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Energy Challenge

18. September 2018 19:04; Akt: 18.09.2018 19:04 Print

Müll reduzieren dank Menstruationstassen

Jeden Monat landen zahlreiche Binden und Tampons im Abfall oder im Abwasser. Es gibt nachhaltigere, günstigere und gesündere Alternativen.

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Gut 12'000 Binden und Tampons benötigt eine Frau durchschnittlich in ihrem Leben. In der Schweiz kostet eine Packung mit 32 Tampons ohne Einführhilfe zwischen 3.50 und 4.95 Franken, dazu kommen Binden und Slipeinlagen, die je nach Marke mit bis zu 5.20 Franken pro 20 Stück zu Buche schlagen. Während ihrer fruchtbaren Jahre geben die Schweizerinnen also mehrere Tausend Franken für Hygieneprodukte aus, die nach wenigen Stunden ausgedient haben und im Abfall landen. Dies schadet nicht nur dem Geldbeutel, sondern auch der Umwelt.

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«Herkömmliche Binden und Tampons sind deshalb problematisch, weil sie jeden Monat aufs Neue produziert, verpackt, gekauft und nach einmaligem Gebrauch weggeworfen werden. Dadurch entstehen weltweit grosse Mengen Abfall, die nicht immer fachgerecht entsorgt und bearbeitet werden können», sagt Franziska Barthe-Neuhaus, Betreiberin der Schweizer Online-Plattform Afriska.ch, auf der nachhaltige Hygieneprodukte angeboten werden. So verstopfen Binden und Tampons beispielsweise Leitungen, wenn sie in der Toilette statt im Abfallkübel entsorgt werden.

Energiebilanz von Hygieneprodukten aus der Umgebung ist besser

Deutlich nachhaltiger sind Menstruationstassen. «Es wird ein Produkt hergestellt, das bis zu zehn Jahre lang jeden Monat benutzt werden kann. Bei der Herstellung einer Menstruationstasse werden keine Pestizide, Bleichmittel, Parfüms oder sonstige Toxine verwendet», erklärt Barthe-Neuhaus. Umweltbewusste Hersteller würden für die Verpackung ausserdem recycelte und recycelbare Materialien und pflanzliche Druckertinte benutzen. «Es sollte naheliegend sein, dass die Energie- und Umweltbilanz einer in einem Nachbarland produzierten Menstruationstasse besser ist, als wenn diese von weit her importiert werden muss», führt sie weiter aus. Finanziell sei die Anschaffung nach ungefähr sechs Monaten amortisiert.

Die vaginale Schleimhaut wird nicht ausgetrocknet

Neben den ökologischen und finanziellen Vorteilen spricht laut der Expertin in Periodenfragen auch die Tragedauer für Menstruationstassen: «Je nach Modell kann sie gleich viel oder mehr Blut auffangen als Binden und Tampons. So kann man die Tasse zehn bis zwölf Stunden tragen, ohne sie leeren zu müssen.» Im Gegensatz zu Tampons trocknen Menstruationstassen zudem die Scheide nicht aus und sind daher besser für die vaginale Schleimhaut.

«Eine gute Menstruationstasse besteht zu 100 Prozent aus antiallergischem, medizinischem Silikon und fängt das Regelblut auf, ohne die natürliche Scheidenflora negativ zu beeinflussen. Sie enthält weder Giftstoffe noch hinterlässt sie Fasern in der Scheide.» Dadurch verursache die Menstruationstasse kein Austrocknen – was zu Juckreiz oder Rötungen führen kann – und reduziere die Gefahr von Scheidenpilzen.

Material, Härte und Fassungsvermögen: darauf gilt es zu achten

Weltweit gibt es über 100 Menstruationstassen-Marken. Worauf sollte man beim Kauf achten? «Ich berate Frauen oft bei der Wahl des richtigen Modells und der passenden Grösse. Wichtig ist, dass das Modell zu 100 Prozent aus medizinischem Silikon oder allenfalls aus qualitativ hochstehendem thermoplastischem Elastomer besteht. Die Menstruationstasse sollte nicht zu weich und gleichzeitig nicht zu hart sein, damit sie leicht eingeführt und entfernt werden kann», erklärt Barthe-Neuhaus. Weiter solle man auf ein passendes Fassungsvermögen achten, damit man auch bei starker Blutung von einer langen Tragedauer profitieren kann. Generell gebe es zwei Grössen: die kleine Tasse für kinderlose Frauen mit leichter oder normaler Blutung und die grosse für Frauen, die schon Kinder oder eine starke Blutung haben. «Sinnvoll ist es auch, eine Marke zu wählen, die in einem naheliegenden Land produziert wird und nicht um die halbe Welt transportiert werden muss».

Frauen, die nicht auf Binden oder Tampons verzichten möchten, empfiehlt Barthe-Nehaus Bio-Marken. «Ausserdem gibt es Binden und Slipeinlagen aus Stoff, Menstruationsunterwäsche und Schwämmchen. Auch das sind wiederverwendbare, umwelt- und körperfreundliche Alternativen zu den handelsüblichen Binden und Tampons.»

Weitere Informationen zu nachhaltigen Hygieneprodukten gibt es auf Afriska.ch

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stella Brinkley am 18.09.2018 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Toll dass es sich langsam rumspricht

    Benutze die Menstasse schon seit 7 Jahren. Finde sie viel angenehmer und hygienischer als Tampons oder Binden. Für die Umwelt auch genial!

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  • Martin am 18.09.2018 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Probiert es doch einfach mal.

    Meine Ex hatte es probiert, war davon nach einigem Probieren begeistert und ich als Mann habe es nur am Rande theoretisch mitbekommen ... Also funktioniert es. Schont die Umwelt, spart Geld, gibt etwas Freiheit zurück. Braucht anscheinend ein bisschen Übung aber das kriegen die Frauen wohl locker auf die Reihe.

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  • Lisi am 18.09.2018 21:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mal ausprobieren

    Eine Menstasse wäre was, das ich mal ausprobieren könnte, ich habe das vorher nicht gekannt. Aber Stoffbinden? Nein danke, in dieses Zeitalter will ich nicht mehr zurück!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • maja naef am 08.10.2018 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    wie ist es denn mit den Papiertaschentücher? Müssen wir da auch wieder auf Stoff umsteigen?

  • Frage am 26.09.2018 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung

    Gibt es auch die Menstasse für den Mann?

  • Maria Zeidler am 22.09.2018 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    nicht viel besser!

    Kunststoffe sind für unsere Unwelt definitiv nicht besser als Binden. Kunststoff löst sich sehr lange nicht auf, Binden oder Tampons sind in grösseren Mengen als Abfall vorhanden jedoch werden sie schneller im Umwelt vernichtet. Fazit jeder hat einen Positiven und Negativen Seite.

    • Sophia am 23.09.2018 19:23 Report Diesen Beitrag melden

      Entsorgen und so

      wie um Himmelswillen entsorgst du deine Sachen?!

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  • sk am 21.09.2018 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jedem das seine

    Sorry aber ich find das einfach eckelhaft vorallem wenn man auf Arbeit ist zur Toillete geht und dann jede mitbekommen muss wie du das auspülen musst, ect. weiss nicht also finde sowas nicht praktisch und wenns noch stecken bleibt wie ich es gelesen habe, nein danke. Apropo Müll es gibt nicht wegen Tampons mehr Mül, ist meine Meinung. Aber jedem das seine. In diesem Sinne schönen Abend noch.

    • J.D. am 21.09.2018 22:39 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Angst!

      Deine Arbeitskollegin wird ihre Tasse nicht vor deinen Augen im Lavabo ausspülen. Da musst du keine Angst haben. Und doch, Tampons und Binden machen extrem viel Müll. Pro Tag benötigt man 4-6 Tampons oder ca 4 Binden (je nach Stärke der Tage). Da kommt in 1 Woche was zusammen, 13x im Jahr, 40 Jahre lang...

    • gugs am 21.09.2018 23:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @sk

      Es gibt nicht wegen Tampons mehr müll? ...dann lösen sich tampons und binden ja Rückstamdslos auf ..jawohl..

    • L.F. am 22.09.2018 19:31 Report Diesen Beitrag melden

      Zuerst denken, dann kommentieren?

      1. Menstruationstassen halten im Normalfall 10 - 12 Stunden. Musst sie also nicht auf der Arbeit wechseln. 2. Tampons machen keinen Müll? Ok. Bist du dir sicher?

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  • Maya am 21.09.2018 20:36 Report Diesen Beitrag melden

    Toll dass es sich langsam rumspricht

    Endlich wird es auch in den Medien angesprochen. Vor 10 Jahren war man noch ein Exot und es war nur auf Messen oder via Internet erhätlich.