Energy Challenge

17. August 2018 14:21; Akt: 13.09.2018 10:16 Print

Gewohnheiten, die Ihre Stromrechnung erhöhen

Die Elektrizität verursacht in Privathaushalten hohe Kosten. Das können Sie dagegen tun.

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Privathaushalte gaben 2017 laut Statista im Durchschnitt 905 Franken für Elektrizität aus. Mit den nachfolgenden Tipps sinken Ihre Stromkosten. In der Wärmebilanz eines durchschnittlichen Haushaltes werden 20 bis 50 Prozent für die Wassererwärmung genutzt. Die Hände mit kaltem Wasser zu waschen, Duschen statt Baden sowie beim Zähneputzen das Wasser abzustellen reduzieren den Verbrauch des kostbaren Guts Wasser und senken die Stromkosten. Mittels Elektroboiler erwärmtes Wasser ist in Privathaushalten vielfach für mehr als die Hälfte des Elektrizitätsverbrauchs verantwortlich. «Ein tropfender Wasserhahn kann darum schnell dazu führen, dass sich die Stromrechnung verdoppelt», warnt Dr. Energy Pikali. Mit modernen Waschmitteln genügt für leicht bis mittelmässig verschmutzte Wäsche in vielen Fällen eine Waschtemperatur von 30 Grad. Damit lässt sich bis 70 Prozent Strom sparen gegenüber einer 90-Grad-Wäsche und bis 20 Prozent gegenüber einer 40-Grad-Wäsche. Der durchschnittliche Stromverbrauch eines zehn Jahre alten Tumblers liegt bei rund 4,1 Kilowattstunden pro Trockengang. Bei 160 Trockengängen im Jahr und einem Strompreis von durchschnittlich 20,4 Rappen pro Kilowattstunde entstehen so Stromkosten von über 130 Franken im Jahr. Ein modernes Gerät der Energieeffizienzklasse A+++ verursacht dagegen nur rund 47 Franken Stromkosten jährlich. An sonnigen Tagen kann Wäsche im Freien trocknen, was kostenlos ist. Der Energieverbrauch der verschiedenen Kochmethoden kann gut illustriert werden, indem man die zum Erhitzen von einem Liter Wasser bis zum Siedepunkt benötigte Energie misst und vergleicht. Wassersieden im Wasserkocher ist die umweltfreundlichste, günstigste und schnellste Methode. Am meisten Energie verbraucht Wasserkochen in einer alten Pfanne ohne Deckel. Mit der Spülmaschine wird für den Abwasch deutlich weniger Energie verbraucht als für das Spülen von Hand – sofern man für den Vergleich einen Handabwasch unter iessendem Warmwasser annimmt. Ein aktueller Geschirrspüler der Efzienzklasse A+++ benötigt für einen Abwasch sieben bis zehn Liter Warmwasser und 0,7 bis 0,9 Kilowattstunden Strom. Die individuell eingestellten Temperaturen in den Kühlfächern haben einen Einuss auf den Energieverbrauch von Kühlgeräten. Bei einer Innentemperatur von vier statt sechs Grad benötigt ein Kühlschrank zehn Prozent mehr Strom. In der Schweiz müssen in Übereinstimmung mit der EU bestimmte elektrische Geräte mit einer Energieetikette versehen werden. Diese gibt Auskunft über den Energieverbrauch der Geräte. Je nach Effizienzklasse lässt sich mit effizienten Küchengeräten eine Menge Energie sparen. Herkömmliche Glühlampen sind wahre Energiefresser, liegt deren Wirkungsgrad doch bei gerade einmal fünf Prozent. Die restlichen 95 Prozent werden in Form von Wärme an die Umgebung abgegeben. LED-Lampen verbrauchen deutlich weniger Strom als ihre Vorgänger und leben fast unendlich lange. Wer in die Ferien fährt, sollte auch seinen Geräten eine Auszeit gönnen und konsequent alle Stecker ziehen: Fernseher, DVD-Spieler, Stereoanlage, Telefon, Mikrowelle, Kaffeemaschine, PC, Modem oder Router. Die Stromkosten für den Standby der Geräte können laut Dr. Energy bei zwei Wochen Ferienabwesenheit bei 30 bis 40 Franken liegen.

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Die Bereiche Verkehr, Wirtschaft – bestehend aus Industrie und Dienstleistungen – sowie Haushalte verbrauchen gemäss Energie Schweiz je rund ein Drittel der Endenergie in der Schweiz. Privathaushalte geben pro Jahr laut dem Statistikportal Statista im Schnitt rund 900 Franken für Elektrizität aus, 2017 waren es 905 Franken und Hochrechnungen ergeben für 2018 durchschnittliche Stromkosten von 918 Franken pro Haushalt. Im gesamtschweizerischen Durchschnitt kostet eine Kilowattstunde Strom 20,4 Rappen. Nachfolgend wird aufgezeigt, welche Alltagshandlungen die Elektrizitätsrechnung unnötig erhöhen.

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Langes Duschen oder Baden: Das Thema Wassersparen wird in der Schweiz kontrovers diskutiert. Die Schweiz ist ein eigentliches Wasserschloss und Wasser ist in den meisten Jahreszeiten fast im Übermass vorhanden. «Es muss unterschieden werden, ob es um kaltes oder um warmes Wasser geht. Im Warmwasser ist viel Energie enthalten, und es gibt einfache Möglichkeiten, ohne Komfortverlust einiges an Energie- und Energiekosten einzusparen», sagt Dr. Energy Jules Pikali. In der Wärmebilanz eines durchschnittlichen Haushaltes werden 20 bis 50 Prozent für die Wassererwärmung genutzt. «Wenn das Wasser in einem Elektroboiler erwärmt wird, macht dies sogar meist mehr als die Hälfte des Stromverbrauches eines Haushaltes aus», erklärt Pikali. Die Hände mit kaltem Wasser zu waschen, beim Zähneputzen das Wasser nicht laufen zu lassen und kurz duschen statt baden reduziert den Verbrauch des kostbaren Guts Wasser und senkt die Stromkosten.

Tropfende Wasserhähne nicht sofort reparieren: In einem Elektroboiler erwärmtes Wasser ist in Privathaushalten vielfach für mehr als die Hälfte des Elektrizitätsverbrauchs verantwortlich. «Ein tropfender Wasserhahn kann darum schnell dazu führen, dass sich die Stromrechnung verdoppelt», warnt Pikali. Auch der Thermostat am Boiler sollte regelmässig überprüft werden. Richtig ist eine Einstellung von 60 Grad Celsius. Bei höheren Temperaturen steigen die Wärmeverluste und damit auch der Stromverbrauch. Mit einer niedrigeren Temperatur besteht die Gefahr, dass sich Legionellen bilden können.

Zu heiss waschen: Die insgesamt rund zwei Millionen Waschmaschinen in Schweizer Haushalten brauchen am meisten Energie für das Aufwärmen des Wassers, je nach Quelle sind es bis zu zwei Drittel des Gesamtenergieverbrauchs eines Waschvorgangs. Mit modernen Waschmitteln genügt für leicht bis mittelmässig verschmutzte Wäsche in vielen Fällen eine Waschtemperatur von 30 Grad. Bei tiefen Temperaturen wird zudem das Gewebe geschont. Mit 30 Grad lässt sich bis 70 Prozent Strom sparen gegenüber einer 90-Grad-Wäsche, und bis 20 Prozent gegenüber einer 40-Grad-Wäsche.

Wäsche im Tumbler trocknen: Wie viel Strom ein Tumbler verbraucht, hängt von seinem Alter und vom Gerätetyp ab. Der durchschnittliche Stromverbrauch eines zehn Jahre alten Gerätes vom verbrauchsarmen Typ Wärmepumpentrockner liegt bei rund 4,1 Kilowattstunden pro Trockengang. Bei 160 Trockengängen im Jahr und einem Strompreis von durchschnittlich 20,4 Rappen pro Kilowattstunde entstehen so Stromkosten von über 130 Franken im Jahr. Ein modernes Gerät der Energieeffizienzklasse A+++ verbraucht dagegen nur 1,45 Kilowattstunden pro Trockengang. Damit belaufen sich die Stromkosten auf rund 47 Franken jährlich. An sonnigen Tagen kann Wäsche im Freien trocknen, was kostenlos ist.

Auf alten Pfannen kochen: Rund drei Millionen Haushalte in der Schweiz verbrauchen zum Kochen und Backen 1,2 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr. Da beim Kochen fast immer Wasser erwärmt wird, kann der Energieverbrauch der verschiedenen Kochmethoden gut illustriert werden, indem man die zum Erhitzen von einem Liter Wasser bis zum Siedepunkt benötigte Energie misst und vergleicht. Wassersieden im Wasserkocher ist die umweltfreundlichste, günstigste und schnellste Methode: Bereits nach dreieinhalb Minuten ist das Ziel erreicht. Doppelt so lange dauert es in einer zugedeckten Qualitätspfanne auf einer kleinen Herdplatte. Bringt man Wasser in einer alten Pfanne ohne Deckel auf einer zu grossen Herdplatte zum Sieden, dauert dies 15 Minuten und man braucht über viermal so viel Strom wie im Wasserkocher.

Von Hand abwaschen: Mit der Abwaschmaschine wird für den Abwasch deutlich weniger Energie verbraucht als für das Spülen von Hand – sofern man für den Vergleich einen Handabwasch unter fliessendem Warmwasser annimmt. Ein aktueller Geschirrspüler der Effizienzklasse A+++ benötigt für einen Abwasch sieben bis zehn Liter Warmwasser und 0,7 bis 0,9 Kilowattstunden Strom.

Kühlschranktemperatur zu tief einstellen: In Schweizer Küchen stehen gut 4,4 Millionen Kühlgeräte, die Tag und Nacht in Betrieb sind. Zusammen verbrauchen diese Kühlschränke und Gefriergeräte jährlich ungefähr 1100 Millionen Kilowattstunden Strom. Während der durchschnittlich 15-jährigen Nutzungszeit summieren sich die Stromkosten von Kühlschränken auf 740 Franken (Gerät der Effizienzklasse A+) pro Haushalt. Die individuell eingestellten Temperaturen in den Kühlfächern haben einen Einfluss auf den Energieverbrauch von Kühlgeräten. Bei einer Innentemperatur von vier statt sechs Grad benötigt ein Kühlschrank zehn Prozent mehr Strom. Im Sommer oder wenn stark geheizt wird und die Raumtemperaturen höher sind, wird mehr Kühlleistung als im Winter benötigt. Für die meisten Lebensmittel ist eine Temperatur von fünf Grad Celsius ideal, allenfalls ist für bestimmte Produkte wie beispielsweise Fisch eine etwas tiefere Temperatur sinnvoll. Die kühlste Temperatur in einem Kühlschrank herrscht übrigens meistens im untersten Regal über den Schubladen. Mit einer Einstellung 3 bis 5 liegt man im Sommer meist richtig, im Winter genügen häufig die Stufen 1 bis 3.

Nichtbeachten der Effizienzklasse: In der Schweiz müssen in Übereinstimmung mit der EU bestimmte elektrische Geräte mit einer Energieetikette versehen werden. Diese gibt Auskunft über den Energieverbrauch der Geräte. Je nach Effizienzklasse lässt sich mit effizienten Küchengeräten eine Menge Energie sparen. Kühlgeräte beispielsweise müssen über eine Energieetikette verfügen. Diese gibt Auskunft über Energieverbrauch, Energieeffizienz, Kühlinhalt und Schallpegel. Seit 2013 dürfen nur noch Kühlgeräte verkauft werden, die mindestens die Energieeffizienz-Klasse A++ erreichen. Der Energieverbrauch von Kühlschränken und Gefriergeräten nimmt seit Jahren ständig ab. Vor allem die deutlich besseren Isolationen ermöglichen bei den aktuellen besten Geräten Stromeinsparungen von bis zu 80 Prozent. Ausrangierte Kühlschränke werden aber vielfach an Studenten-Wohngemeinschaften weiterverschenkt. Dabei werden häufig die Stromkosten nicht miteinberechnet: Ein alter, dichter C-Kühl- oder Gefrierschrank verursacht pro Jahr rund 100 Franken Stromkosten. Im Gegensatz dazu verbraucht ein neues Gerät der Effizienzklasse A+++ Strom für nur gerade 32 Franken pro Jahr. Ein Neukauf eines Kühlgeräts sollte also unbedingt geprüft werden.

Wärme statt Licht erzeugen: Herkömmliche Glühlampen sind wahre Energiefresser, liegt deren Wirkungsgrad doch bei gerade einmal fünf Prozent. Die restlichen 95 Prozent werden in Form von Wärme an die Umgebung abgegeben. Glühlampen sind mittlerweile von Gesetz her im Handel nicht mehr zugelassen. LED-Lampen verbrauchen deutlich weniger Strom als ihre Vorgänger und leben fast unendlich lange. Die Lebensdauer einer LED-Lampe liegt gemäss Dr. Energy bei bis zu 50'000 Stunden. Zum Vergleich: Bei einer Halogenlampe sind es rund 2000 Stunden.

Geräte während Abwesenheiten nicht ausschalten: Wer in die Ferien fährt, sollte auch seinen Geräten eine Auszeit gönnen und alle Stecker ziehen: Fernseher, DVD-Spieler, Stereoanlage, Telefon, Mikrowelle, Kaffeemaschine, PC, Modem oder Router. Das spart Strom und die Brandgefahr wird reduziert. Die Stromkosten für den Standby der Geräte können laut Dr. Energy bei zwei Wochen Ferienabwesenheit bei 30 bis 40 Franken liegen. Auch der Elektroboiler hat einen Standby-Verbrauch: Im Boiler befindet sich warmes Wasser, das sich – auch in den Ferien, wenn kein Wasser entnommen wird – langsam abkühlt. Wird nachts über die Steuerung der Elektroboiler eingeschaltet, wird der Boiler wieder aufgeheizt. Wenn Sie den Boiler ganz ausschalten, sinkt die Stromrechnung.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MGTOW am 17.08.2018 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Was bringt es mir?

    Bei meiner Stromrechnung macht der Strom gerade mal 19% aus. Der Rest sind Gebühren und Abgaben. Ich sehe keinen Sinn noch mehr zu tun denn 81% der Rechnung kann ich nicht beeinflussen.

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  • Domik Heller am 17.08.2018 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    LED???

    LED-Lampen leben fast unendlich lange??? Habe vor 2 Jahren viele Leuchten auf LED (teure Markenprodukte) umgerüstet. Musste aber schon 3 Stück wieder ersetzen, da nichts mehr ging. Habe an wenig benutzten Orten immer noch die alten Glühlampen in Betrieb, welche teilweise schon älter als 20 Jahre sind und einen Bruchteil gekostet haben...

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  • Schweizer am 17.08.2018 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Tipps...

    Ich finde es immer super wenn es heisst, nicht von Hand abwaschen. Ich lebe in einer Mietwohnung und habe keine Abwaschmaschine. In meinem Gang habe ich eine Glühbirne, die funktioniert seit über 8 Jahren Problemlos. Den ganzen Sparlampenmist, muss ich fast jährlich ersetzen. Interessant ist auch die Deckenlampe in meinem Büro, hat 4 Lampen, wenn die erste kaputt geht, gehen kurz nacheinander auch die 3 anderen Kaputt,. Merkwürdiger Zufall oder Absicht?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Joujou am 14.09.2018 09:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strom und Energie-Verschwendung

    Was nützt es, wenn einige Mieter sparen und die Jungen kopflos mit Wasser und Strom umgehen? Unsere Verwaltung hat null Interesse, dass Mieter sparen, Kosten sollten dringend über Zähler jedes Einzelnen beglichen werden! Bezahle jedes Jahr einige hundert Franken für die Verschwender!

  • Daniela am 14.09.2018 08:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strom sparen / Geld sparen

    Geld Geld Geld !!! es sollte ums Strom sparen gehen!! scheinbar ist Strom noch nicht teuer genug!! erst wenn s richtig weh tut im Portemonnaie, dann, erst dann, vielleicht, beginnt man Strom zu sparen!!?!! Atommüll will niemand... Windturbinen sind auch nicht erwünscht... hmm.. naja, für viele kommt der Strom ganz einfach, endlos, aus der Steckdose.

  • B. Suter am 14.09.2018 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Ich frage mich immer wieder, wie diese sogenannten Experten zu ihren Schlüssen kommen. Wenn ich einen alten Kühlschrank (immer noch dicht und voll funktionsfähig) gegen einen neuen ersetze, rechnet sich das im genannten Beispiel nie. Das gilt für fast alle Haushaltsgeräte. Die finanzielle Einsparung an Stromkosten ist in den meisten Fällen tiefer, als die Ersatzbeschaffung. Zudem: wird weniger Strom in der Schweiz verkauft, steigt irgendwann einfach der Preis; Privatisierung sei Dank! Nur will das niemand hören...

  • Rohrer Martin am 14.09.2018 00:07 Report Diesen Beitrag melden

    Strom .....

    Für was soll ich Stromsparen! Gebühren und Abgaben sind immer viel höher als der eigentliche Strom. Wen zuerst sparen das es für den kleinen Mann rentiert. Gebühren runter oder gar keine mehr. Der Strom pro kW. Muss der Endpreis sein für alle, dan könnte sparen interessant werden. Mit dem gültigen Abrechnungsmodel sehr uninteressant. Aber eben früher hat man die Strombosse und Verwaltungsräte mit Geld gemästet! Das fehlt jetzt in den Kassen!!! Der kleine Kunde soll's wieder richten!!

  • Strark T. am 13.09.2018 23:42 Report Diesen Beitrag melden

    Jaja...

    ... der Verbraucher ist an allem Schuld. Klassisch halt!