Energy Challenge

01. August 2019 16:53; Akt: 01.08.2019 16:54 Print

Was der Klimawandel für die Schweiz bedeutet

Gletscherschwund, Felsstürze, wirtschaftliche Schäden und Hitzetote: Die globale Erwärmung hat verheerende Folgen für uns.

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Am anschaulichsten zeigt sich der Klimawandel in den Bergregionen bei den Gletschern. Seit Mitte der 80er-Jahre wird im gesamten Alpenraum ein starker Gletscherschwund beobachtet. Durch tauenden Permafrost erhöht sich die Steinschlag- und Felssturzgefahr im Gebirge. Die Wintersportsaison wird sich in Zukunft um einige Wochen verkürzen und die Schneegrenze um mehrere Hundert Meter ansteigen. Neben dem Wintertourismus sind direkte wirtschaftliche Folgen vor allem in den produzierenden und verarbeitenden Sektoren spürbar. In erster Linie die Landwirtschaft leidet unter Trockenperioden. Schädlinge wie Borkenkäfer, Kartoffelkäfer oder Blattläuse können sich bei wärmeren Temperaturen besser vermehren, was eine Gefahr für die Fauna sowie die Waldwirtschaft darstellt. Durch den Klimawandel entstehen vermehrt Fehlabstimmungen zwischen Bienen- und Pflanzenarten, und es besteht die Gefahr, dass Bienen ohne Nahrungspflanzen auskommen müssen, wenn sie ihre Winterruhe zu früh beenden. Seit einigen Jahren unterbrechen Igel ihren Winterschlaf früher, wenn die Temperatur dauerhaft über mehr als sechs Grad liegt. Während der Schlafpausen verbrauchen die Tiere enorme Mengen ihrer gespeicherten Fettreserven. Erneute und plötzliche Wintereinbrüche bedeuten für Igel oftmals den Tod. Murmeltiere reagieren empfindlich auf Wärme und weichen in höhere Regionen der Alpen aus. Die Humusschicht in höheren Lagen reicht irgendwann jedoch nicht mehr aus und der Boden wird wörtlich zu dünn für genügend tiefe Höhlen für einen sicheren Winterschlaf. Allergologen vermuten, dass der Anstieg der CO2-Konzentration die Pollenproduktion bei Pflanzen signifikant ankurbelt und deswegen zu mehr Allergien führt. Eine unmittelbare Folge der steigenden Temperaturen ist, dass es in der Schweiz in Zukunft heissere Sommer geben wird. Hitzesommer können insbesondere für ältere Menschen tödlich enden.

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Die Schweiz ist stark vom Klimawandel betroffen. Die Erwärmung seit dem Messbeginn 1864 beträgt hierzulande knapp zwei Grad Celsius und ist damit doppelt so hoch wie im weltweiten Mittel (0,9 Grad Celsius). Wie macht sich der Klimawandel in der Schweiz bemerkbar?

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Gletscherschmelze: Seit Mitte der 80er-Jahre wird im gesamten Alpenraum ein starker Gletscherschwund beobachtet. Dieser steht in direktem Zusammenhang mit den erhöhten Treibhausgasemissionen der Industriegesellschaft und dem dadurch verursachten globalen Temperaturanstieg. Der 23 Kilometer lange Aletschgletscher ist ein bekanntes Schweizer Wahrzeichen, doch seine Grösse schwindet: Seit 1870 ist der flächenmässig grösste und breiteste Gletscher der Alpen bereits um drei Kilometer zurückgegangen. Wegen der Gletscherschmelze werden im Aletschgebiet Hänge instabil.

Weniger Permafrost: Die Erwärmung des dauernd gefrorenen Untergrundes im Hochgebirge – des Permafrosts – ist ein langsam ablaufender und langfristig wirkender Prozess. Der tauende Permafrost stellt für zahlreiche Bergbahnen ein kostspieliges Risiko dar, da Fundamente von Masten und Stationen in höheren Lagen häufig im gefrorenen losen Gestein verankert sind. Zudem erhöht sich die Steinschlag- und Felssturzgefahr im Gebirge.

Schneemangel: Die Wintersportsaison wird sich in Zukunft um einige Wochen verkürzen und die Schneegrenze um mehrere Hundert Meter ansteigen. Die Schneesaison beginnt in den Schweizer Alpen heute rund zwölf Tage später als noch 1970 und endet 25 Tage früher. Vorerst wird der Klimawandel besonders Skigebiete, die unterhalb von 2000 Metern liegen, empfindlich treffen.

Wirtschaftliche Folgen: Neben dem Wintertourismus sind direkte wirtschaftliche Folgen vor allem in den produzierenden und verarbeitenden Sektoren spürbar. In erster Linie die Landwirtschaft leidet unter Trockenperioden, und Bauern werden in Zukunft öfter auf Bewässerung angewiesen sein. Trockenheit setzt aber auch Kiefergewächsen zu. Fichten, die in der Holzwirtschaft eine äusserst wichtige Rolle spielen, drohen unter anderem wegen Wassermangel und einer Zunahme des Borkenkäferbestandes aus den Wäldern des Mittellands zu verschwinden.

Veränderungen in der Tierwelt: Auch Tiere leiden stark unter dem Klimawandel. Laut «National Geographic» dürfte jede sechste Tierart innerhalb des nächsten Jahrhunderts aufgrund des globalen Temperaturanstiegs und der damit einhergehenden Veränderungen der Umwelt aussterben. Andere Forscher sprechen gar davon, dass nur vier von fünf Tierarten das nächste Jahrhundert erleben werden.

Der Klimawandel bestimmt den Zeitpunkt des Frühlingserwachens verschiedener Arten unterschiedlich stark. Daher sind zeitliche Fehlabstimmungen zwischen Bienen- und Pflanzenarten möglich und es besteht die Gefahr, dass Bienen ohne Nahrungspflanzen auskommen müssen, wenn sie ihre Winterruhe zu früh beenden. Ähnlich ergeht es den Igeln: Die Stacheltiere beginnen ihren Winterschlaf, wenn die Temperaturen über einen längeren Zeitraum unter sechs Grad Celsius liegen. Seit einigen Jahren unterbrechen Igel ihren Winterschlaf früher, wenn die Temperatur dauerhaft über mehr als sechs Grad liegt. Während der Schlafpausen verbrauchen die Tiere enorme Mengen ihrer gespeicherten Fettreserven. Erneute und plötzliche Wintereinbrüche bedeuten für Igel oftmals den Tod.

Für andere Arten bedeutet der Klimawandel das Verlassen des gewohnten Lebensraumes. Murmeltiere beispielsweise reagieren empfindlich auf die Wärme und weichen in höhere Regionen der Alpen aus. Die Humusschicht in höheren Lagen reicht irgendwann jedoch nicht mehr aus und der Boden wird wörtlich zu dünn für genügend tiefe Höhlen für einen sicheren Winterschlaf. Der Alpenschneehase hat mit dem gleichen Problem zu kämpfen. Es wird prognostiziert, dass er bis 2100 durchschnittlich über ein Drittel seines Lebensraums verloren haben wird.

Kälteempfindliche Arten profitieren von der Klimaerwärmung. Diverse Schmetterlinge, Schrecken und einige Schneckenarten wie die auch unter dem Namen Baumschnecke bekannte Gefleckte Schnirkelschnecke können sich weiter ausbreiten und mehr Lebensraum für sich beanspruchen. Schädlinge wie Borkenkäfer, Kartoffelkäfer oder Blattläuse können sich bei wärmeren Temperaturen besser vermehren, was eine Gefahr für die Fauna sowie die Landwirtschaft darstellt.

Mehr Allergien: Allergiker spüren Ärzten zufolge ebenfalls bereits Anzeichen der weltweiten Erwärmung. Allergologen vermuten, dass der Anstieg der CO2-Konzentration die Pollenproduktion bei Pflanzen signifikant ankurbelt und deswegen zu mehr Allergien führt.

Hitzesommer: Eine unmittelbare Folge der steigenden Temperaturen ist, dass es in der Schweiz in Zukunft heissere Sommer geben wird. Die Anzahl der Sommertage, an denen das Thermometer über 25 Grad Celsius zeigt, wird genauso wie das Vorkommen von Tropennächten zunehmen. Hitzesommer können insbesondere für ältere Menschen tödlich enden. Ursache für die höhere Sterblichkeit sind nicht unbedingt die Tagestemperaturen, sondern die Tropennächte mit über 20 Grad. So kann sich der Körper anfälliger Personen nicht mehr erholen. Im heissen Sommer 2003 waren 1000 zusätzliche Todesfälle zu verzeichnen.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Nichthysteriker am 01.08.2019 17:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Über die Epochen gesehen

    Was das bedeutet? Die Schweiz wird wieder subtropisch, wie sie es in der Vergangenheit schon mehrmals war. Ach ja, eine Eiszeit kommt irgendwann auch wieder einmal. Ob schneller wie früher... was macht das auf tausende oder Millionen Jahre gesehen? Bloss Steuern und Abgaben zahlen wir jetzt schon genug, danke es reicht!

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  • Cleo am 01.08.2019 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Frage

    Anscheinend nicht viel. Ansonsten wäre das Feuerwerk verboten worden

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  • Dieser Gletscherschwund begann bereits am 01.08.2019 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    vor 17'000 Jahren, weil es damals

    schon zu einer deutlichen Erwärmung kam, weil zuvor ein "Klimawandelsprungpunkt" stattgefunden hat. Die natürliche Erwärmung geht noch weitere 800Jahre, bevor es aus Erdpräzessionsgründen wieder in kältere Zeiten geht, das war nun rein die letzten 500'000Jahre mindesten 5Mal im Grossen, kleinere/kürzere Phasen inclusive. Frage an die Klimachaoten: Gab es damals auch schon Autofahrende Menschliche Spezies?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • schmren11 am 02.08.2019 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gott Mensch

    Macht endlich Eure Augen auf. Habt Ihr nichts gelernt in der Schule? Eiszeiten, Wärmeperioden, das alles bestimmt die Erdgeschichte. Wir Menschen glauben Gott zu sein und alles zu lösen oder verhindern. Wir sind bloss ein kleines Bakterium im Universum.

  • Thor Nado am 02.08.2019 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Gesundes Misstrauen

    Energy Challenge, was für ein Tummelplatz von Profiteuren, Angstmachern,Unwissenden und Gläubigen. Leute informiert Euch endlich anständig und umfassend über Machtverhältnisse im Zusammenhang mit der Besteuerung von CO2. Wem nützt es, wer bezahlt, was wird bezweckt? Ich garantiere Ihnen, sie sind mit fast 100%-iger Wahrscheinlichkeit bei den Zahlern. Ich übrigens auch. Gesundes Misstrauen ist angesagt.

    • Küde Zhou am 02.08.2019 18:30 Report Diesen Beitrag melden

      @ Thor Nado

      Also mir nützt es nicht, wenn bezahlt wird. Jetzt sagen sie mir aber doch mal, wer denn das Geld kriegt, was wir bezahlen? Die Grünen? Oder etwa Greta? Herr Köppel?

    • Ölbaron am 02.08.2019 21:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thor Nado

      Wenns dann ums profitieren geht steht die Öllobby mit A. Rösti zu forderst.

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  • Rolf am 02.08.2019 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einfach nur schön

    auf nimmer wiedersehen, du schöner Gletscher...dein Prach zieht noch viele Menschen und Generationen in dein Bann...

  • Sola am 02.08.2019 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es fehlt Sachverstand und Wahrhaftigkeit !

    Nichts. Den gibt es nicht! 2x2 Wochen heiss bisher! Moderater Sommer! Lügen über Lügen, Angstmacherei und Panik Mache. Wenn so viel Energie in den Umweltschutz investiert würde, wären wir ein Stück weiter!

    • Küde Zhou am 02.08.2019 18:34 Report Diesen Beitrag melden

      Sola

      Also, wenn sie meinen, dass es den Klimawandel nicht gibt, dann gehören sie ja zu denen, welchen der Sachverstand eben fehlt. Seien sie deswegen nicht traurig, es gibt hier noch ein paar dutzend weitere. Sie können sich mit denen solidarisieren.

    • G. Ott am 02.08.2019 19:31 Report Diesen Beitrag melden

      @Küde Zbou

      Vergiss es. Die Leute hier merken nichtmal dass sie mit ihren "Klimawandel gibt es nicht" Kommentaren dafür sorgen das der nächste Artikel mit dem Thema schon Morgen kommt;-)

    • Miss Piggy der Frosch am 02.08.2019 19:45 Report Diesen Beitrag melden

      @G. Ott

      Du erwartest aber nicht von Leuten die Erde sei flach, dass sie wissen wie das Internet funktioniert;-)

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  • Profiteur am 02.08.2019 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Zertifikate Handel

    Als Händler, unter anderem auch CO2 Zertifikate, bin ich froh, dass diese Hysterie endlich an Fahrt aufgenommen hat. Mein Handelsvolumen hat sich innerhalb von einem Jahr mehr als verdreifacht, mein Bonus auch. Ich hoffe, dass die Party noch weiter geht.

    • Greta Thunfischs Papa am 02.08.2019 16:57 Report Diesen Beitrag melden

      Mich freut das auch

      Ich bin auch gross in dem Geschäft mit dirn. Meine Tochter zieht als Klimapredigerin durch die Welt und beschert mir dadurch Rekordumsätze. Bald sind wir die reichsten Menschen der Welt!

    • Küde Zou am 02.08.2019 18:40 Report Diesen Beitrag melden

      @ Profiteur

      Das ist ja sehr schön für sie. Und wenn ihre Nahkommen dann mal kein Wasser mehr zu trinken haben, können sie ja dann ihre vererbten Zertifikate trinken.

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