren Kunden immer möglichst wenig zu kaufen....die stromanbieter sind sich um jede kilowattstunde froh wo verkauft werden kann...überdies merkt mann bereits in den grundgebühren dass sich der reine Stromverbrauch schon längst nicht mehr lohnt....