Energy Challenge

25. Oktober 2018 17:23; Akt: 29.10.2018 09:44 Print

Wie Sie die Heizkosten senken können

Raumwärme stellt den grössten Kostenpunkt auf der Stromrechnung dar. Hier gibt es Tipps, wie Sie beim Heizen Energie und Geld sparen können.

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Wird die Raumtemperatur um nur ein Grad Celsius gesenkt, können rund sechs Prozent an Heizenergie und -kosten eingespart werden. Die im Bild gezeigte Stellung 3 entspricht ungefähr einer Raumtemperatur von 20 Grad Celsius. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

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In einem Schweizer Durchschnittshaushalt sind etwa 60 Prozent des Energieverbrauchs auf das Heizen zurückzuführen. Der Rest teilt sich je zur Hälfte auf die Wassererwärmung und auf elektrische Geräte auf. Beim Heizen kann also am meisten Energie und somit Geld gespart werden. «Wer es richtig macht, kann den Energieverbrauch signifikant reduzieren – ohne frierend in der Wohnung darben zu müssen», sagt Dr. Energy Jules Pikali. Wird die Raumtemperatur um nur ein Grad Celsius gesenkt, können rund sechs Prozent an Heizenergie und -kosten eingespart werden.

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Die richtige Temperatur für Wohnräume beträgt laut Mieter- und Eigentümerverbänden 20 Grad Celsius. Natürlich gibt es immer Personen, die deutlich wärmere Räume schätzen würden. Die Temperatureinstellungen in Altersheimen, Spitälern oder Hallenbädern sind deswegen höher. «Mir ist auch klar, dass man bei 20 Grad Celsius in einem schulterfreien Shirt vermutlich frieren wird. Es ist darum nicht verboten, einen Pullover anzuziehen», sagt Pikali.

Kippfenster verursachen einen Zusatzverbrauch von 200 Litern Heizöl

Der Energieberater hat in Schweizer Mehrfamilienhäusern ein kostspieliges und umweltschädigendes Phänomen beobachtet: «Unter der Idealtemperatur wird vielerorts verstanden, dass im Haus niemand reklamiert. Dieser Zustand wird erreicht, wenn die Temperatur möglichst hoch eingestellt wird und die Heizung das ganze Jahr über – auch im Sommer – eingeschaltet bleibt. Wer dann zu warm hat, kann sich einfach die richtige Raumtemperatur über Kippfenster individuell einstellen.» Auf diese Weise den Frieden im Haus zu erhalten, sei mit einem äusserst hohen Energieverbrauch verbunden. Ein geöffnetes Kippfenster verursacht nämlich einen zusätzlichen Verbrauch eines ganzes Fasses Heizöl: 200 Liter.

«Leider muss ich feststellen, dass in einer grossen Zahl von Wohnbauten und auch Bürobauten die Kippfensterregelung vor der korrekten Einstellung der Heizungssteuerung bevorzugt wird», erklärt der Energieberater. «Wenn in der Steuerung der Heizungsanlage der Raumtemperatursollwert auf den korrekten Wert eingestellt wird, schliessen sich die Kippfenster von selber», ist sich Pikali sicher.

Nicht nur die Temperatur ist entscheidend, sondern auch die Heizzeiten

Neben der Einstellung der richtigen Temperatur müssen an der Heizungssteuerung zudem die Ein- und Ausschaltzeiten der Heizung festgelegt werden. «Eine Reduktion der Heizleistung während der Nacht lohnt sich immer», erklärt Pikali. Dies trifft übrigens auch auf die trägen Fussbodenheizungen zu, wobei die Einsparung einfach nicht gleich hoch ist. In der Regel kann die Heizung ein bis zwei Stunden vor Nutzungsende ausgeschaltet werden, umgekehrt sollte die Heizung dafür auch ein bis zwei Stunden vor Nutzungsbeginn starten, sodass sich die Räume wieder aufheizen können. Morgens laufe die Heizung während des Aufwärmens gemäss Pikali zwar «volles Rohr», aber in der Energiebilanz sei die Einsparung beträchtlich.

Weiter gilt es, die Heizkörperthermostate in den Räumen richtig einzustellen. «Dummerweise sind diese in der Regel nicht mit den Temperaturwerten angeschrieben. So muss man wissen, dass die Stellung 3 etwa einer Raumtemperatur von 20 Grad Celsius entspricht», erläutert Pikali. Im Badezimmer ist eine höhere Temperatur und Einstellung 5 bis 6 empfehlenswert. In nicht benutzten Räumen wie leerstehenden Gästezimmern, ehemaligen Kinderzimmern oder Abstellräumen sollte der Thermostat auf das Sternchen «*» gestellt werden.

Möbel vor Heizkörpern verschlechtern die Wärmeabgabe übrigens um bis zu fünf Prozent und wertvolle Heizenergie geht so verloren. Sofas, Schreibtische oder Regale sollten also nicht direkt vor den Radiatoren platziert werden.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • suse am 25.10.2018 17:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr komische Empfehlung

    Nicht genutzte Räume nicht heizen, Entschuldigung welch eigenartige Empfehlung. Dadurch gibt es dann feuchte Wände und daraus wiederum Schimmel-befall !

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  • W. Bold am 25.10.2018 18:37 Report Diesen Beitrag melden

    Sparfuchs- na klar

    die Kleinen sparen sich fast zu Tode und die Grossen verschleudern Energien wo es ihnen passt ... alles klar ...

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  • Bürger am 25.10.2018 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Der Staat spart auch nicht

    Immer soll der kleine Sparen...Aber dann Milliarden verschwenden (Steuersoftware/Auslandhilfe/Eu-Erweiterungsbeiträge/usw. usw.)..Wir werden nur noch ausgenommen wie eine Weihnachtsgans.... Ist der Staat mit seinen Vorschriften für uns da, oder wir für den Staat.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Doc Holiday am 26.10.2018 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    thermostate können geld sparen

    auch ein wichtiger faktor sind die thermostate

  • Frtz am 26.10.2018 15:06 Report Diesen Beitrag melden

    Kippfenster

    bauen wir nicht mehr ein. Zuviele Probleme mit Schimmel, weil die Mieter die Fenster den ganzen Tag gekippt lassen.

  • Maja am 26.10.2018 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Gemütlich

    Ich habe es gerne gemütlich in der Wohnung und daher auch im Winter 24 Grad. Zuhause sollte es möglich sein, im T-Shirt herumzulaufen. Isoliert sind unsere Gebäude ja bestens.

    • Heidi Heidnisch am 26.10.2018 15:15 Report Diesen Beitrag melden

      Sie töten den Planeten

      Es muss doch wohl möglich sein, zuhause einen Pulover, einen Mantel, Mütze und Handschuhe zu tragen. Das ist nun wirklich nicht zuviel verlangt. Erst wenn mit Mantel zu kalt wird, kann man seine Tonne anzünden.

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  • Christkind am 26.10.2018 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Restpostenverwerter

    In der Umfrage fehlen noch die Kerzen. Ich heize nämlich immer mit Adventskränzen und Weihnachtsbäumen, die vom letzten Jahr übrig geblieben sind.

  • Herr Holle am 26.10.2018 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natürlich frisch

    Das Heizen wird überschätzt. Kälter als Draussen wird es doch kaum. Ich behalte zu Hause halt einfach meine Strassenkleidung an und schon gibt es keine Probleme mehr. Duschen und rasieren kann man ja im nächsten Sommer dann wieder.