Energy Challenge

25. September 2019 21:01; Akt: 26.09.2019 08:50 Print

Ist Ihr Velo bereit für den Herbst?

Viele Kurzstrecken lassen sich bequem mit dem Velo zurücklegen. Das müssen Sie beim Radfahren in der kälteren Jahreshälfte beachten.

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Sobald die Temperaturen sinken, werden viele Velos bis zum nächsten Frühling im Keller verstaut – das muss jedoch nicht sein. Hier gibt es Tipps, wie Sie auch im Herbst und Winter unfallfrei Rad fahren. Die Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge schreibt für strassentaugliche Velos gepumpte Pneus, zwei kräftige Bremsen, mindestens zehn Quadratzentimeter grosse Reflektoren vorne (weiss) und hinten (rot) und orange Reflektoren an den Pedalen vor. In der Morgendämmerung und nachts ist das Unfallrisiko auf Schweizer Strassen rund dreimal höher als am Tag. Bei nächtlichem Regen, Schnee oder Gegenlicht erhöht sich der Risikofaktor sogar um das Zehnfache. Kleidung mit Reflektoren sorgt dafür, dass andere Verkehrsteilnehmer die Radfahrer auch an grauen Herbstmorgen erkennen können. Die Veloreifen müssen genügend Profil haben und abgefahrene Reifen sollten sofort ausgetauscht werden. Wer mit schmalen Rennreifen unterwegs ist, wechselt für kalte Herbst- und Wintermonate besser auf breitere Pneus. Dies sorgt für mehr Griffigkeit bei Nässe und Eis. Ein leicht reduzierter Reifenluftdruck bietet vor allem auf nassen Strassen oder Schnee bessere Traktion. Im Herbst und Winter sollten Radfahrer langsamer und bedächtiger fahren als bei trockenen Verhältnissen. Wer schneller fährt und ins Schwitzen gerät, kühlt eher aus. Auch die Unfallgefahr ist bei höheren Geschwindigkeiten grösser. Beim Einfahren in Kurven hat es sich bewährt, den Kurvenausgang zu fixieren und das Tempo frühzeitig zu drosseln, um nicht wegzurutschen. Nasse Fahrbahnen, Reif und Matsch setzen Velos zu. Im Herbst und Winter müssen Fahrräder deswegen öfters gereinigt werden als in der warmen Jahreshälfte. Insbesondere Kette und Schaltung gilt es regelmässig zu säubern und fetten.

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Rund ein Drittel aller Autofahrten und zwei Drittel der Fahrten im öffentlichen Nahverkehr in der Schweiz sind kürzer als drei Kilometer. Mit dem Velo könnten diese Strecken oftmals schneller und stress- sowie emissionsfrei zurückgelegt werden. Ein Fahrrad verursacht weder Lärm- noch CO2-Emissionen und beansprucht den Boden nur wenig. Der Verbrauch von wenigen Tropfen Öl für die mechanischen Teile, Kautschuk für Bremsen und Pneus sowie die durch die Fabrikation verursachte graue Energie fallen gegenüber der durch Autos verursachten Umweltbelastung kaum ins Gewicht.

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Im Vergleich zum öffentlichen oder motorisierten Verkehr ist das Fahrrad ausserdem das günstigste Fortbewegungsmittel. Im Sommer sind vor allem in Städten zahlreiche Schweizer fast ausschliesslich mit dem Velo unterwegs und nutzen den Drahtesel sowohl für den Arbeitsweg als auch in der Freizeit. Sobald die Temperaturen sinken, werden viele Velos bis zum nächsten Frühling im Keller verstaut – das muss jedoch nicht sein. Hier gibt es Tipps, wie Sie auch im Herbst und Winter unfallfrei Rad fahren.

Klingel und Sattel sind nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben

Die Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge schreibt für strassentaugliche Velos gepumpte Pneus, zwei kräftige Bremsen, mindestens zehn Quadratzentimeter grosse Reflektoren vorne (weiss) und hinten (rot) und orange Reflektoren an den Pedalen vor. Für Rennvelos sind keine Reflektoren an den Pedalen vorgeschrieben. Bei Dämmerung, nachts und in Tunnels muss ein ruhendes Licht vorne (weiss) und hinten (rot) am Fahrrad angebracht sein, zusätzliche Lichter – auch blinkende Lichter – sind erlaubt. Seit 2017 sind Klingel und Sattel nicht mehr obligatorisch und die Velovignette wurde 2012 aufgehoben.

In der Morgendämmerung und nachts ist das Unfallrisiko auf Schweizer Strassen rund dreimal höher als am Tag. Bei nächtlichem Regen, Schnee oder Gegenlicht erhöht sich der Risikofaktor sogar um das Zehnfache. Kleidung mit Reflektoren sorgt dafür, dass andere Verkehrsteilnehmer die Radfahrer auch an grauen Herbstmorgen erkennen können. Wer keine reflektierende Kleidung hat, kann auch die Unfallschutzweste aus dem Auto anziehen. Alternativ gibt es günstige Leuchtbändel mit Klettverschluss, die etwa an Rucksäcken, Taschen oder Fahrradsätteln befestigt oder um Handgelenk und Knöchel gewickelt werden können. Feuchtes Laub, Reif und Eisglätte erhöhen die Sturzgefahr, darum ist das Tragen eines Helms bei kühleren Temperaturen erst recht ratsam. Auch der Helm sollte mit Reflektoren ausgestattet sein.

Bessere Traktion dank reduziertem Reifendruck

Fäustlinge halten zwar die Hände besonders warm, können jedoch hinderlich sein bei der Bedienung von Bremsen und Schaltung. Auch die Akkus von E-Bikes reagieren empfindlich auf Kälte, was zu Reichweitenverlust führen kann. Dagegen hilft, die Batterie mit einem Neoprenüberzug zu schützen. Die Veloreifen müssen genügend Profil haben und abgefahrene Reifen sollten sofort ausgetauscht werden. Wer mit schmalen Rennreifen unterwegs ist, wechselt für kalte Herbst- und Wintermonate besser auf breitere Pneus. Dies sorgt für mehr Griffigkeit bei Nässe und Eis. Besonders für E-Bikes werden breitere Pneus empfohlen, da bei Elektrovelos höhere Antriebskräfte auf die Fahrbahn übertragen werden müssen. Ein leicht reduzierter Reifenluftdruck bietet vor allem auf nassen Strassen oder Schnee bessere Traktion.

Nicht nur die Ausrüstung sollte bei kälteren Temperaturen angepasst werden, sondern auch die Fahrweise. Im Herbst und Winter sollten Radfahrer langsamer und bedächtiger fahren als bei trockenen Verhältnissen. Wer schneller fährt und ins Schwitzen gerät, kühlt eher aus. Auch die Unfallgefahr ist bei höheren Geschwindigkeiten grösser. Beim Einfahren in Kurven hat es sich bewährt, den Kurvenausgang zu fixieren und das Tempo frühzeitig zu drosseln, um nicht wegzurutschen. Wichtig ist auch, sich einzugestehen, wenn die Fahrkünste nicht mehr ausreichen für eine sichere Velofahrt, und stattdessen auf Bus oder Zug auszuweichen.

Bei Nässe müssen Fahrräder mehr gereinigt werden

Nasse Fahrbahnen, Reif und Matsch setzen Velos zu. Im Herbst und Winter müssen Fahrräder deswegen öfter gereinigt werden als in der warmen Jahreshälfte. Insbesondere Kette und Schaltung gilt es regelmässig zu säubern und zu fetten. In kalten Herbstnächten sollten Velos in einem windgeschützten Raum stehen, damit der Schmutz des Vortages nicht festfriert.

Haben Sie Tipps, wie man bei Nässe und Kälte sicher Velo fährt? Verraten Sie es uns im Kommentarfeld.

(sts)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter B. am 26.09.2019 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Uihh

    Danke für die Info betr. der gesetzlich vorgeschrieben Ausrüstung. Ich habe bei meinem Drahtesel umgehend den nicht vorgeschriebenen Sattel entfernt. Stimmt, ein völlig neues Fahrgefühl....

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  • C.Käser am 26.09.2019 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    Ob Sommer oder Winter,

    ohne Licht und kein Verstand dahinter.

  • Snowrider am 25.09.2019 22:18 Report Diesen Beitrag melden

    Schönwettervelöler sind fürchterlich

    Am Bike hat man Licht. Vielmehr sollten alle Fussgänger, die sich im Verkehr bewegen, Reflektoren tragen müssen. Hunde sind immer mit Weihnachtsbeleuchtung auszustatten. Ein Gesetz, das angesichts der steigenden Überbevölkerung dringend eingeführt werden muss.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fredy Merx am 09.10.2019 22:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tipp

    Als ganzjähriger Gümmeler lasse ich das Fenster zu Hause immer im Kippstellung, damit es mich draussen nicht so friert.

  • Ratsuchender am 09.10.2019 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Winterpneu

    Ab wann muss ich am Velo Winterreifen montieren? Auch bei Temperaturen unter 7 Grad?

  • Velofahrer am 09.10.2019 22:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer trendig

    Meinen Drahtesel stelle ich im Winter immer nach Draussen vor die Tür, damit es ein pressierter Grüner wieder zum Bahnhof mitnimmt. Im Frühling bekomme ich von der Versicherung dann jeweils wieder das neueste Modell in Trendfarbe, damit mich die von mir im Herbst genervten Autofahrer auf der Kreuzung im Frühling dann nicht mehr so gut erkennen.

  • Ecki am 09.10.2019 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    Winterschlaf

    Mein Velo schon aber ich nicht.

  • Kain Pendler am 08.10.2019 21:10 Report Diesen Beitrag melden

    Velo oder zu Fuss

    Ich verzichte im Winter auf das Velo und gehe zu Fuss (Arbeitsplatz bewusst in Gehdistanz). Solange die Strassen nicht gefroren sind, fahre ich aber mit dem Velo. Nach dem ersten Frost heisst es dann zu Fuss gehen.