Energy Challenge

23. September 2019 06:35; Akt: 23.09.2019 09:30 Print

Diese Gletscher sind massiv bedroht

Die Schweiz ist stark vom Klimawandel betroffen. Besonders deutlich zeigt sich dies bei den Gletschern.

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Der 23 Kilometer lange Aletschgletscher ist ein bekanntes Schweizer Wahrzeichen, doch seine Grösse schwindet: Seit 1870 ist der flächenmässig grösste und breiteste Gletscher der Alpen bereits um drei Kilometer zurückgegangen. Im gesamten Alpenraum wird seit den 1980er-Jahren ein starker Gletscherschwund beobachtet. Dieser steht in direktem Zusammenhang mit den erhöhten Treibhausgasemissionen der Industriegesellschaft und dem dadurch verursachten globalen Temperaturanstieg. Berechnungen der ETH Zürich zeigen, dass bis ins Jahr 2100 deutlich mehr als die Hälfte des Gletschereises ausserhalb der Polregionen verschwunden sein dürfte.

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Allein im Jahr 2017 haben die Gletscher in der Schweiz 1500 Millionen Kubikmeter Eis verloren. Das ist mit 2003 und 2011 der stärkste Rückgang in der 100-jährigen Messreihe. «Würde man das Schmelzwasser der Schweizer Gletscher von 2017 an alle Haushalte im Land verteilen, könnte jeder damit ein 25-Meter-Schwimmbecken füllen», schreibt WWF Schweiz. Der Gletscher-Rückgang ist hierzulande gut sichtbar bei Hüttenzustiegen. Das bekannteste Beispiel dürfte die Konkordiahütte sein: Die Gebirgsunterkunft wurde einst bloss 50 Meter vom Aletschgletscher entfernt gebaut, der Zustieg wird jedoch jedes Jahr länger, und seit Jahren verbindet eine steile Treppe die Hütte mit dem Gletscher. Diese Treppe muss regelmässig verlängert werden.

In den Alpen ist der Wendepunkt bereits erreicht

Was sind die Folgen des Gletscherschwundes? Gletscher haben eine zentrale Rolle im Wasserkreislauf, da sie Abflussschwankungen ausgleichen. Kurzfristig bedeutet der Klimawandel aufgrund von Schmelzeis mehr Wasser für die Alpenregion. «Danach gibt es weniger Wasser und dieses wird schlechter verteilt. Vor allem in trockenen Sommern wird Gletscherwasser fehlen», warnt WWF Schweiz. In den Alpen liegt dieser Wendepunkt mit maximalem Wasserabfluss laut einer 2018 veröffentlichten ETH-Studie bereits hinter uns. «In den Alpen ist der Wendepunkt wohl jetzt erreicht. In den meisten Einzugsgebieten Südamerikas liefern die Gletscher schon heute weniger Wasser. In Asien und Nordamerika hingegen dürften die Gesamtabflüsse von Gletschern noch bis etwa Mitte des Jahrhunderts ansteigen und erst dann in einen Abwärtstrend übergehen», schreibt Matthias Huss, Oberassistent an der Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie an der ETH Zürich und Leiter des Schweizer Gletschermessnetzes in einem Blogbeitrag.

Ausserdem werden durch das schnelle Abschmelzen der Gletscher grosse Schuttareale freigelegt. Das lockere Gestein kann bei Starkregen als Murgang oder Erdrutsch Täler und Siedlungen gefährden. Laut WWF Schweiz war beim Bergsturz in Bondo im Jahr 2017 der Gletscher «zumindest ein Glied in der Unglückskette».

In der obigen Bildstrecke wird gezeigt, welche Schweizer Gletscher besonders stark schmelzen – oder bereits komplett verschwunden sind.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • T.Eli am 23.09.2019 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die Erde lebt

    ich finde dieses naive gerede mittlerweile echt ermüdend. wir müssen das Klima aufhalten ..die Klimaveränderung muss gestoppt werden...eine Naturgewalt lässt sich nicht aufhalten, das Klima hat sich immer wieder verändert, sogar schon lange vor greta oder deren Mutter und deren Mutter. die Erde lebt, bewegt sich, VERÄNDERT sich. wir Menschen haben nur das Glück auf ihr Leben zu dürfen.

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  • Marc B am 23.09.2019 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts Neues

    Von 1532-1565 ist der Aletschgletscher um 1.5 km geschmolzen, d.h. ca. 50 m pro Jahr. In den folgenden 25 Jahren wuchs er wieder um 1.2 km. Kann man in den Archiven zum Aletsch alles nachlesen. Da sind ja die jetzigen 3 km in 150 Jahren im Quervergleich eher als langsam schmelzend zu bezeichnen. Würde mich mal interessieren, was die Experten zum heftigen Gletscherschwund im 16. Jahrhundert und dem darauf folgenden Wachstum den so sagen: zu viele Menschen, Autos, Flugzeuge oder was bitte?

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  • Alf am 23.09.2019 07:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natur ist nicht bezwingbar

    Der Klimawandel ist ein natürlicher Vorgang. Wir können dies nicht aufhalten. Einzig, was wir zur Verzögerung beitragen können, ist unser tägliches Konsumverhalten. Das heisst, statt immer das Auto oder Motorrad für kleinste Distanzen zu benutzen, auch mal zu Fuss gehen. Das CO2- und fossilen Brennstoffe-Verbot bzw. deren Propaganda ist aber ein riesengeschäft und wird nur allzugern für Manipulationen der Allgemeinheit verwendet!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Scheingrün am 21.10.2019 14:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mittel zum Zweck

    Ich finde es bedenklich was z. Z in der Schweiz passiert. Wir können die Tatsachen nicht aufhalten mit Preisaufschlag auf Fossile Brennstoffe. Wenn das Geld wenigstens in die AHV fliessen würde, mächte es ja noch Sinn, ich befürchte jedoch, das es wie das Wasser ungenutzt den Rhein abfliesst in die grosse weite Welt.

  • Mariam am 27.09.2019 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ökodiktatur

    Wenn wir nicht aufpassen, leben wir bald in einer Ökodiktatur!!

    • Dr Waggis am 27.09.2019 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mariam

      Wir sind schon fast da.

    • Dani89 am 29.09.2019 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr Waggis

      Ist es auch völlig normal, dass Hurricanes nach Europa ziehen? Habe seit 30ig Jahren nichts anderes erlebt oder?

    • Dr Waggis am 29.09.2019 15:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dani89

      Es ist zwar nicht gerade normal aber auch nicht unmöglich. Siehe das Beispiel Lothar.

    • Dani89 am 29.09.2019 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr Waggis

      Sorry, aber das Lothar Beispiel ist kein Vergleich, denn ein Wind/Sturm ist kein Hurrikan.

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  • Mariam am 27.09.2019 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehirnwäsche!

    Jeden Tag und überall dasselbe Thema! Es gleicht langsam einer Gehirnwäsche! Aber klar, es sind ja bald Wahlen!

    • Dani89 am 29.09.2019 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mariam

      Logisch ist es das, denn die Wetterphänonäne spielen nur in unseren Köpfen ein Spiel.

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  • Babett am 27.09.2019 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr denken

    Und jetzt jeden Tag drei Nachrichten darüber? Das bessert jetzt ,indem man überall den Menschen das Geld aus der Tasche zieht. Und in dem die Klimaschützer, Tausende unnötige Plaketten produzieren. Anderen als Beilage für ein Klimaessen servieren. Nur das es dann mit so einer Beilage ,leider kein Klimaessen mehr ist. Und ich doch eigentlich was gutes tun wollte aber es wurde mir von den Klimaschützern verwehrt.

  • Vreni am 27.09.2019 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir beeinflussen das Klima bestimmt

    Die Hydrosphäre und die Biosphäre die auch ein Teil des Klimas sind beeinflusst der Mensch sicher. Wir rotten Tiere aus, zerstören die Biodiversität der Pflanzen durch Pestizide und Dünger, nutzen Grundwasser um Nahrung zu produzieren auf Feldern die einmal Wald waren. Menschgemachter Klimawandel ist Realität.

    • monty am 27.09.2019 10:35 Report Diesen Beitrag melden

      vreni

      ein Märli, die Umweltverschmutzung ist Tatsache mit der Klimaerwärmung hat es aber nichts, zu tun, das CO2 ist keinesfalls die Ursache, reine Abzocke und ein Versuch unter dem Deckmantel vom Klimaschutz eine weltweite rote Diktatur zu installieren.

    • Vreni am 27.09.2019 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @monty

      Ich spreche weder von Umweltverschmutzung noch Erwärmung.

    • Dr Waggis am 29.09.2019 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vreni

      Das sind alles Umweltschutz-Themen. Mit Klima hat das alles nichts zu tun.

    • Vreni am 29.09.2019 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dr Waggis

      Informieren sie sich Bitte was Klima bedeutet!

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