Energy Challenge

17. Mai 2019 15:09; Akt: 19.05.2019 13:58 Print

Dieses Start-up will Blockchain grüner machen

Das Start-up Interlockledger hat vor, das Potenzial der Blockchain-Technologie auszuschöpfen und gleichzeitig den Energieverbrauch massiv zu reduzieren.

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Unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto veröffentlichte ein Autor oder ein Autorenkollektiv, dessen Identität bis heute ungeklärt ist, im Jahr 2008 eine Abhandlung über Bitcoin und die zugrunde liegende Blockchain-Technologie. Das Medien- und Öffentlichkeitsinteresse war gross: Euphorische Finanzmarktbeobachter, Techfans, Innovationsmanager und Zukunftsforscher sprachen davon, dass zugunsten von Kryptowährungen wie Bitcoin weltweit das Bargeld abgeschafft würde und der Bankerjob aufgrund der dank Blockchain rasant voranschreitenden Digitalisierung sowie Automatisierung mittelfristig überflüssig werden würde. Gut zehn Jahre später sind noch beide Szenarien weit von der Realität entfernt. Die Schweiz nimmt allerdings seit einigen Jahren eine führende Rolle in der Blockchain-Entwicklung ein, und zahlreiche Blockchain-Firmen, -Vereine oder -Stiftungen haben hierzulande ihren Sitz.

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Blockchain ist gemäss der Plattform «More than Digital» eine stark verschlüsselte und auf Tausende Server aufgeteilte Datenbank, wo jeder Eintrag von anderen Nutzern verifiziert wird. Die Verschlüsselung sorgt dafür, dass die Daten vor Fremdzugriffen geschützt sind, und die gegenseitige Verifizierung führt zu mehr Sicherheit. Bisher fand Blockchain hauptsächlich im Bankensektor in den Bereichen Zahlungen und Transaktionen Anwendung. Doch auch ausserhalb der Finanzbranche sieht «More than Digital» vielfältige Einsatzgebiete für Blockchain vor: «Speziell für Musiker, Schriftsteller und andere Künstler könnte Blockchain sehr hilfreich sein. Durch Raubkopien und deren schnelle Verbreitung im Internet wird es zunehmend schwerer, in der Unterhaltungsbranche Geld zu verdienen. Mit Hilfe der Blockchain-Technologie könnten die erstellten Inhalte verteilt und sofort bezahlt werden, sobald man diese nutzt», heisst es im Blogbeitrag.

Mit jeder neuen Transaktion steigen Kosten und Energieverbrauch

Sowohl in der IT- als auch in der Finanzbranche wird Blockchain oftmals für den hohen Ressourcenverbrauch kritisiert. Die Gesamtkosten und der Energieverbrauch erhöhen sich mit dem Wachstum des Netzwerkes, da die Nutzer jeden Eintrag und jede Transaktion überprüfen müssen und der Aufwand entsprechend mit neuen Einträgen und Transaktionen immer grösser wird. Das Interesse an auf Blockchain-Technologie basierenden Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum stieg in den letzten Jahren stark an, wodurch auch das Blockchain-Netzwerk massiv wuchs und die Kosten sowie der Energieverbrauch bisher unbekannte Höhen annahmen.

Es gibt jedoch auch gegenläufige Tendenzen: Das brasilianische Start-up InterlockLedger möchte Blockchain gemäss eigenen Angaben «grüner machen», indem unnötige Prozesse und Datenspeicherungen wann immer möglich vermieden werden. «Auf herkömmlichen Blockchain-Plattformen müssen Agenten – sogenannte Miners – jede einzelne Transaktion verarbeiten und validieren, um zu entscheiden, welche Informationen hinzugefügt werden. Dies ist ressourcenintensiv. Normalerweise entstehen diese Ressourcen über den Umweg via Kryptowährungen, die anschliessend mit realen Mitteln wie Geld aufgewogen werden, um die Transaktionen und Prozesse zu finanzieren. Damit das System nicht kollabiert, muss man Netzwerk mit immer neuen Ressourcen füttern, was zu einem stets höheren Energieverbrauch führt. Wir möchten den ganzen Vorgang vermehrt von überflüssigen Daten loslösen, sodass jede Transaktion nur noch die zwingend notwendige Datenmenge braucht. Dadurch wird die Technologie effizienter und verbraucht weniger Energie», erklärt Ricardo Orsi, Mitgründer und CEO von Interlockledger. Orsis Team schrieb bereits über 100'000 Linien Code.

Brasilianisches Start-up revolutioniert Blockchain von Zürich aus

Interlockledger aus Brasilien durchlief das Start-up-Förderprogramm von F10 FinTech Incubator & Accelerator in Zürich. Aus über 300 Anmeldungen waren 15 innovative Teams aus sechs Ländern ausgewählt worden, die gemäss der Zürcher Talentschmiede das Potenzial haben, «die Finanzbranche zu revolutionieren». Nach Ende des Programms wird das brasilianische Start-up in Zürich bleiben: «Wir schätzen das Organisationstalent sowie die Ordnung und Zuverlässigkeit der Schweizer», erklärte Orsi am gestrigen F10 Demo Day in Zürich. Interlockledger ist momentan mit potenziellen Partnern und renommierten Finanzinstitutionen im Gespräch, um den Traum der grünen Blockchain zu verwirklichen.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kurt am 17.05.2019 18:46 Report Diesen Beitrag melden

    Buzzword Bingo

    bringe "startup" und "blockchain" in eine pr meldung und schon gibt es geld von gierigen investoren. so einfach ist das heute.

  • R. H. am 17.05.2019 22:57 Report Diesen Beitrag melden

    Bin skeptisch

    In dieser Szene tummeln sich viele komische Gestalten. Arton B. lässt grüssen ;(

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  • Crypto Invest am 17.05.2019 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tangle, nicht Blockchain

    IOTA hat mit dem Tangle bereits alle Schwächen der Blockchain wie z.B. Energieverschwendung behoben. Keine Transaktionsgebühren und unendliche Skalierbarkeit mit dieser Technologie. Blockchain war gestern.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andreas Kälin am 18.05.2019 22:01 Report Diesen Beitrag melden

    Kryptowahn

    ist das Ganze CO2 neutral sowie vegan und me too konform? Bekommen wir das Paket zu einem Suisse Garantie Preis?

  • Neumann am 18.05.2019 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grün, wo?

    Blockchain kann niemals grün sein, weil ihr Energieverschleiss mit jeder Transaktion (die angehängt wird) wächst.

    • CryptoLex am 18.05.2019 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Neumann

      Schau mal wo die grossen Rechner aufgebaut sind. Die sind nicht an ein Atomkraftwerk angeschlossen. Ein wenig recherche würde dir gut tun!

    • Neumann am 18.05.2019 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @CryptoLex

      Strom ist schliesslich Strom, und Atomkraft wäre zumindest effizient. Schon das Bitcoin mining frisst mehr Strom als die Schweiz gesamthaft verbraucht.

    • CryptoLex am 18.05.2019 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Neumann

      Kannst du mir mal deine Quellen nennen??? Du behauptest du irgend etwas! Nimm dir die Zeit und schau nach China, Island u.s.w

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  • Roli Bolli am 18.05.2019 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ach was

    Blockchain ist eine absolut ineffiziente Technologie. Wieso muss 1 Block auf hunderten von Servern gespeichert werden wenn es ja nur darum geht, dass man einen Zustand zwischen 2 Partnern festhalten will. Also brauchen nur die 2 Partner je eine Kopie des Blockes und dieser ist nur lesbar, wenn die beiden Partner ihre Schluessel austauschen. So einfach. Aber das wuerde ja das ganze vereinfachen und Cloud und Disk Anbieter koennten nichts mehr verkaufen. Geschweige denn die Miners, die ja auch noch abzocken wollen.

    • V. Ogoner am 18.05.2019 16:30 Report Diesen Beitrag melden

      @Roli

      Wenn es so einfach wäre... Aber interessanterweise haben Sie gerade die Funktionsweise von InterlockLedger beschrieben.

    • Mimblewimble am 18.05.2019 17:50 Report Diesen Beitrag melden

      Grin

      Auch interessant. Time will tell.

    • Neumann am 18.05.2019 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @V. Ogoner

      Ja, warum einfach, wenns auch kompliziert und teuer geht.

    • Neumann am 18.05.2019 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @V. Ogoner

      Ja warum einfach wenn es auch kompliziert und teuer geht? Früher wurden Kuhhandel mit einfachem Handschlag besiegelt. Das war ebenso sicher wie Blockchain, weil man sich nicht dauernd beschiss.

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  • Sarkas Mus am 18.05.2019 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung, aber in Marketingkonzept

    Ja klar. Man schwafelt von Blockchain und tut so als ob man eine Ahnung hätte, damit die, welche auch keine Ahnung haben einem zunicken. Ist fast wie bei den Kunstverständigen. Tolles Bild! Van Gogh? Sorry nein, Nur ein Farbbeutel einer Linksdemo. Hey Grün-Prediger. Weniger ist das Ziel. Wachsende, Dezentrale Datenspeicherung ist das Gegenteil davon!

    • Bioist am 18.05.2019 17:58 Report Diesen Beitrag melden

      Haha

      Meiner Meinung nach verdrehen sie da was. Dezentralität ist unsere einzige Möglichkeit, eine vernünftige Zukunft und eine faire Welt zu erschaffen. Zu was riesige Zentrale Unternehmen führen, können wir täglich beobachten. Z.B dass Fleisch vom Kanton Bern in Genf geschlachtet und danach in Luzern verkauft wird. Ist noch heilig. Also nix mit weniger bei Zentralität, sondern nur mehr Absurdes.

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  • Samuel am 18.05.2019 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Irrwitzig

    Schon wieder ein Thread,wo es in der Überschrift heisst, soll "grüner" werden.Langsam erfasst mich schon der blanke Horror,wenn ich nur das Wort Grün höre!