Energy Challenge

02. Juli 2019 21:49; Akt: 12.07.2019 16:53 Print

Wie geht nachhaltiges Reisen?

Viele Schweizer verbringen ihre Sommerferien im Ausland. Hier gibt es Tipps, wie Umwelt und Klima auf Reisen geschützt werden können.

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Diesen Sommer zieht es die Schweizer laut einer Auswertung des Reiseportals Ebookers nach Spanien, Griechenland und Portugal in die Badeferien. Neben europäischen Ländern sind unter den Topdestinationen auch Indonesien, Thailand und die Arabischen Emirate zu finden. Flugreisen und lange Autofahrten belasten die Energiebilanz jedoch massiv. Allein der internationale Flugverkehr macht gut acht Prozent des Gesamtenergieverbrauchs in der Schweiz aus. Der Strassenverkehr ist ganzjährlich für rund ein Drittel des Energieverbrauchs hierzulande verantwortlich – dabei werden aber nur in der Schweiz zurückgelegte Strecken berücksichtigt. Die Anreise in die Sommerferien per Auto verbraucht zusätzlich Energie und sorgt für CO2-Ausstösse.

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Welches ist Ihr Haupttransportmittel während der Sommerferien?

Ein Grossteil der Reiseziele in der Nähe ist auch bequem mit dem Zug oder Reisebus erreichbar, was deutlich besser für die Umwelt ist als ein Flug oder eine Autofahrt. Kann nicht auf das Flugzeug verzichtet werden, bieten zahlreiche Reiseveranstalter ihren Kunden an, die CO2-Emissionen zu kompensieren, auch bei Busreisen. Dabei wird Geld an Klimaschutzorganisationen gespendet, die Treibhausgase an einem anderen Ort auf der Welt reduzieren oder verhindern.

Der ÖV schadet der Umwelt weniger als Flüge oder Privatautos

Am Reiseziel angekommen, gibt es oft mehrere Möglichkeiten zur Fortbewegung. Anstatt sich ein Auto zu mieten, Taxi zu fahren oder kurze Strecken gar mit dem Flugzeug zurückzulegen, kann man in den meisten Ländern auch in Inlandbussen, per Anhalter oder mit dem Zug reisen. Dabei bietet sich eine Gelegenheit, mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen und die Lebensweise der lokalen Bevölkerung besser zu verstehen. Die meisten Reisenden dürften mindestens eine gute Story auf Lager haben, was ihnen im öffentlichen Verkehr in einem anderen Land passiert ist.

Die Wahl der Unterkunft beeinflusst die Nachhaltigkeitsbilanz von Reisen ebenfalls enorm. Von Einheimischen geführte Hotels oder Hostels, deren Ausstattung den lokalen Standards entsprechen, sind meist nicht nur besser für die Umwelt und die Wirtschaft des Ferienlandes, sondern auch für das Reisebudget. Wer in den Ferien nicht auf den gewohnten Komfort verzichten möchte, kann auf sogenannte Öko-Hotels zurückgreifen. Informieren Sie sich vor Reiseantritt über das Angebot an Unterkünften mit Umwelt- und Nachhaltigkeitszertifikaten.

Diese Faktoren tragen zur Ökobilanz von Lebensmitteln bei

Auch mit der Essenswahl in den Ferien kann man einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Zur Nachhaltigkeitsbewertung von Lebensmitteln gehören unter anderem Biodiversität und die Erhaltung der Bodenqualität in der landwirtschaftlichen Produktion, soziale Aspekte und die Energiebilanz. Weltweit werden über 80 Prozent der Anbauflächen für die Herstellung von Milchprodukten oder Fleisch eingesetzt. Die Milch- und Fleischindustrie ist zudem für mehr als die Hälfte der durch die Lebensmittelproduktion verursachten Treibhausemissionen und Wasserverschmutzungen verantwortlich. Die graue Energie von Lebensmitteln ist die Energiemenge, die auf dem Lebensweg der Produkte benötigt wird. Sie steckt zum Beispiel im Wärme- und Strombedarf bei der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln, im verbrauchten Treibstoff für den Transport, in der Produkteverpackung sowie im Strom- und Wärmebedarf bei Lagerung, Verkauf und Zubereitung.

Essen Sie, was auch auf dem Speiseplan der Einheimischen steht und in der Umgebung produziert wurde. Verzichten Sie ausserdem regelmässig auf Fleisch, Eier und Milchprodukte, da in pflanzlichen Lebensmitteln meist deutlich weniger graue Energie steckt als in tierischen Produkten. Ein nicht zu vernachlässigender Punkt ist, das Essen wertzuschätzen und nur einzukaufen oder zu bestellen, was bald konsumiert wird. Nehmen Sie allfällige Reste mit. So gehen keine wertvollen Nahrungsmittel verloren.

Zum Einkaufen eine eigene Tasche mitnehmen

In vielen Ländern funktioniert die Abfallentsorgung nur mässig und Recycling ist einem grossen Teil der Bevölkerung nach wie vor ein Fremdwort. Daher ist es in Schwellen- und Entwicklungsländern umso wichtiger, so wenig Abfall wie möglich zu produzieren. Das beginnt schon beim Einkaufen. Vor allem im asiatischen Raum oder in Lateinamerika erhält man an der Kiosk- oder Supermarktkasse vielfach ungefragt mehrere Plastikbeutel – auch wenn nur ein halber Liter Eistee und ein Schokoriegel gekauft wurden. Lehnen Sie dankend ab und verstauen Sie die gekaufte Ware im Rucksack oder der Tasche.

Bei Take-away-Ständen oder auf Märkten wäre es ideal, Essen oder Getränke in mitgebrachte und wiederverwertbare Gefässe füllen zu lassen. Wer solche auf einer Reise nicht dabeihat, sollte schon bei der Bestellung anmerken, dass nicht jede Sauce in ein einzelnes Plastiksäckchen abgefüllt werden muss, sondern gleich auf das Gericht gegeben werden kann. Ein Plastikbesteck-Set pro Person reicht vollkommen aus, Strohhalme sind meistens nicht notwendig, und auch bei den Servietten sollten nur so viele mitgenommen werden wie nötig.

Haben Sie weitere Tipps, wie Reisen nachhaltiger gestaltet werden können? Lassen Sie es uns im Kommentarfeld wissen.

(sts)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chei Ahnig am 02.07.2019 23:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heuchler

    TA Media "Energy Challenge": grünradikal, schon klar, bitte kurz nachrechnen wieviel Strom ihr damit sinnlos verballert und woher genau der kommt. Merci.

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  • Pats am 03.07.2019 06:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auto vs Flugzeug

    Solch eine falsche, subjektive Erläuterung der Dinge! Wenn ihr hier schon einen Vergleich zieht dann bitte gesamthaft und nicht nur "innerschweizerisch". Das Klima endet nicht an der Schweizer Grenze. Fakt ist das wenn ihr einen mittel bis Langstrecken Flug tätigt, ich im Gegenzug mit meinem durchschnittlich motorisierten Auto rund 70'000km fahren könnte/müsste um die gleiche "dreckige" Ökobilanz zu erreichen....!! Also bitte, hört auf ständig mit dem Finger auf die Autofahrer zu zeigen und gleich im Anschluss steigt ihr zum zweiten mal dieses Jahr in den Flieger ..! #fakeökogetue

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  • Letzi Parker am 03.07.2019 01:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Ich mache nachhaltig Ferien. Ich bleibe immer einen Monat länger als geplant.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Theres Waldvogel am 15.07.2019 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Luftzusammensetzung

    Als Luft bezeichnet man das Gasgemisch der Erdatmosphäre. Trockene Luft besteht hauptsächlich aus den zwei Gasen Stickstoff (rund 78,08 Vol.-%) und Sauerstoff (rund 20,95 Vol.-%). Daneben gibt es noch die Komponenten Argon (0,93 Vol.-%), Kohlenstoffdioxid (0,038 Vol.-% CO2) und andere Gase in Spuren. Die Erde produziert 96% CO2 und der Mensch 4%. Heisst 4% von 0.038% = 0.00152% CO2, was der Mensch produziert. Ausserdem benötigt die Natur CO2 zum überleben. Ohne CO2 keine Bäume, kein grün, kein Gemüse, kein Obst, etc. Bitte auch dies mal überdenken.

  • Dirk S. am 15.07.2019 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Firmenflüge

    Firmenflüge, die den zu gut bezahlten Angestellten, permanent aufgezwungen werden um Meilen zu sammeln und permanent die Umwelt zu belasten, darüber redet kein Mensch! Wenn ich einmal in 5 Jahren fliege dann muss ich mit dem Auto fahren um im Stau noch mehr CO2 verschleudern? Erst mal nachdenken ob jeder Firmenflug überhaupt nötig ist und dann können wir über Urlauber reden!!!

    • Peter M am 15.07.2019 11:51 Report Diesen Beitrag melden

      Wurde gerade heute darüber geredet

      So haben viele Firmen ihre Flüge halbiert. Stand heute in den "richtigen" Nachrichten. Reisezeit ist eben auch Arbeitszeit und die kostet Firmen. Darum nimmt man heute lieber Skype.

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  • Peter M am 15.07.2019 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Mal zum Nachdenken

    Ja fliegen macht CO2. Die "dreckigste" Airline ist Ryanair mit 9,9 Mt pro Jahr.und landete auf Platz 10 der dreckigsten Firmen Europas. Ein einziges Kohlekraftwerk in Polen macht 38 Mt Ausstoss, alles damit man schön seine e-Karre aufladen kann. Auf Platz 1 bis 9 sind nur Kohlekraftwerke welche insgesamt über 180 Mt CO2 ausstossen. Mal darüber nachdenken.

  • Nationless am 15.07.2019 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider fahre ich nicht Auto

    Ich hab weder Auto, noch Führerschein, was schöne erholsame Ferien verunmöglicht, denn wie kommt man an möglichst ruhigen schönen eher abgelegenen Stränden, sei es in Kroatien, Griechischen Inseln, Sardinien oder Balearen oder sonst im Festland? Per ÖV, Velo oder zu Fuss? Als nicht Autofahrer und Einzelreisender kann man nur entweder Last Minute Bade/Partyferien in klassischen Kaninchenställen buchen oder als Individualreisenden gelangt man per ÖV nur bis zu den Touristenhotspots. Und Hostels liegen alle mitten in den Käffern und Städte.

  • Biiit am 15.07.2019 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Einverstanden!!

    Bleiben wir zuhause und schliessen uns ein!! Ist es nicht die Motivation der täglichen, harten Arbeit, den verdienten Urlaub zu geniessen? Nur weil einer Minderheit dies nicht passt, welche das Wort Arbeit eh nicht kennt, sollten wir auf die ganze Motivation verzichten? Komische Welt!!