Energy Challenge

29. August 2019 11:28; Akt: 29.08.2019 11:28 Print

So wird der Weg zur Arbeit nicht zum Klimakiller

Velofahren, Homeoffice und einen Gang hinunterschalten: Im dritten Teil der Umwelt- und Klimaschutzserie gibt es Tipps rund um das Thema Mobilität.

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Rund ein Drittel aller Autofahrten und zwei Drittel der Fahrten im öffentlichen Nahverkehr sind heute kürzer als drei Kilometer. Mit dem Velo könnten diese Strecken oftmals schneller sowie stress- und emissionsfrei zurückgelegt werden. Fahrräder verursachen weder CO2- noch Lärmemissionen und beanspruchen den Boden nur wenig. Würden zusätzlich 450'000 Berufstätige in der Schweiz einmal pro Woche im Homeoffice statt im Büro arbeiten, könnten laut Berechnungen der Klimaschutzstiftung My Climate jede Woche 1400 Tonnen CO2 gespart werden. Anstelle von Sitzungen in anderen Städten sollten Firmen so oft wie möglich Telefonkonferenzen durchführen. Fahren Sie entweder mit dem Velo oder öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit. Das Auto sollte nur benutzt werden, wenn es aufgrund der Arbeitszeiten oder der Erreichbarkeit entweder für die ganze Strecke oder Teilstrecken nicht anders möglich ist. : Die Art der Motorisierung bestimmt neben dem Fahrzeuggewicht in erster Linie die Höhe des Treibstoffverbrauchs und des CO2-Ausstosses. Die Grösse des Autos spielt eine untergeordnete Rolle. Mit einem Auto-Energiecheck lassen sich Energieverbrauch und CO2-Emissionen senken. Im Fahrzeug-Handbuch oder im Tankdeckel ist der empfohlene Reifendruck angegeben. Die Allianz Eco Drive empfiehlt, diese Zahl um bis zu 0,5 Bar zu erhöhen. Diese Massnahme spare ungefähr drei Prozent Treibstoff. Prüfen Sie den Druck monatlich an kalten Reifen, denn pro Monat gehen rund 0,1 bar verloren. Durch den höheren Luftwiderstand verbrauchen Fahrzeuge mit beladenen Dachträgern massiv mehr Treibstoff – bei 120 Kilometern pro Stunde bis zu 39 Prozent. Selbst Dachträger ohne Transportgut erhöhen den Spritverbrauch. Bei 120 km/h sind es immer noch rund 7,5 Prozent. Montieren Sie den Dachträger deshalb nur, wenn es nicht anders geht. Mit der Start-Stopp-Automatik lohnt sich das Abschalten des Motors bei jedem noch so kurzen Halt. Experten schätzen, dass im Stadtverkehr bis zu 10 Prozent Treibstoff eingespart werden, wenn der Motor bei allen Stopps ausgeschaltet wird. Beim Autofahren früh hochzuschalten und stets im höchstmöglichen Gang zu fahren, bietet grosses Sparpotenzial. Der Tourenzähler ist ein wichtiger Hinweis für den Spritverbrauch: Je mehr Umdrehungen pro Minute, desto höher ist automatisch der Treibstoffverbrauch. Wer vorausschauend und mit Abstand fährt, muss weniger bremsen. Wird es doch einmal nötig, gehen Sie zuerst vom Gas weg. Danach bremsen Sie und schalten erst dann zurück – falls nötig. Sobald wieder freie Fahrt ist, kann man Gas geben und zügig wieder hochschalten. So verbrauchen Sie nicht nur weniger Treibstoff, sondern schonen auch Kupplung und Bremsbeläge. Die Auslastung pro Fahrzeug im Auto-Pendelverkehr liegt in der Schweiz bei gerade einmal 1,1 Personen. Dies führt zu hohen CO2-Emissionen und Staus während der Stosszeiten. Die Bildung von Fahrgemeinschaften kann dem entgegenwirken. Der Flugverkehr ist laut WWF Schweiz weltweit für knapp fünf Prozent des menschengemachten Klimaeffekts verantwortlich, in der Schweiz sogar für über 18 Prozent. Deswegen sollte wann immer möglich auf das Flugzeug verzichtet werden. Viele Konferenzstädte in Europa sind auch bequem mit dem Zug oder Bus erreichbar.

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Gut ein Drittel der gesamthaft in der Schweiz verbrauchten Energie ist auf den Verkehr zurückzuführen. Dem Bundesamt für Statistik zufolge wird der Energiebedarf für den Verkehr hierzulande zu 94 Prozent mit Erdölprodukten gedeckt. Mit Verbrennungsmotoren betriebene Fahrzeuge stossen das Treibhausgas Kohlendioxid aus. 2017 beliefen sich die CO2-Emissionen des Verkehrs in der Schweiz auf insgesamt 14,8 Millionen Tonnen CO2. Dies entsprach 39 Prozent aller Kohlendioxidausstösse der Schweiz.

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Der Bestand der Strassenmotorfahrzeuge ist laut dem Bundesamt für Statistik zwischen 2000 und 2018 um einen Drittel auf 6,1 Millionen angestiegen. Rund drei Viertel davon sind Personenwagen. In der Schweiz kommen durchschnittlich 543 Personenwagen auf 1000 Einwohner. Dabei sind erhebliche regionale Unterschiede auszumachen: Insbesondere in den städtischen Ballungsräumen mit ihrem dicht geknüpften ÖV-Netz ist der Motorisierungsgrad wesentlich tiefer als im schweizerischen Durchschnitt. Weiter wird davon ausgegangen, dass zwei Drittel aller Haushalte mindestens ein Velo besitzen. Im Zusammenhang mit dem öffentlichen Strassenverkehr waren 2015 gut 6700 Fahrzeuge registriert, wobei es sich zu 80 Prozent um Autobusse handelte. Deren Bestand ist zwischen 2000 und 2015 um 26 Prozent angestiegen. Im gleichen Zeitraum hat die Anzahl Trams um fünf Prozent zugenommen.

In der obigen Bildstrecke finden sich Tipps, wie die Umweltbelastungen im Bereich der Mobilität reduziert werden können.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Klaus am 29.08.2019 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Gehirnkiller

    Hoffentlich wird dir klima Prognosen nicht das selbstständige denken ausschalten, damit die Leute trotzdem den Schwindel erkennen.

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  • Peter M am 29.08.2019 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Firmen verpflichten

    Alle Firmen gleicher Steuersatz schweizweit. Das würde zu einer Dezentralisierung von "Steuerflüchtigen" verursachen. Somit wären eben die Arbeitsplätze wieder verteilt in der Schweiz. So müsste auch nicht die halbe Schweiz nach Zürich pendeln. So einfach. Aber es ist einfach den einfachen Mann als Buhmann hinzustellen und mit dem Zeigefinger ein schlechtes Gewissen einzureden. Ändert doch mal da was wo es auch Auswirkungen hätte. Aber da merkt man, dass viele in Bern eben keine Nüsse haben.

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  • James am 29.08.2019 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Unmöglich

    Menschen können kein "Klima killen".

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lucienne am 03.09.2019 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    Blabla

    50 Jahre Gurnigelrennen mit Helikopterrundflug und allem pipapo und dann wird diese wunderschöne Region als Naturpark angepriesen. Ich will damit nur sagen die Heuchlerei hat eine Dimension erreicht, es sollte schon lange weh tun im menschlichen Hirn.

  • Swissman73 am 03.09.2019 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Hört doch mal auf

    Ist mir doch egal. Wenn ich die Züge sehe, die mit Atom und Kohlestrom betrieben werden, bin ich noch gut dran. Kein Geld der Welt hilft dem Klima. Das regelt die Natur und die macht sich nichts aus Geld.

    • Echo am 06.09.2019 23:13 Report Diesen Beitrag melden

      @Swissman73

      Schweizer Strom 70 % erneuerbare Energie, nix Kohlestrom. Und leider ist Kohlestrom mit einem Wirkungsgrad von 35 % sauberer als jedes Verbrennungsmotorisierte Fahrzeug...

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  • Lippuner Christian am 03.09.2019 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Nabelschau der Natur?

    Alles nur Hirngespinste und Mutter Natur geht's prächtig? Alles Spinner die auf die Strasse gehen? Unser Konsum- und Freizeitverhalten sowie die Einsicht ändert sich erst dann, wenn keine Luft mehr zum atmen da ist, erst dann wird die Kritik still und keiner debattiert mehr darüber. Geniessen wir Menschen mit unseren Tieren die Zeit noch die uns Mutter Natur schenkt und halten ihr möglichst Sorge, damit auch die nächste Generation noch Freude an dem Planeten haben darf. Danke fürs lesen....

  • Nurso am 02.09.2019 08:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hat man..

    ..eigentlich schon mal ausgerechnet wie viel CO2 die Gretha verursacht mit ihrem herumreisen auf dem Globus? Sicher X mal mehr als wenn sie zur Schule ginge und von dort aus Klimaaktivistin wäre. Einfach nicht glaubwürdig das Ganze.

    • Küde am 02.09.2019 12:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nurso

      Alle die Greta kritisieren, sollten doch eines beachten. Seit Greta streikt ist der Klimawandel in aller Munde und sie ist weltbekannt und bewirkt weltweites Handeln. Ich verstehe, dass dies dich kalt lässt und du an die Klimalüge glaubst. Ich erwarte von dir keine weitere Kritik.

    • Beobachter am 02.09.2019 17:35 Report Diesen Beitrag melden

      Greta

      Gesponsert von denen die uns immer schon angelogen haben und diese Kriege führen und eine kulturvermieschung im Gange gesetzt haben. Da müsste man schon nachdenklich sein und das ganze hinterfragen.

    • Peter M am 03.09.2019 18:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Küde

      Ja klar. Sah man ja in NYC, wo gerade mal 100 Aktivisten sie unterstützten. Wer sowas sagt war noch nicht ausserhalb Europas.

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  • Linnus am 02.09.2019 07:40 Report Diesen Beitrag melden

    ÖV, dass ich nicht lache

    Nicht alle wohnen und arbeiten an Orten mit gutem Anschluss. Mit dem Auto zur Arbeit 25 Minuten, gleicher Weg mit ÖV 1.5 Stunden. und ich schaffe es nicht vor 07:00 bei der Arbeit zu sein. Also hört auf den ÖV für die ultimative Lösung darzustellen, das ist er nicht!

    • Peter M am 02.09.2019 07:46 Report Diesen Beitrag melden

      Passt nur für Kanton ZH

      Das ÖV-Geschichtli passt echt nur in den Kanton ZH wo JEDES hinterletzte Kaff 1/2h Takt hat. Bei uns fährt 4 mal am Tag ein Bus. Erst wenn wir in der ganzen Schweiz den mindestens 1/2 Takt hätte, gute Anbindungen wie Zürich - ohne 2-4 mal umzusteigen - erst DANN kann man über solche Hirngespinste reden.

    • Thomas am 02.09.2019 12:01 Report Diesen Beitrag melden

      @Linnus

      Bei mir 30min mit dem Auto, 2.5h (!) mit dem ÖV. Die Idee mit dem ÖV zur Arbeit zu gehen ist ein absoluter Witz für alle die nicht in der Stadt oder Agglo wohnen/arbeiten.

    • Peter Sommer am 02.09.2019 17:31 Report Diesen Beitrag melden

      Denkste...

      Das gilt nicht mal um ganzen Kanton Zurich

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