Energy Challenge

11. April 2016 17:13; Akt: 27.04.2016 14:18 Print

Lichter löschen und Gestirne bestaunen!

Ein Blick in den ungetrübten Nachthimmel ist nur noch an wenigen Orten möglich – zum Beispiel in der Wüste.

Bildstrecke im Grossformat »
So klar wie in der Atacama-Wüste in Chile sieht man die Milchstrasse wohl weltweit nirgends. Dafür sorgen nur sehr geringe Lichtemissionen und das Klima, das fast das ganze Jahr über einen wolkenlosen Himmel garantiert. Diese Bedingungen sind für Astronomen ideal und ein Grund dafür, weshalb die Europäische Südsternwarte in der chilenischen Wüste mit den grössten Teleskopen der Welt nach neuen Planeten sucht. In den Metropolen dieser Welt - hier Washington - hingegen wird der nächtliche Blick in den Himmel oft durch grosse Lichtemissionen getrübt. Dies liegt daran, dass durch Strassenbeleuchtung, Lichtreklamen und Flutlichtanlagen das Licht in die Atmosphäre geleitet wird. Das führt zu den so genannten «Lichtglocken» über den Städten. Eine Stadt mit einer Einwohnerzahl von 30'000 hellt etwa den Himmel im Umkreis von 25 Kilometern auf. Der Unterschied ist eindrücklich: Blick auf das Sternbild Orion aus einer lichtarmen Umgebung (links). Sieht man sich das gleiche Sternbild aus der Stadt an, zieht sich ein weisser Schleier über die zuvor leuchtenden Sterne. Im neuseeländischen Tekapo wollte man sich die Sicht auf den Himmel nicht mehr verschleiern lassen. Seit 2012 ist das 830-Seelen-Dorf ein «Sternenlicht-Reservat». Dies erreicht die Bevölkerung mit Niedrigenergielampen und strikten Regulierungen. Ungetrübt wie in Tekapo sieht man die Sterne in vielen Teilen der Welt nämlich schon lange nicht mehr: Etwa ein Fünftel der Weltbevölkerung und mehr als zwei Drittel der Menschen in den USA können Schätzungen zufolge von ihrem Haus aus die Milchstrasse nicht mehr erkennen. Wenig Streulicht gibt es in den Bergen, etwa auf dem Gornergletscher. Dadurch wird der Blick frei auf die Sterne in der Morgendämmerung. In der Sedona-Wüste in Arizona präsentiert sich der Himmel ebenfalls von seiner schönen Seite. Auch hierhin pilgern viele Astronomen, um den klaren Himmel zu bestaunen. Haben Sie auch schon eine solch atemberaubende Aufnahme der Milchstrasse, wie hier am Piz Urlaun im Glarnerland, gemacht? Schicken Sie uns Ihre Bilder!

Zum Thema
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Die Sicht auf den Sternenhimmel hat sich durch die Elektrifizierung der Welt massiv verändert. Strassenbeleuchtung, Leuchtreklamen, Videowände und Flutlichtanlagen hellen heute den Himmel so stark auf, dass dicht besiedelte Gebiete unter einer schummrigen Dunstglocke verschwinden und unsere Sicht in den Nachthimmel erheblich getrübt wird.

Umfrage
Braucht es ein Umdenken bei der nächtlichen Beleuchtung?
92 %
6 %
2 %
Insgesamt 1767 Teilnehmer

Laut Studien gibt es auch in der Schweiz kein Gebiet mehr, wo noch ganz natürliche Lichtverhältnisse herrschen – ausser in den Bergen. Dort bietet sich ein noch etwas klarerer Blick ins Firmament. Global ist dies jedoch die Ausnahme: Etwa ein Fünftel der Weltbevölkerung und mehr als zwei Drittel der Menschen in den USA sehen Schätzungen zufolge von ihrem Haus aus die Milchstrasse nicht mehr.

Sehen Sie in der Bildstrecke, wo auf der Welt noch eine klare Sicht in den Himmel möglich ist.

Oder haben Sie selbst einen Ort gefunden, wo der Sternenhimmel noch in seiner ganzen Pracht bestaunt und fotografiert werden kann? Schicken Sie uns Ihre Bilder!
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(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hessin am 11.04.2016 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Energie sparen, Sterne genießen!

    Unseren hiesigen Sportplatz beleuchten sie noch mitten in der Nacht mit Spotlights! Und das jeden Tag - die absolute Verschwendung. Nach Mitternacht gehören grundsätzlich alle Beleuchtungen ausgeschaltet. Dann scheint auch keine Straßenlaterne ins Schlafzimmer und stört den Schlaf. Wenn man sich auf dem Grundstück bewegen will, gibt es Beweguzngsmelder, die nur dann angehen, wenn auch jemand da ist. Das wäre natürlich cool... Straßenlampen mit Bewegungsmelder, die nachts nur dann strahlen, wenn sich leute in direkter Nähe aufhalten... Träume... ;)

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  • Astrograph am 11.04.2016 23:00 Report Diesen Beitrag melden

    Licht

    Das Licht der Sterne ist etwas das wir zu gunsten von Verschwendung verloren haben. Dieses Naturschauspiel inspirierte Dichter, Entdecker und Forscher in uns. Und obwohl wir uns als Inteligent betrachten, zeigt uns die Lichtverschmutzung wie der Mensch Energie und Recourcen regelrecht verschwendet. Auch die "Tier und Pflanzenwelt" leidet unter der Dauerbestrahlung durch künstliches Licht, ganz zu schweigen des Menschen.

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  • No Light am 11.04.2016 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Welch "professionelle" Schlagzeile

    Würde ich ja gerne, aber die Strassenbeleuchtung ist überall so hell dass ich sogar in der Nacht ohne Licht rumfahren könnte. Das krasseste ist, dass man Städte teils bereits über mehrere kleinere Bergketten sieht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Clodi am 13.04.2016 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Solarlämpchen

    Und bald auf jedem Balkon und in vielen Gärten leuchten Nachts Solarlämpchen. Für was? wie gut lassen sich diese bei Nichtgebrauch oder Defekt entsorgen?

  • Das Brot am 12.04.2016 20:15 Report Diesen Beitrag melden

    Was Herz und Verstand ...

    ... unmittelbar berührt ist, wenn wir ganz plötzlich und unerwartet, die Schönheit des Universums erblicken. Es ist wie der Kuss des Universums. - Ein kurzer Moment der keiner Erklärung bedarf. - Mit einem mal fallen alle Pläne und Vorstellungen von dir ab. Darüber wer du bist, wer du sein willst oder welche Ziele du erreichen gedenkst, und es trifft dich wie ein Blitz. Du bist so überwältigt von dieser Schönheit und diesem Einfallsreichtum, dass du garkeine Zeit hast dich zu fragen, wie das alles ausgehen wird. Du weisst nur, dass du dieser Schönheit bis zum letzten Atemzug dienen wirst.

  • Landei am 12.04.2016 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Landleben

    zum Glück wohne ich in den Bergen, da sehe ich schön den Sternenhimmel mit Milchstrasse :D

  • Andrea am 12.04.2016 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    alle Sterne gesehen

    Auf dem Tauchsafariboot im tiefen Süden von Ägypten feranab der Küste!

    • Rafi am 12.04.2016 13:15 Report Diesen Beitrag melden

      Kann nicht sein

      Leider sieht man immer nur die Hälfte aller sichtbaren Sterne.

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  • ChriguBern am 12.04.2016 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Sahara

    Vor Jahren konnte man den eindrücklichen Sternenhimmel in der tunesischen oder libyschen Sahara geniessen. Dies kann man heute nicht mehr ohne Lebensgefahr und Dauerstress. Schade, und für mich Motivation weitere Verschlechterungen (Lichtverschmutzung) hier zu vermeiden.