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Energy Challenge

13. Juli 2018 21:43; Akt: 13.07.2018 21:43 Print

Lammfleisch ist ein wahrer Klimakiller

Die Ernährung hat grossen Einfluss auf den ökologischen Fussabdruck. Diese Lebensmittel schaden Klima und Umwelt massiv.

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Grundsätzlich steckt in tierischen Produkten wie Fleisch, Eiern und Milch deutlich mehr graue Energie als in pflanzlichen Lebensmitteln. Der Fussabdruck im Bereich Ernährung des Durchschnittsschweizers reduziert sich um 24 Prozent, wenn auf eine vegetarische Ernährung umgestellt wird – bei einer veganen Ernährungsweise sogar um 40 Prozent. Laut «Business Insider» entstehen bei der Herstellung von einem Kilo Lammfleisch bis zu 39 Kilogramm an CO2-Emissionen. Für die Schweiz sind keine genauen Werte bekannt und der CO2-Ausstoss dürfte bei Schweizer Produkten etwas tiefer liegen, da lange Transportwege im In- und Ausland wegfallen. Einer der Hauptklimakiller bei der Lammfleischproduktion sind «Business Insider» zufolge aber die Fürze der Schäfchen. Neben Lammfleisch beansprucht die Rindfleischproduktion die Umwelt am stärksten. Laut einer WWF-Untersuchung werden pro Kilogramm Rindfleisch bis zu 15'000 Liter Wasser benötigt und es entstehen gut 15 Kilogramm an CO2-Emissionen. Die Lachsaufzucht verursacht WWF zufolge vielerorts Probleme mit Krankheiten und Überdüngung der Küstengewässer. Abwasser aus den Zuchten wird oftmals ins Meer geleitet. Aus der Zucht entkommene Lachse können Nachkommen mit Wildlachs haben, wodurch der Bestand der Wildlachse geschwächt wird. Umweltverbände wie Greenpeace warnen seit Jahren, dass manche Thunfischbestände überfischt seien und beim Fang unter anderem auch Meeresschildkröten oder Albatrosse getötet würden. Dadurch entsteht ein ökologisches Ungleichgewicht. Im weltgrössten Anbauland Mexiko führt der Avocado-Hype zu illegaler Abholzung. Jedes Jahr werden laut «Huffington Post» 1500 bis 4000 Hektaren Wald gerodet, um Platz für Avocado-Felder zu schaffen. Ausserdem ist der Wasserbedarf des Trendlebensmittels unverhältnismässig hoch: Gemäss «Zeit online» braucht es für ein Kilogramm Avocado rund 1000 Liter Wasser. Als billiger Rohstoff ist Palmöl bei der Industrie begehrt und in zahlreichen Produkten wie Nutella, Duschgel oder Kerzen enthalten. 85 Prozent des Palmöls werden in Indonesien und Malaysia produziert. Wenn die Tropenwälder gerodet und in Palmöl-Plantagen umgewandelt werden, geht der Lebensraum Tausender Tier- und Pflanzenarten verloren. Sogenannte Superfoods sind für die Umwelt meist alles andere als super. Acai- und Goji-Beeren beispielsweise müssen aus Brasilien beziehungsweise China importiert werden und weisen aufgrund der langen Transportwege eine schlechte Energiebilanz auf. Auch der Quinoa-Boom schadet der Umwelt. Statt bewährter Traditionssorten spriessen in den Herkunftsländern seit einigen Jahren schnell wachsende Monokulturen aus dem Boden. Um den Ertrag zu steigern, wird Quinoa nicht mehr nur an den Hängen der Hügel angepflanzt, sondern auch in Tälern. Dies führt zu Erosionen, und die Bodenfruchtbarkeit nimmt ab.

Zum Thema
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Ein Drittel der konsumbedingten Umweltbelastungen in Europa wird laut WWF durch die Ernährung verursacht. Die Produktion macht den Hauptanteil aus. Verpackung, Transport, Lagerung, Zubereitung und Entsorgung fallen in der Regel deutlich weniger ins Gewicht. Besonders umweltbelastend ist die Tierhaltung: Sie ist sehr ressourcenintensiv und verursacht signifikant mehr Treibhausgas-Emissionen als der Anbau von pflanzlichen Nahrungsmitteln.

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Würden Sie für die Umwelt weniger Fleisch essen?

Tierische Proteine sind gemäss WWF im Schnitt für die Hälfte der ernährungsbedingten Umweltbelastungen verantwortlich. Ein vegetarisches Menü belastet das Klima im Durchschnitt dreimal weniger als ein Gericht mit Fleisch. Noch besser für die Umwelt wäre eine vegane Ernährung. So reduziert sich der ökologische Fussabdruck eines durchschnittlichen Schweizers im Bereich der Ernährung beispielsweise um 24 Prozent, wenn auf vegetarische Ernährung umgestellt wird. Wer gänzlich auf tierische Produkte verzichtet – sich also vegan ernährt –, hat in punkto Ernährung einen um 40 Prozent kleineren Fussabdruck.

Doch auch pflanzliche Lebensmittel wie Avocado, Quinoa oder Superfrüchte schaden der Umwelt aufgrund ihrer Anbauweise oder der langen Transportwege in die Schweiz. In der obigen Bildstrecke wird gezeigt, welche Lebensmittel umwelt- und klimaschädigend sind.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ralf am 13.07.2018 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soja+co?

    Und ab morgen, sollten wir uns alle ein schlechtes Gewissen machen, weil wir leben, oder was?? Solange wir nicht kompromissbereit sind, können wir die Welt nicht verbessern. Ich persönlich, leiste meinen Beitrag, in dem ich meine Lebensmittel, saisonal und Regional auswähle.

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  • Lina am 13.07.2018 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Produkte

    Gerade die trendige ön Goji Beeren sowie auch Quinoa muss nicht mehr zwingend importiert werden. Wer auf die Umwelt achtet kauft Schweizer Produkte, dasselbe beim Lammfleisch: neuseeländisches oder australisches Lammfleisch wird in Schafhaltung mit dem Zweck der Fleischgewinnung erzeugt. Das Schweizer Lammfleisch stammt von Lämmern von Milchschafen, die Schafmilch ist sehr gesucht in der Schweiz die männlichen Jungtiere können aber lediglich für die Fleischerzeugung genutzt werden, daher lauft Schweizer Lamm, am besten direkt vom Landwirt.

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  • Willi Tell am 13.07.2018 22:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BITTE

    hört mit diesem Schmaren auf. Wasser findet, wenn es nicht vergiftet wird im wieder den weg in den Kreislauf zurück. Einfach mal auf Panik machen. Übrigens heisst das Wort das ihr Schreibt, Kilokalorien und nicht einfach Kalorie .

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Die neusten Leser-Kommentare

  • F. Ziegenbart am 20.07.2018 02:57 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig klar

    Die Menschen sind alle Lämmer.

  • FreeSpirit am 18.07.2018 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Vampire

    Die Menschen sind Vampire und Ausbeuter auf dieser Erde. Somit im Grunde die grössten Schädlinge für den Planeten.

  • Geiger-Thurgau am 17.07.2018 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe WWF Heuchler

    Hört doch endlich auf mit der CO2 Bilanz bei der Fleischproduktion. Die Hunde und Katzen in der Schweiz fressen zusammen drei mal soviel Fleisch wie unsere Kinder von 1 bis 15 Jahren. Demzufolge hätten wir eine viel bessere CO2 Bilanz wenn man die geliebten Haustiere verbieten würde. Im weiteren hat es mittlerweile mehr Pferde im Kanton Thurgau als Milchkühe. Auf die geliebten vierbeinigen Freunde des Menschen, die aus moralischen Gründen von uns nicht gegessen werden dürfen, will aber niemand verzichten. Schon gar nicht die WWF Anhänger.

  • Conni Gärtner am 17.07.2018 09:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Go Vegan!!!

    Ist es nicht komisch, dass wir jährlich 56 Milliarden Nutztiere ernähren können, während 800 Millionen an hunger leiden! Und ausserdem leben 82% der hungernden Kinder in Länder, in denen Futter für unsere Masttiere angebaut werden. Wenn man nicht wegen der Umwelt auf Fleisch verzichten möchten, dann vielleicht ein wenig für unsere Mitmenschen!

    • N. Baumann am 17.07.2018 11:42 Report Diesen Beitrag melden

      @Conni Gärtner

      Verzicht?-Niemals. Fleischesser gehen sprichwörtlich über Leichen.

    • Glow Dieberg am 09.08.2018 09:30 Report Diesen Beitrag melden

      Vegan

      die Veganer ja auch, denn angeblich haben Pflanzen auch eine Seele und Gefühle. Leben Sie lieber von Luft und diktatorischem Denken!

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  • Crassus, Bern am 17.07.2018 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realitätsverlust

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie manche die Realität nicht sehen wollen, sobald es um ihre Vorlieben wie Fleisch oder Autos geht, mich inbegriffen. Vegan zu leben ist für mich auch keine Lösung, aber weniger Fleisch zu essen und statt nur mit dem Auto herumzufahren das Velo oder den (überteuerten) öV hat meine Lebensqualität nur gesteigert.