Energy Challenge

21. August 2019 10:21; Akt: 21.08.2019 10:21 Print

Wie Sie zum Umweltschutz beitragen können

Schweizer leben auf zu grossem Fuss. So kann der Ressourcenverbrauch im Bereich Wohnen reduziert und die Umwelt geschont werden.

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Laut dem Raiffeisen-Wohnportal RaiffeisenCasa kann der Energieverbrauch von Wohnhäusern dank hochwertigen Fenstern und Türen um bis zu 75 Prozent gesenkt und der Schallschutz verbessert werden. «Mit einer qualitativ hochstehenden Wärmedämmung sparen Sie bis zu 70 Prozent des Heizbedarfs. Somit ist die Wärmedämmung nach einer bis zwei Heizperioden ökologisch amortisiert», erklärt Roland Altwegg, Wohnen-Experte bei Raiffeisen Schweiz. Die Dämmung kann bei Aussenwänden, Dächern, Böden, Decken, Trennwänden oder bei technischen Installationen erfolgen. Für eine optimale Ausschöpfung des Energiesparpotenzials sollten gemäss Roland Altwegg sämtliche Sanierungsmassnahmen aufeinander abgestimmt werden. Pflanzen geben bei der Verdunstung Kälte ab und eine begrünte Aussenfassade hilft an heissen Tagen dabei, die Innenräume ohne Klimageräte zu kühlen. Der ideale Zeitpunkt und die passende Dauer zum Lüften unterscheiden sich je nach Jahreszeit und Aussentemperaturen. Im Winter drohen Energieverluste durch zu lange geöffnete Fenster und bei tiefen Temperaturen sollte mehrmals am Tag kurz und intensiv gelüftet werden. Im Sommer sind 20 bis 25 Minuten frühmorgens oder spätabends ideal, damit ein kompletter Luftaustausch stattfinden kann. : Kippfenster kamen in der Schweiz in den 1960er-Jahren auf und in den darauffolgenden Jahrzehnten stiegen die Energieverluste aufgrund permanent gekippter Fenster massiv an. Für die Sauerstoffversorgung ist es nicht nötig, das Fenster mehrere Stunden zu kippen. Da die Sonne eine unerschöpfliche Energiequelle ist und Solarenergie – wie alle erneuerbaren Energieformen – deutlich umwelt- und klimaschonender ist als fossile Brennstoffe, sind Solaranlagen für viele Hausbesitzer eine mittelfristig kostengünstige und umweltfreundliche Option. Für die Herstellung und Entsorgung von Möbeln werden wertvolle Ressourcen verbraucht. Daher sollten möglichst langlebige Einrichtungsgegenstände gekauft werden. In Brockenhäusern oder auf Flohmärkten sind oftmals einzigartige Stücke zu guten Preisen zu finden. Dank der Energieetikette genügt beim Kauf von Haushaltsgeräten ein einziger Blick, um ihren Energieverbrauch einschätzen zu können. Dieser ist in die Effizienzklassen von A bis G eingeteilt, wobei A (grün) die beste und G (rot) die schlechteste Klasse ist. Achtung: In vielen Fällen wurde diese Einteilung bereits durch neue Klassen abgelöst, wobei die besten Produkte mit A+++ gekennzeichnet sind. Elektronische Geräte wie Kaffeemaschine oder Fernseher verbrauchen im Stand-by-Modus permanent Energie. Es lohnt sich daher aus ökologischer und finanzieller Sicht, diese Geräte bei Nichtgebrauch komplett auszuschalten. Regionale und saisonale Lebensmittel haben eine deutlich bessere Energie- und Ökobilanz als importierte Produkte ausserhalb der Saison. Wer kann, sollte einen kleinen Gemüsegarten anlegen. Zumindest für einen Kräutergarten in der Küche dürfte in den meisten Haushalten Platz sein. : Mit der geeigneten Balkonbepflanzung können Rückzugsorte und Nahrungsquellen für Wildbienen erschaffen werden. Zu den bienenfreundlichen Blumen gehören Margeriten, Glockenblumen, Löwenmäulchen und Verbene.

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Um dem globalen Klimawandel und seinen Auswirkungen zu begegnen, haben 195 Länder – darunter auch die Schweiz – 2015 das Pariser Abkommen unterzeichnet. Es zielt darauf ab, gemeinsam Treibhausgasemissionen zu senken und die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen. Im Rahmen dieses Abkommens hat sich die Schweiz verpflichtet, ihre CO2-Emissionen bis 2030 um 50 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.

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Gleichzeitig verbrauchen Schweizer zu viele natürliche Ressourcen. Würde die ganze Menschheit auf so grossem Fuss leben wie die Schweizer, wären knapp drei Erden nötig. Das Ungleichgewicht zwischen dem ökologischen Fussabdruck der Schweiz und der weltweiten Biokapazität besteht seit Jahrzehnten. Dieser Konsum ist nur dank des Imports von natürlichen Ressourcen und der Übernutzung der globalen Güter wie etwa der Atmosphäre möglich. Der Verbrauch fossiler Energie macht fast drei Viertel des ökologischen Fussabdrucks der Schweiz aus. Dieser Anteil ist in den vergangenen Jahrzehnten ausserdem am stärksten gewachsen. Mit rund 25 Prozent des gesamten Fussabdrucks stellt auch unser Bedarf an Ackerland, Wald und Naturwiesen einen wichtigen Anteil dar.

In der obigen Bildstrecke gibt es Tipps, wie Einzelpersonen und kleine Haushalte zum Klima- und Umweltschutz beitragen können. Im zweiten Teil der Serie liegt der Schwerpunkt auf dem Thema Wohnen. Nächste Woche wird aufgezeigt, wie im Bereich Mobilität Energie gespart und die Umwelt geschützt werden kann.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B.Erner am 21.08.2019 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Alles schon im Geleise

    Ich arbeitete 30 Jahre als Bauführer in einer Firma die Fassaden dämmt. Sämtliche Neubauten wurden in dieser Zeit Mit optimalen Fenstern und Aussendämmungen versehen. In ihrem Bericht könnte man meinen, dies sei eine neue Erkenntnis eines Bürofutzis der Raiffeisenkasse, der von Wärmedurgangszahlen und Isolierwerten null Ahnung hat. Konsultieren sie doch einmal die Kantonalen Bauvorschriften, und sie werden sehen, dass Ihr Artikel höchstens warme Luft ist.

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  • Dan y el am 21.08.2019 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Hobbys braucht das Land

    Weniger produzieren und weniger konsumieren. Beides ist leider schaedlich fuer die Wirtschaft und desshalb laeuft der Prozess nur halbherzig.

  • Bänu am 21.08.2019 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    auf Kinder verzichten.

    Mann könnte auch einfach auf Kinder verzichten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • s,Bättmi am 22.08.2019 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ethik

    Doppel Moral,Ethik. Der Fleischkonsum macht 51% des Klima aus, bei 7,5 Mrd Weltbevölkerung.Für 1kg Fleisch braucht es 16kg essbares Getreide,20 ooo lt Trinkwasser. Mit einem Bürger kannst du 320 km ,oder 1 kg Rindfleisch 1600 km weit Auto fahren. Qualvoller Massentierhaltungen und deren holocaust ähnlichen schrecklichen Tierschlachtungen !!!

  • Swissgirl am 22.08.2019 14:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Boykottiert Erzeugnisse aus dem Amazonas

    Der Amazonas brennt! Kommt Leute, boykottiert die Erzeugnisse, die auf diesen Flächen angebaut werden. Diese Brände sind Rodungen, nichts anderes, nur wegen der grenzenlosen Profitgier. Stopp diesem Treiben, Einfuhrstopp für alles was aus Brasilien kommt!

  • Mantra am 22.08.2019 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Nutzlose Tips

    Diese Tips helfen jetzt nicht wirklich viel. Als Mieter habe ich auf Gebäudeisolation, Dämmung, Solaranlagen auf dem Dach oder bei Sanierungsplänen schlicht keinen Einfluss! Und ein Kräutergarten daheim in der Küche hilft dem Klima jetzt auch nicht wirklich viel!

  • Inirt am 22.08.2019 09:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Währe auch umweltschutz

    Ich bräuchte kein gift im garten wenn bei uns wie in der EU hirse im vogelfutter verboten währe

  • Swissgirl am 22.08.2019 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es sind nicht nur die Schweizer!

    Immer mehr Menschen brauchen logischerweise auch immer mehr Ressourcen. Ich stelle mal eine Frage: wieso brauchen schon Lehrlinge ein eigenes Auto? Wieso muss jede Familie mehr Autos haben als Mitglieder? Wieso ist es nicht verboten, für einen Arbeitsweg bis 15 km das Auto zu benützen? Wieso wird das Auto zum Statussymbol gemacht? Wieso wird nur auf der Schweiz herumgehackt, die erwiesenermassen über keine Rohstoffe wie Öl etc verfügt? Es ist einfacher auf den kleinen rumzuhacken statt die wirklichen Umweltsünder zu packen. Hat jemand das Gefühl, die Deutschen wären besser? Ha ha!