Energy Challenge

20. Mai 2019 09:25; Akt: 20.05.2019 09:25 Print

Ist Ihr Velo strassentauglich?

Ein Fahrrad-Check trägt zu mehr Sicherheit auf den Strassen bei. Dies müssen Sie beachten.

Bildstrecke im Grossformat »
Gemäss dem Bundesamt für Strassen verunfallten 2018 in der Schweiz rund 4700 Velofahrer. Im Bild ist eine Unfall-Simulation zu sehen. Ein Fahrrad-Check kann dazu beitragen, dass Unfall-Szenarien seltener Realität werden. Kontrollieren Sie vor dem Losfahren unbedingt die Bremsen. Wenn die Beläge bei Scheibenbremsen zu stark abgenutzt sind, macht sich das beim Bremsen mit verminderter Bremswirkung und einem scharrenden sowie kratzenden Geräusch bemerkbar. Werden Fahrräder lange nicht bewegt, können sich die Kettenschaltungen verstellen. Die Folgen davon sind Rattern oder ungewollte Gangwechsel. Schieben Sie das Velo zuerst von Hand an, um die Kette auf ungewöhnliche Geräusche oder ruckartige Bewegungen zu überprüfen. Läuft das Rad rund oder ist es verbogen und eiert beim Fahren? Kleinere Felgen-Verbiegungen lassen sich mithilfe eines Speichenspanners innerhalb von wenigen Minuten beheben. Eiert das Rad hingegen stark und an mehreren Stellen, sollte das Velo in die Werkstätte gebracht werden. Überprüfen Sie anschliessend das Reifenprofil und untersuchen Sie, ob der Mantel Risse oder andere Beschädigungen aufweist. Nach der Kontrolle von Felgen und Mantel sollten die Pneus aufgepumpt werden. Durch die Lagerung kann Luft aus den Reifen entweichen – dies auch ohne winzige Löchlein in den Pneus. Drücken Sie mit den Daumen auf den Reifen. Lässt sich der Pneu mehr als einen Zentimeter eindrücken? Dann muss er aufgepumpt werden. In der Morgendämmerung sowie nachts ist das Unfallrisiko auf Schweizer Strassen bis zu dreimal höher als am Tag. Neben gepumpten Pneus und zwei leistungsstarken Bremsen müssen Velos mit mindestens zehn Quadratzentimeter grosse Reflektoren vorne (weiss) und hinten (rot) sowie orangen Reflektoren an den Pedalen ausgestattet sein. Überprüfen Sie vor der ersten Fahrt am frühen Morgen oder am späten Abend, ob Vorder- und Rücklicht funktionieren. Falls nicht, ist in den meisten Fällen die Glühlampe defekt oder eine Kabelverbindung hat sich gelöst. Tauschen Sie gegebenenfalls die Lampe aus und stecken Sie die Kabelverbindungen wieder fest.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Schweizer legen laut Pro Velo, dem Dachverband der Radfahrer, im Durchschnitt pro Tag nur rund einen Kilometer mit dem Fahrrad zurück. Das Einsatzgebiet der Drahtesel wäre hierzulande jedoch deutlich grösser: Rund ein Drittel aller Autofahrten und zwei Drittel der Fahrten im öffentlichen Nahverkehr sind heute kürzer als drei Kilometer. Mit dem Velo könnten diese Strecken oftmals schneller sowie stress- und emissionsfrei zurückgelegt werden. Ein Velo verursacht weder Lärm- noch CO2-Emissionen und beansprucht den Boden nur wenig. Der Verbrauch von wenigen Tropfen Öl für die mechanischen Teile, Kautschuk für Bremsen und Pneus sowie die für die Fabrikation eines Fahrrads anfallende graue Energie fallen gegenüber der durch Autos verursachten Umweltbelastung kaum ins Gewicht.

Umfrage
Fahren Sie gerne Velo?

Im Vergleich zum öffentlichen oder motorisierten Verkehr ist das Velo das günstigste Fortbewegungsmittel. Gleichzeitig stehen Velofahrer weniger im Stau und sparen dadurch insbesondere in Städten Zeit und Nerven. Ausserdem werden beim Velofahren Herz und Lunge trainiert und pünktlich zu Beginn der Badi-Saison der Hintern knackiger. Eine Stunde Velofahren verbrennt je nach Durchschnittsgeschwindigkeit, Alter, Gewicht, Fitnesslevel und Geschlecht des Radlers bis zu 600 Kalorien. Beim Mountainbiking oder Rennvelofahren ist der Kalorienverbrauch schnell doppelt so hoch. Insbesondere die Gesässmuskeln werden beim Radeln beansprucht, wodurch der Po definierter aussieht – ohne dass man sich in stickigen Fitnesszentren abrackern muss.

Aus all diesen Gründen dürften nach der Schlechtwetterperiode zahlreiche Schweizer ihre Velos wieder aus dem Keller holen. Damit die erste Ausfahrt oder die anstehenden grösseren Sommer-Touren so sicher wie möglich werden, bietet sich ein Velo-Check an. Unten steht, welche Punkte Sie dabei beachten sollten.

Ausstattung
Die Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge schreibt für strassentaugliche Velos gepumpte Pneus, zwei kräftige Bremsen, mindestens zehn Quadratzentimeter grosse Reflektoren vorne (weiss) und hinten (rot) und orange Reflektoren an den Pedalen vor. Für Rennvelos sind keine Reflektoren an den Pedalen vorgeschrieben. Bei Dämmerung, nachts und in Tunnels muss ein ruhendes Licht vorne (weiss) und hinten (rot) am Fahrrad angebracht sein, zusätzliche Lichter – auch blinkende Lichter – sind erlaubt. Seit 2017 sind Klingel und Sattel nicht mehr obligatorisch und die Velovignette wurde 2012 aufgehoben.

Bremsen
Kontrollieren Sie vor dem Losfahren unbedingt die Bremsen. Wenn die Beläge bei Scheibenbremsen zu stark abgenutzt sind, macht sich das beim Bremsen mit verminderter Bremswirkung und einem scharrenden sowie kratzenden Geräusch bemerkbar. Es gibt keine allgemein gültige Regel, in welchen Abständen Bremsen ausgetauscht werden sollten, da dies stark vom Nutzungsverhalten, Fahrradtyp und Material abhängt.

Reifen
Läuft das Rad rund oder ist es verbogen und eiert beim Fahren? Kleinere Verbiegungen lassen sich mithilfe eines Speichenspanners innerhalb von wenigen Minuten beheben. Eiert das Rad hingegen stark und an mehreren Stellen, sollte das Velo in die Werkstatt gebracht werden. Überprüfen Sie anschliessend das Reifenprofil und untersuchen Sie, ob der Mantel Risse oder andere Beschädigungen aufweist. Nach der Kontrolle von Felgen und Mantel sollten die Pneus aufgepumpt werden. Durch die Lagerung kann Luft aus den Reifen entweichen – dies auch ohne winzige Löchlein in den Pneus. Drücken Sie mit den Daumen auf den Reifen. Lässt sich der Pneu mehr als einen Zentimeter eindrücken? Dann muss er aufgepumpt werden.

Kette
Werden Fahrräder lange nicht bewegt, können sich die Kettenschaltungen verstellen. Die Folgen davon sind Rattern oder ungewollte Gangwechsel. Schieben Sie das Velo zuerst von Hand an, um die Kette auf ungewöhnliche Geräusche oder ruckartige Bewegungen zu überprüfen. Grössere Reparaturen an der Kette sollten von einem Fachmann durchgeführt werden. Ist die Velokette noch intakt, ist Reinigung angesagt. Dies geht am einfachsten, indem man die Kette durch einen alten Lappen oder ein ausrangiertes Tuch laufen lässt. Ist die Kette vom Schmutz befreit, steht Ölen an. Spritzen Sie dazu einen Tropfen Öl in jedes Kettenelement und lassen Sie die Kette einige Male im Leerlauf durchlaufen.

Lichter
In der Morgendämmerung sowie nachts ist das Unfallrisiko auf Schweizer Strassen bis zu dreimal höher als am Tag. Überprüfen Sie deswegen vor der ersten Fahrt am frühen Morgen oder späten Abend, ob Vorder- und Rücklicht funktionieren. Falls nicht, ist in den meisten Fällen die Glühlampe defekt oder eine Kabelverbindung hat sich gelöst. Tauschen Sie gegebenenfalls die Lampe aus und stecken Sie die Kabelverbindungen wieder fest.

(sts)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Züri Horner am 20.05.2019 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umgekehrt

    Ein strassentauglicher Drahtesel nützt nichts, wenn der "Reiter" untauglich ist.

  • Der Denker am 20.05.2019 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Warum eine Klingel nicht mehr sein muss, werde ich nie Verstehen, viele Konfrontationen auf schmalen Wegen Zwischen Velofahrer und Fussgänger liesse sich vermeiden.

    einklappen einklappen
  • Rotlichtignorant am 20.05.2019 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Beobachtungen

    Am heutigen Velo braucht es ja eigentlich nix ausser zwei Räder. Keine Klingel, kein Katzenauge, kein Licht, kein Schutzblech, keine Nummer, keine Bremsen, keinen Kopf.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Brigitte Schäfer am 02.06.2019 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Ärgernis

    Ohni Glogge sind die Teil eifach nur megagföhrlich und äs dauernds Ärgernis.

  • lena mutter am 23.05.2019 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das allerwichtigste ist die Klingel

    immer mehr MTBs sind Lautlos unterwegs und fahren in vollem tempo an oder zwischen den leuten hindurch ohne sich anzukündigen egal auch ob kleine kinder auf dem weg sind

  • lars am 23.05.2019 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ein grosser Hund und es geht

    auf wanderwegen ist ein freilaufender grosser Hund die lösung aller probleme alle verhalten sich anständig und gesittet niemand rast mit dem e- Bike mitten durch die leute in vollem tempo

    • Brigitte Schäfer am 02.06.2019 12:52 Report Diesen Beitrag melden

      Gefahr

      ja, aber die chliene Hünd sind ächt in Gfahr. D Chind und die alte Lüüt übrigens au.

    einklappen einklappen
  • catalena am 23.05.2019 07:25 Report Diesen Beitrag melden

    und bei Nebel?

    Viele Pfeifen haben nicht mal bei Nebel ein Glühwürmchen. Dann ist wieder der Autofahrer schuld wenn man diese Leuchte nicht gesehen hat.

  • Veloianer am 22.05.2019 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Radwege

    Es braucht endlich durchgehende Radwege in der ganzen Schweiz. Besonders Überlandstrassen sind im Morgen-und Abendverkehr besonders gefährlich.

    • Brigitte Schäfer am 02.06.2019 12:54 Report Diesen Beitrag melden

      Manager Krankheit

      Seit Anfang der 80ger Jahr wird in Velowege investiert, ich glaub 14 Mio pro Jahr. Ich glaub, die haben aber nur alle Spazier- und Wanderwege mit neuen Tafeln ausgerüstet, die das Velofahren erlauben. Seit die Manager diesen "Sport" entdeckt haben, sind somit seither Spazier- und Wanderwege absolut kein Vergnügen mehr, nur noch gefährlich.

    einklappen einklappen