Energy Challenge

15. September 2018 14:07; Akt: 21.09.2018 11:01 Print

Wann soll man alte Haushaltsgeräte ersetzen?

Macht es Sinn, Stromfresser im Haushalt mit energieeffizienteren Geräte auszutauschen – auch wenn sie noch funktionieren? Dr. Energy klärt auf.

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Die typische Lebensdauer von Haushaltsgeräten liegt bei zehn bis 15 Jahren. Nach dieser Zeit kann auf eine Reparatur getrost verzichtet werden. Bei einem weniger alten Gerät empfiehlt es sich, abhängig von den Kosten der Reparatur zu entscheiden. (Bild: Pexels)

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Die meisten meiner Haushaltsgeräte sind zwischen acht und zehn Jahre alt und funktionieren noch einwandfrei. Es wird immer wieder geraten, Kühlschränke, Waschmaschinen und Staubsauger durch neuere Versionen mit einer besseren Energieeffizienz zu ersetzen. Ist es wirklich sinnvoll, noch funktionierende Geräte auszusortieren und stattdessen neue Produkte anzuschaffen? Ab wann lohnt sich das für mich finanziell, und welche Auswirkungen hat dies auf die Umwelt?

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Wann ein Haushaltsgerät ersetzt werden soll, hängt von verschiedenen Aspekten ab. Solange das Gerät einwandfrei funktioniert, sollte man dieses nicht aus Stromspargründen ersetzen. Sobald eine Reparatur ansteht, sollte diese Frage jedoch nochmals gestellt werden. Aber auch ohne alte Haushaltsgeräte zu ersetzen, kann durch die richtige Verwendung sehr viel Energie und Geld eingespart werden.

Für die Herstellung, Lagerung, Transport, Verkauf und Entsorgung eines Produkts braucht es Energie. In der Umgangssprache spricht man dabei von grauer Energie. Bis also für die Umwelt eine Energieeinsparung resultiert, muss diese zuerst durch das effizientere Gerät kompensiert werden. Die Zeit bis zur Amortisation der grauen Energie kann man als energetische Rückzahldauer bezeichnen. Wenn die Umweltbelastung betrachtet werden soll, ist entsprechend die ökologische Rückzahldauer massgebend. Ich habe nachgeschaut: Im Fall von Waschautomaten gibt es gute und fundierte Berechnungen. Bei einer durchschnittlichen Nutzung beträgt die energetische Rückzahldauer ungefähr vier Jahre. Die ökologische Rückzahldauer liegt deutlich höher, nämlich bei etwa 14 Jahren.

Durchschnittliche Nutzung bedeutet im Fall der Waschmaschine 220 Waschgänge pro Jahr. Wenn du einen kleinen Haushalt hast, wirst du vermutlich deine Waschmaschine deutlich weniger häufig benutzen. Die Rückzahldauer wird entsprechend länger. Mit einem Waschgang pro Woche dauert es 16 Jahre, bis die Einsparungen die graue Energie kompensiert haben. Aus dieser Betrachtung lohnt es sich, das Gerät zu nutzen, bis eine Reparatur ansteht und dann abhängig vom Alter des Gerätes zu entscheiden, ob diese durchgeführt werden soll oder ob man besser ein neues Gerät kauft.

Reparieren? Diese Faustregel hilft bei der Entscheidung

Viele Haushaltgeräte haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Es lohnt sich deshalb nicht, ein Gerät um jeden Preis zu reparieren. Die typische Lebensdauer der Geräte liegt bei ungefähr zehn bis 15 Jahren. Nach dieser Zeit kann auf eine Reparatur getrost verzichtet werden. Bei einem weniger alten Gerät empfiehlt es sich, abhängig von den Kosten der Reparatur zu entscheiden. Du kannst dabei folgenden Grössen verwenden: Liegt das Alter des Gerätes bei weniger als vier Jahren, sollte die Reparatur maximal 40 Prozent des Neupreises betragen. Ist das Gerät bis sieben Jahre alt, sollten maximal 30 Prozent des Kaufpreises für eine Reparatur ausgegeben werden, bei weniger als zehn Jahre alten Geräten nur noch maximal zehn Prozent.

Beim Ersatz ist es wichtig, dass du das effizienteste Gerät kaufst! Die Energieeffizienz kann einfach beurteilt werden. Das Gesetz schreibt vor, dass jedes Gerät eine Energieetikette haben muss, auf der alle wichtigen Informationen aufgeführt sind. Achtung: A ist nicht immer das energetisch beste Gerät! Bei Waschautomaten liegt die zurzeit beste Kategorie bei A+++. Für einen detaillierten Vergleich der Produkte kann man www.topten.ch konsultieren, dort gibt es eine gute Übersicht über die Energieeffizienz von Geräten. Wichtig ist auch, zum Haushalt passende Geräte zu kaufen. Ein zu grosser Waschautomat, der immer nur zur Hälfte gefüllt wird, kann nur beschränkt effizient arbeiten.

Die Waschmaschine immer komplett füllen, um Energieverluste zu vermeiden

Die Art und Weise der Nutzung hat einen viel höheren Einfluss auf den Verbrauch als die Effizienzklasse deines Gerätes. So spielt es am Beispiel des Waschens eine entscheidende Rolle, welches Waschprogramm gewählt wird. Wann immer möglich soll eine möglichst niedrige Waschtemperatur gewählt werden. Auf das Vorwaschen kann in vielen Fällen zudem verzichtet werden. In jedem Fall sollte das Gerät immer ganz gefüllt werden. Je nachdem muss auch ein Kleidungsstück nicht unbedingt in die Waschmaschine, sondern kann vielleicht auch an der Sonne einmal ausgelüftet werden.

Zum Thema Geräteersatz hat EnergieSchweiz eine gute Broschüre «Defekte elektrische Geräte reparieren oder ersetzen?» verfasst. Die Broschüre kann als PDF-Download oder in gedruckter Form gratis bezogen werden.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pit Z. am 15.09.2018 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neuzeit Müll

    Heute wird keine Qualität mehr produziert. Also die alten Geräte behalten, bis sie den Geist aufgeben.

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  • Mark Holliger am 15.09.2018 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    bloss nicht ersetzen

    Ein Tip von mir: Alte Geräte so lange wie möglich behalten, die neuen Geräte halten meist viel weniger lang. So entstehen mit der Zeit viel mehr Kosten wegen häufigerem Ersatz. Ich habe eine Waschmaschine aus den 90er Jahren, die läuft einwandfrei und wird nicht ersetzt. Man muss deshalb manchmal alte Geräte als Wertanlage betrachten.

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  • oli g am 15.09.2018 14:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pahh !

    ersetzt auf keinen Fall funktionierende Haushaltgeräte,fast alles was heute auf den Markt kommt unter Top Markenbrands sind überteuerter Billigmüll ! Stromsparen,Kühlgeräte brauchen etwas weniger dafür müssten sie aber zum Teil 50 Jahre laufen um dies zu amortisieren,tun sie nie ! Herstellungsfussandruck ? na ? niemand spricht davon,sie wissen weshalb...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Logo am 26.09.2018 21:24 Report Diesen Beitrag melden

    Dann ersetzen

    Wenn sie kaputt sind. Alles andere ist Grüne Träumerei.

  • Cavi33 am 22.09.2018 14:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eher nein

    Habe nun fast alle Leuchtmittel auf LED umgestellt, WM und Tumbler, Tiefkühler alles A... Geräte. TV und PCs sind auch ziemlich neu, trotzdem bleibt die Rechnung gleich. Habe zwar kein schlechtes Gewissen bezüglich Stromverbrauch aber es beruhigt mich auch nicht. Grundgedanke war der, neue Geräte um die Strompreiserhöhung zu kompensieren, das hat bis heute nicht geklappt.

    • Alfred A. am 30.09.2018 07:29 Report Diesen Beitrag melden

      @Cavi33

      Dass die Stromrechnung sich durch den Einsatz neuer Geräte nicht wesentlich verbessert verwundert nicht. Früher hiess AUS wirklich aus. Heute heisst AUS oft nur Standby und warten auf Updates.

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  • Roger am 22.09.2018 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    interner Lebenszähler im Gerät

    Jedes Gerät besizt einen internen Zähler. Ist er abglaufen ist das Gerät eigentlich nur "künstlich" defekt. Drucker, TV's usw.

    • Lanz am 22.09.2018 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Roger

      Stimmt nicht. Das wär verboten. Herstellerseitig werden jedoch oft schwache Kompnenten verbaut, welche die Geräte früh kaputt gehen lassen. Das kann man schlecht nachweisen und die Hersteller können mit Kostendruck argumentieren. Aber Lebeszeitzähler? So ein blödsinnGabs mal in HP Druckern, die haben eine Monsterbusse bezahlt. Wird kaum noch einer so blöd sein...

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  • Marcel am 22.09.2018 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Auf jeden Fall..

    lohnt sich auch eine eigene Analyse. Vor einer weile streikte unsere DeLonghi im Geschäft. (viele Kaffee's pro Tag) nach einer kurzen Analyse darüber was die Maschine noch macht und was nicht, habe ich kurzerhand den Brühkopf aufgeschaubt und siehe da ein abgenutztes Zahnrad. Im Internet bestellt für ein paar Fränkli, eingebaut und seither läuft sie wieder tadellos. Für die einen braucht es etwas mehr Mut ein Gerät zu öffnen für andere weniger. Aber ich finde man sollte sich trauen. Man kann daran nur wachsen. Natürlich wäre klug die Erfolgschance abzuwiegen.

    • Phil Krill am 22.09.2018 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marcel

      ... ja, die Chancen liegen immer bei 50 : 50. Entweder es klappt oder es klappt nicht ...

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  • franz blindenberger am 22.09.2018 09:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umweltschützer

    Ich habe ein 2-beiniges geschirtspühlmodell. Funktioniert seit 30 jahren perfekt. Und waschen, bügeln und kochen kann es auch noch.