Energy Challenge

21. April 2016 15:38; Akt: 22.04.2016 08:40 Print

Was tragen Elektroautos zur Energiewende bei?

Der Verkauf von Elektroautos boomt. Ob sie jedoch einen Beitrag zum Ausstieg aus fossilen Energien leisten können, bleibt ungewiss.

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Bis heute sind weltweit bereits 325'000 Reservierungen für das neue Model 3 des US-Autoherstellers Tesla eingegangen. Bis 2020 hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, 500'000 Elektrofahrzeuge jährlich zu verkaufen. Was bedeutet der Boom der Elektroautos für die Zukunft der erneuerbaren Energien und damit auch für die Abkehr von fossilen Quellen?

Umfrage
Sind Elektroautos die Fortbewegungsmittel der Zukunft?
52 %
22 %
26 %
Insgesamt 3080 Teilnehmer

Der Transportsektor verursacht ein Viertel der globalen CO2-Emissionen. In der Schweiz entfallen gar 38 Prozent der Treibhausgase auf den Verkehrssektor. Laut «Washington Post» wird auch der Tesla-Boom in absehbarer Zeit wenig daran ändern. «Auch wenn Tesla das ambitionierte Ziel von 500'000 verkauften Autos jährlich erreicht, sind das weiterhin weniger als ein halbes Prozent der weltweit abgesetzten Personenwagen», sagte der Autoexperte David Reichmuth zur Zeitung.

Batteriekosten um 70 Prozent gesunken

Trotzdem bringt die Entwicklung Bewegung in die Branche: Durch den Erfolg steigen auch Konkurrenten ins Cleantech-Geschäft ein und sorgen dafür, dass der Aufwand für die Batterieherstellung kontinuierlich sinkt. «Die Batteriekosten sind in den letzten fünf Jahren bereits um 70 Prozent zurückgegangen», erklärte ein Vertreter der US-Umweltbehörde.

Doch bis die Elektroautos global eine Rolle spielen, braucht es noch einiges: 2015 wurden weltweit 88,5 Millionen Fahrzeuge neu eingelöst. Der amerikanische Think Tank Bloomberg New Energy Finance rechnet damit, dass 2022 Elektroautos fünf Prozent der jährlichen Verkäufe ausmachen werden. Und dies auch nur dann, wenn die Speichertechnologien noch einmal massiv günstiger werden und herkömmliche Fahrzeuge konkurrieren können. Laut den Forschern wäre es im Jahr 2035 möglich, dass der Anteil an Elektroautos weltweit auf 25 Prozent steigt.

Ob Elektroautos in Zukunft Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ablösen könnten, werde auch eine Frage des Öl- und Strompreises sein, sagte Reichmuth zur «Washington Post»: «Heute würde ich darauf setzen, dass die Strompreise in fünf Jahren stabiler sind als diejenigen für Öl.»

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ronny C. am 21.04.2016 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Und die SBB ?

    Was für eine Energiewende ? Die SBB füllt seit Jahr und Tag jede Nacht ihre Speicherstauseen mit dem billigsten Strom, den es gibt : dem deutschen Kohlestrom. Ein einziges grosses Kohlekraftwerk bläst bekanntlich mehr CO2 pro Jahr in die Luft als die ganze CH zusammen und es gibt immerhin gut 6000 davon weltweit. Vielleicht sollte die SBB auch mal umdenken, aber das greenwashing funktioniert. Das Volk glaubt, dass Bahnfahren "sauber" sei. Leider ebenfalls eine falsche Annahme.

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  • Fritzli am 21.04.2016 20:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vergleich

    Ich und mein Gruppenpartner haben letztes Jahr unsere Vertiefungsarbeit geschrieben über Elekteautos. Wir sindzum Schluss gekommen es wurde uns auch von der EMPA bestätigt,dass die Herstellung von allem, also Batterie(inkl Entsorgung), Treibstoff, Fahrzeuge selber, wie auch die graue Energie bei beiden Autos genau gleich schädlich ist für die Umwelt. Sobald das Elektroauto aber fährt, schneidet es viel viel besser ab, was den CO2 Ausstoss angeht. Auch, wenn der Strom vom Akw geliefert wird. Der grosser Vorteil der Elektroautos ist aber, das sie noch lange weiterentwickelt werden können. Klar, die Verbrenner auch aber bei weitem nicht so, wie die Elektroautos. Ich persönlich denke, das viel mehr Menschen ein E-Auto fahren sollten. Für die meisten Fahrprofile reichen die heutigen Elekrtoautos schon bei weitem aus. Die Meisten fahren doch eh nur Kurzstrecken. Falls es mal weiter gehen soll,dann könnte man immer noch den Benziner oder Dieselbetriebenen Wagen nehmen für längere Distanzen.

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  • Angi am 21.04.2016 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Rechenfehler?

    500'000 Autos entsprechen 0.5% der Anzahl jährlich weltweit abgesetzten Fahrzeuge = 100 Mio. abgesetzte Autos pro Jahr. Und "nur" 88.5 Millionen Fahrzeuge waren 2015 weltweit eingelöst? Kann mir das jemand erklären?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Skorpion am 25.04.2016 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Je nach Betrachtung

    Wie wird wohl das Geld hereingeholt,das der Staat von jedem Liter Benzin und Diesel einnimmt?

    • Diego Dudli am 25.04.2016 16:11 Report Diesen Beitrag melden

      Gleich lange Spiesse bitte!

      Der Staat macht sich jetzt schon Gedanken, wie er Steuerausfälle dereinst kompensiert, für den Fall, dass dann alle elektrisch fahren. Ich habe mehr Bedenken, dass der Bund die Besteuerung bei Elektrofahrzeugen (z.B. pro kWh Strom) im Vergleich zum Liter Benzin/Diesel unfair, d.h. zu hoch ansetzt. Wichtig wäre die gleichzeitige Besteuerung der CO2-Emissionen, natürlich auch beim Betriebsstrom für Elektroautos. Dann wird es wieder wirtschaftlich interessant den etwas teureren Schweizer Wasser-, Photovoltaik- und Windstrom zu 'tanken', statt den deutschen, staatlich subventionierten Kohlestrom!

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  • Diego Dudli am 24.04.2016 23:57 Report Diesen Beitrag melden

    Erdölzeitalter ade, endlich!

    Die disruptive (R-)Evolution der Elektromobilität hat sich Tesla sei dank in Bewegung gesetzt. Sie rollt einer Lawine gleich hinunter und wird das Tal, welches seit gut 150 Jahren mit fossiler Primärenergie urbar gemacht hat überrollen und ablösen. So wie einst die Pferdegespanne in wenigen Jahrzehnten durch das Benzinauto unwiderruflich abgelöst wurden. Ein Glück für uns alle, die Mobilität verursacht global ein Drittel aller CO2-Emissionen (nicht nur ein Viertel!). Die Elektromobilität trägt als einen signifikanten Teil zur Energiewende bei. Wer Augen hat der sehe ...

  • Sepp Müller am 24.04.2016 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer beazhlt unsere Strassen?

    Ist ja gut, so viele Fragen sind nicht beantwortet. Z.B. Die e fahrer profitieren jetzt von Steuerfreiheit und keiner Belastung mit Benzin/Dieselsteuer. wie bezahlen die E Fahrer ihrn Anteil an unsern Strassen? Wird dann einfach de Stom gesamtjaft verteuert?

  • PS am 24.04.2016 13:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teslas Batterie

    325000 neue Tesla brauchen 2.6 Milliarden Batterien vom Typ 18650 die Weltweite Kapazität beträgt aber nur 2.1 Milliarden pro Jahr - wie soll das auf die schnelle funktionieren?

  • socom am 23.04.2016 23:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was nützt es mir.....

    warum wollt ihr eigentlich alle sauber e-autos fahren ? mir ist wurscht, wie fest mein shelby die umwelt verpestet. dafür fahre ich mit einer lebenden legende ;-)